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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Dringender Bedarf an Lotsen

07.11.2015

Elsfleth Seit die fünf maritimen Vereine Elsfleths, gebündelt im Elsflether Schifffahrtsforum, vor 14 Jahren erstmals ein interessiertes Publikum zur Podiumsdiskussion in die Aula des Fachbereichs Seefahrt einluden, ist diese Veranstaltung ein gut besuchter Selbstläufer geworden. Nicht zuletzt, weil hochkarätige Fachleute stets mit kompetenten Referaten zu aktuellen maritimen Themen Stellung nahmen.

Experten referieren

Am Donnerstag stand in der fast voll besetzten Aula die Situation des deutschen Lotsenwesens „Der Lotse – heute und morgen“ auf der Agenda. Der Sprecher des Schifffahrtsforums, Marc Dieterich, begrüßte als Referenten die Schifffahrtsdezernentin Daniela Nissen (Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Kiel), den Vorsitzenden der Bundeslotsenkammer, Kapitän Hans Hermann Lückert, Jörn Haase als Ältermann der Lotsenbrüderschaft Weser II/Jade/Bremerhaven und den Director Marine Operations der Reederei Hapag Lloyd, Gerd Rohden.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Schifffahrtskrise sei das Lotsenwesen ein wichtiges Thema, betonte der Dekan des Fachbereichs Seefahrt, Prof. Dr. Ralf Wandelt, in seinem Grußwort. Wandelt: „Konnte das Lotsenwesen seinen Nachwuchs bisher aus dem Pool erfahrener Nautiker requirieren, so droht diese Quelle nautischer Erfahrung möglicherweise zu versiegen.“

Über die Kriterien des Lotsenberufs informierte Ältermann Jörn Haase: „An 365 Tagen im Jahr sind wir Lotsen ausschließlich der Sicherheit verpflichtet.“ In einer Gefahrensituation werde ein Lotse nicht lange an Verordnungen denken, sondern das tun, was er als Seemann, Kapitän und Lotse gelernt und erfahren hat, so Haase.

In der Bundesrepublik gibt es derzeit neun Lotsenbrüderschaften, davon sieben Seelotsen- und zwei Hafenlotsenbrüderschaften. Eine Herausforderung im Lotsenberuf sind die stetig wachsenden Schiffsgrößen. Haase: „Mit 397 Metern Länge gehört die ,Emma Maersk’ heute schon fast zu den gängigen Größen“. Umso mehr sei die Kompetenz der Lotsen gefragt. „Im Gegensatz zum Zustand der Schiffe hat sich der Ausbildungsstand der Besatzung nicht unbedingt verbessert“, meinte Jörn Haase.

Große Nachwuchssorgen

Dringenden Nachwuchsbedarf mahnte Hans-Hermann Lückert von der Bundeslotsenkammer an. Zurzeit zählen die Brüderschaften 820 See- und 105 Hafenlotsen, die dem Bund als Aufsichtsbehörde unterstehen. Der Nachwuchsbedarf liege 2018 bereits bei 44 Neueinstellungen, in den Folgejahren würden 40 bis 50 neue Lotsen pro Jahr benötigt. Lückert stellte Modellvorschläge zukünftiger Seelotsenausbildung vor und Referentin Daniela Nissen vertiefte die angedachten Kriterien, wonach der derzeit fast 18-jährige Werdegang bis um fünf Jahre verkürzt werden kann.

Nissen: „Das Reformkonzept bietet den Aspiranten einen Studienanreiz, sichere Perspektive und es wird die Altersstruktur der Lotsen verjüngen.“ Auf die kompetente Partnerschaft zwischen Reeder und Lotse setzt Gerd Rohden: „Ein guter Lotse ist eine Top-Versicherung für die Schifffahrtslinien.

Wir müssen in einen engen Dialog treten, wenn wir unsere Schiffe – auch in komplizierten Revieren – sicher reinbringen wollen.“ In der anschließenden Podiumsdiskussion stellten sich die Referenten den vielen Fragen der Besucher.

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