• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Überraschender Vortrag In Elsfleth: Ist Nitrat doch besser als sein Ruf?

22.01.2020

Eckfleth Die Themen „Nitratgehalte im Trinkwasser“ und „Gülleverordnung“ treiben auch die Grünlandbauern der Wesermarsch um. Um die aktuelle Situation zu beleuchten, hatten die Landvolkvereine Elsfleth, Moorriem und Altenhuntorf den ehemaligen Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer Oldenburg, Dr. Hans-Heinrich Kowalewsky, in den Eckflether Kroog eingeladen. Während seiner beruflichen Zeit hatte sich der Referent intensiv mit dem Thema „Gülletechnik“ befasst. Seine Studie über Nitrate hatte Kowalesky gemeinsam mit Dr. Günther Steffens erarbeitet. Die Ergebnisse der Studie basieren laut Kowalewsky auf Untersuchungen offizieller Stellen, unter anderem staatliche Forschungsanstalten, NLWKN, Umweltbundesamt, Wasserwerke und Landwirtschaftskammern.

In Deutschland betrage die mittlere Nitrataufnahme 115 mg/Tag, ließ er wissen. Der Grenzwert der WHO liege bei 255 mg/Tag. Gesundheitliche Folgen gebe es bei Aufnahmen von 500 mg/Tag mit Reizung der Schleimhäute, Übelkeit (2000 mg/Tag) und die tödliche Dosis liege bei 80 000 mg/Tag. Laut Statistik nimmt ein Mensch am Tag 3 mg Nitrat über den Verzehr von Obst auf, 6 mg bei Fleischverzehr, 23 mg über das Trinkwasser und 80 mg über Gemüse. In der Oldenburger Region liege die Nitrataufnahme bei 100 mg täglich. Ist der Mensch Vegetarier sind es über 250 mg. Kowalewsky: „Wenn, wie von manchen Wissenschaftlern behauptet wird, Nitrat Krebs erzeugend ist, dann müssten Vegetarier dringend gewarnt werden.“ Inzwischen gebe es auch Studien, die eine höhere Nitrataufnahme bei Erwachsenen als positiv bewerten. Wenn es sich positiv auf die Gesundheit auswirkt, bestünde kein Grund, die Nitratgehalte im Trinkwasser zu begrenzen, so der Referent.

Fest stehe allerdings, dass Babys bis zum Alter von fünf Monaten durch höhere Nitratgehalte im Trinkwasser gefährdet seien. Laut Bundesgesundheitsamt sollte nitratarmes Babytrinkwasser (unter 10 mg/l) verwendet werden.

Weiter beleuchtete der Referent den Einfluss der Nitratüberschüsse auf Nitratgehalte im Sickerwasser und im oberflächennahen Grundwasser, den Einfluss der Bodentiefen und Unterschiede in den geologischen Formationen des Landes. Bei der Wasserwirtschaft bestünde die Sorge, dass in den Böden der Vorrat an schwefel- und kohlenstoffhaltigen Verbindungen begrenzt ist und deshalb kein Nitratabbau mehr stattfindet, so Kowalewsky. „Unbeachtet bleibt dabei, dass mit Gülle erhebliche Mengen an Schwefel- und Kohlenstoffverbindungen zugeführt werden, die die Denitrifikation fördern.“

Zusammenfassend stellte der Gast aus Rastede fest, dass in vielen „roten Gebieten“ Niedersachsens die Nitratgehalte im Trinkwasser wesentlich niedriger sind als in den übrigen Regionen. Die Bilanz des Referenten: „Grünlandflächen in den angeblich ,roten Gebieten‘ unterliegen völlig zu Unrecht den dort vorgesehenen Bewirtschaftungseinschränkungen!“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.