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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Neue Windräder mit neuen Besitzern

11.08.2018

Düddingen Was lange währte, wird nun doch noch gut: Die Aufrüstung des kleinen Windparks Düddingen erreicht die Zielgerade. Wenn alles rund läuft, können die vier neuen Rotoren Anfang, spätestens aber Mitte September Strom ins Netz einspeisen. Das ist knapp sechs Jahre, nachdem die Betreiber ihre ersten Erweiterungspläne den Ratsgremien vorgestellt hatten.

Doch nicht nur diese Pläne sind nicht mehr aktuell, auch die Betreiber selbst haben gewechselt. Bis zum vergangenen Jahr gehörte der Park vier Eigentümern aus Schleswig-Holstein. Im Dezember 2012 hatten sie dem Bauausschuss des Rates Pläne vorgestellt, nach denen sie die vier 100 Meter hohen Anlagen durch ebenfalls vier jeweils 150 Meter Türme ersetzen wollten, die doppelt so viel Strom, nämlich jeweils 3 Megawatt, erzeugen sollten. Den Neubau peilten sie für 2013 an.

Unter 100 Metern

Aber daraus wurde nichts. Mit Rücksicht auf die Anwohner stimmte der Rat nicht zu, sondern beließ das Höhenlimit bei 100 Metern. Das wird in den neuen Plänen sogar leicht unterschritten: Die Anlagen ragen jeweils 99,50 Meter in den Himmel. Dennoch erzeugen sie mehr Strom – nämlich 50 Prozent.

Möglich machen das aerodynamische Rotorflügel, die eine größere Anströmfläche für den Wind bieten, und die neuen 800-Kilowatt-Generatoren, die mehr Strom aus dem Wind holen können, erläutert David Szilagyi. Er ist Projektingenieur für technische Planung und Realisierung und in dieser Funktion auch für den Windpark Düddingen zuständig.

David Szilagyi ist Mitarbeiter der Firma Enova Energiesysteme in Bunderhee (Kreis Leer). Dieses Unternehmen hat den Windpark Düddingen im vergangenen Jahr von den Altbetreibern aus Schleswig-Holstein gekauft, die ihn loswerden wollten. Dass für die Aufrüstung noch die alte Einspeisevergütung gilt, dürfte das Interesse der Ostfriesen beflügelt haben.

Jedenfalls ist Enova nicht nur Besitzer des Parks, sondern erledigt auch die Aufrüstung und wird den Park nach der Fertigstellung betreiben, wie Szilagyi sagt. Die Betreibergesellschaft wird ihren Sitz nach Stadland verlegen – gut für die Gewerbesteuern.

Als David Szilagyi den Park im vergangenen November zum ersten Mal sah, fielen ihm vor allem der nasse Boden und die überwucherten Wege auf. Mit Nässe hat er aber während der Bauarbeiten keine Probleme gehabt; David Szilagyi gehört zu den Menschen, die auch beruflich von der Dürre profitiert haben.

Und auch die Wege sind wieder in Ordnung. Weil die neuen Anlagen nur jeweils etwa 22 Meter von ihren Vorgängern entfernt stehen, waren keine neuen Zuwegungen erforderlich. Größtes Problem beim Zugang zum Park ist die Bahnlinie, die gleich neben der Dedesdorfer Straße verläuft, auf deren anderer Seite ein früherer Stromerzeuger liegt: das Kernkraftwerk Unterweser. Damit die Baufahrzeuge den Bahnverkehr nicht stören, musste Enova einen sogenannten Technisch Berechtigten einstellen, der den Durchgang sperrt, sobald ein Zug kommt.

Für 4000 Haushalte

Mitte März hatten die Arbeiten, deren Kosten von den Altbetreibern auf etwa 11,2 Millionen Euro veranschlagt worden waren, begonnen; Anfang April waren die Altanlagen demontiert. Gerade ist die zweite neue Anlage aufgestellt worden.

Die Pläne hat das Unternehmen von den Vorgängern übernommen. So werden die vier 1,5-Megawatt-Anlagen, die etwa 18 Jahre alt sind, durch vier neue Anlagen vom Typ Enercon E-70 E4 ersetzt, die jeweils 2,3 Megawatt Strom liefern. Die Nabenhöhe beträgt 64 Meter, der Rotordurchmesser 71 Meter. Nach Auskunft von Enova kann dieser Windpark 15,14 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Das genügt, um knapp 4000 Haushalte zu versorgen – also 600 mehr, als es in Stadland gibt – und 9000 Tonnen Kohlendioxid zu vermeiden.

Vermeiden sollen die neuen Anlagen auch Lärm. „Sie sind leiser als die alten“, sagt David Szilagyi.

Henning Bielefeld
Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2203

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