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Aktualisiert vor 7 Minuten.

Rauchsäule über dem Chempark
Explosion in Leverkusen - Polizei im Großeinsatz

NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Hilfskonvoi: Durch die Wüste nach Gambia

30.12.2016

Rodenkirchen Es geht wieder los: Am 20. Januar, einem Freitag, startet der nächste Hilfskonvoi aus Rodenkirchen nach Gambia. Zwei gebrauchte Mercedes-Sprinter fahren gegen 17 Uhr auf dem Marktplatz los. Nach zwei Wochen wollen sie die Buschklinik im Dorf Jahaly erreicht haben.

An Bord sind Ingo Lieken (56), Filialleiter der Oldenburgischen Landesbank in Rodenkirchen, dessen Frau, die Arzthelferin Marion Lieken (53), der Pflegedienstbetreiber Fritz Borchers (60) aus Brake und der Mechatroniker Oktawian Jezierski (28). Gemeinsam haben sie rund 6600 Kilometer vor sich. Sie fahren im Namen der Projekthilfe Dritte Welt, die in dem Kleinstaat an den Ufern des Gambia-Flusses eine Buschklinik, einen Kindergarten mit Vorschule und eine Moringa-Plantage unterstützt.

Die erste Station ist Edewecht. Dort schließen sich fünf weitere Fahrer an. Sie haben einen 30 Jahre alten Mercedes-Arzttruppwagen dabei, der aber erst 20 000 Kilometer gelaufen hat, weil er nur in Katastrophensituationen eingesetzt worden ist. Die drei Fahrzeuge werden in der gambischen Hauptstadt Banjul an Autohändler verkauft. Der Erlös fließt direkt in den laufenden Betrieb der Buschklinik und der andere Projekte in Jahaly.

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Gekauft worden sind die Fahrzeuge mit Spenden aus dem Bekanntenkreis der Aktiven sowie mehreren Veranstaltungen – etwa den Benefiz-Auftritten des Plattschnackers Gerd Spiekermann in der Markthalle. Zudem suchen die Fahrer – wie bei den bisherigen fünf Spendentouren auch – Sponsoren für Streckenabschnitte, die etwa einen Euro pro Kilometer spenden.

Morgens um 5 klingeln für die neun Fahrer die Wecker, um 6 springen die Motoren an. Alle zwei Stunden wird eine Pause eingelegt, dann wechseln die Fahrer. In jedem Kleinbus sitzen drei Fahrer.

Pause in Marrakesch

Der längste Streckenabschnitt ist in Marokko einschließlich der ehemaligen Spanischen Sahara. „Das ist so lang wie von Rodenkirchen bis Algeciras an der spanischen Südküste“, sagt Ingo Lieken, er Schatzmeister der Regionalgruppe. In Marrakesch legen die Fahrer einen Ruhetag ein. Im klassischen Marokko erfüllen die Straßen europäische Standards, ergänzt Dieter Lieken (61), der Vorsitzende der Regionalgruppe. Erst in der Westsahara sinken sie auf das Niveau der alten Bundesstraße 212 ab.

Etwa sieben Kilometer vor der Grenze nach Mauretanien gibt es plötzlich gar keine ausgebaute Straße mehr; in Mauretanien selbst liegt wieder Asphalt. Hier planen die Fahrer auch diesmal ihre zweite Pause: in einem Ferienparadies für Kitesurfer an einer Bucht zwischen dem Festland und einer nasenförmigen Landzunge.

Am Senegal-Fluss beginnt Schwarzafrika: Das Land ist grün, die Menschen sind schwarz. Den nächsten längeren Halt legen die Fahrer bei der Zebra-Bar nahe der Großstadt St. Louis ein, ein legendärer Ort für Hippies und Aussteiger. Vorbei an der senegalesischen Hauptstadt Dakar steuern die Fahrer dann Jahaly an; das Dorf liegt mitten in Gambia.

Hier erwarten sie Dieter und Brigitte Lieken, der zusammen mit einer Gruppe von Bürgern aus Rodenkirchen und der Wesermarsch – Rabea Ahlers, Sonja Fleuch, Arne Lieken, Rita Heinsohn, Rieke Wiese, Fabian Diekmann und Steffen Kaper – am 28. Januar mit dem Flugzeug gekommen sind.

Nach dem Empfang in Jahaly, organisiert vom Dorfältesten und dem Imam, fahren die Helfer nach Banjul, wo sie die Autos verkaufen. Zurück geht es mit dem Flugzeug.

Deutlich mehr Patienten

Dieter und Ingo Lieken sind bei jedem Besuch wieder beeindruckt von dem, was mit Spenden aus der Wesermarsch in Gambia geschaffen wird. Die Zahl der Patienten in der Buschklinik – sie lassen sich vor allem wegen Malaria, Brandverletzungen am offenen Feuer und Mangelerscheinungen infolge einseitiger Ernährung behandeln – ist in den vergangenen drei Jahren von 27 000 auf 46 000 im Jahr gestiegen. Sie gilt als Vorzeigeklinik in Westafrika. Den Kindergarten mit Vorschule besuchen 450 Kinder.

Generell bleibt Gambia ein armes Land, weil Rohstoffe und verarbeitendes Gewerbe fehlen. Die Menschen leben von Landwirtschaft – vor allem Reisanbau –, Fischerei und Tourismus. „Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Ingo Lieken. „Die Gambier sollen eine Perspektive bekommen, damit sie in ihren Dörfern bleiben können und nicht in die Slums der Großstädte abwandern müssen.“

Gambia

ist eine Republik in Westafrika. Mit etwa 11 300 Quadratkilometern ist sie doppelt so groß wie das Oldenburger Land und zählt 1,7 Millionen Einwohner. Das Land liegt an beiden Ufern des Gambia-Flusses, ist komplett von der Republik Sengegal umgeben und war bis 1965 eine britische Kolonie. Von hier aus organisierten die Briten den Sklavenhandel nach Nordamerika.


     www.buschklinik.de 
Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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