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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

So bleibt man auf dem Lande mobil

03.07.2018

Eckfleth Auf großes Interesse bei Bürgern, Kommunalvertretern und Institutionen stieß jetzt im Eckflether Kroog der Informations-Abend zum Thema „Dörpsmobil & Gemeindebus“. Die Veranstaltung des Landkreises Wesermarsch fand im Rahmen des BMVI-Modellvorhabens „Langfristige Sicherung und Versorgung und Mobilität im ländlichen Raum“ statt. Als Gäste begrüßte Meike Lücke (Landkreis Wesermarsch) den Bürgermeister der schleswig-holsteinischen Gemeinde Klixbüll, Werner Schweizer, und Jürgen Kuls von der Gemeinde Ovelgönne. Schweizer erläuterte der Versammlung das Dörpsmobil, ein E-Car-Sharing-Projekt, das inzwischen landesweit Nachahmer findet.

Jürgen Kuls berichtete über den Gemeindebus Ovelgönne, der Vereinen und sozialen Institutionen gemeinschaftliche Mobilität ermöglicht. René Kämpfer vom IGES-Institut (Forschungs- und Beratungsinstitut für Infrastruktur und Gesundheitsfragen) übernahm die Moderation des Infoabends.

„Wir fahren mit dem Strom vom Deich, anstelle mit dem Öl vom Scheich“, zitierte Werner Schweizer den Klixbüller Slogan, der sich auf den ökonomischen Bereich des E-CarSharings bezieht, darüber hinaus hätten aber auch die Nachhaltigkeit, soziale und ökologische Aspekte die Klixbüller Verkehrswende in Gang gebracht. Letztlich habe man im Auge, die 17 festgelegten Ziele der UN (SDGs) zur Nachhaltigkeit und Entwicklung bis 2030 zu erfüllen, so Schweizer. Mit der Einrichtung des E-CarSharings ist die Gemeinde auf einem guten Weg: 2016 wurde in Klixbüll das Fahrzeug Renault Zoe mit 22 KWH und einer Reichweite von 150 Kilometern ausgeliefert, ein zweites E-Fahrzeug mit 41 KWH, einer Reichweite von 300 Kilometern und Anhängerkupplung kam 2017 hinzu. Beide geleasten E-Fahrzeuge werden klimaschützend mit Strom aus Klixbüller Windanlagen gespeist. Fahrgelegenheiten können die Bürger über ein Buchungsportal – entwickelt von drei Studenten – ordern, je gebuchte Stunde werden 3,50 Euro – alles inklusive – erhoben. Integriert ist das Projekt „Dörpsmobil“ als Sparte eines gemeinnützigen Klixbüller Vereins. Schweizer: „Mit neun Ladesäulen haben wir in unserem Ort die höchste Ladedichte pro Kopf in Deutschland. Eines unserer Zukunftsziele ist, aus dem Dörpsmobil Klixbüll ein Dörpsmobil Schleswig-Holstein zu machen.“

In Ovelgönne stand im Jahr 2015 die mobile Flüchtlingsbetreuung bei der Anschaffung eines Neunsitzer Kleinbusses im Mittelpunkt, berichtete Jürgen Kuls. Bürgermeister Christoph Hartz engagierte sich um die Einwerbung von Sponsoren und war erfolgreich. Ermöglicht wurde die Anschaffung dank der Sponsoren „Von Mensch zu Mensch“, der Raiffeisenbank Wesermarsch-Süd und der Zahnarztpraxis Uerlich.

Besonders in der Anfangszeit wurde der Bus für notwendige Fahrten der Flüchtlinge und Gemeindeaufgaben eingesetzt. Für ein neunsitziges Fahrzeug mit Elektroantrieb habe es damals leider kein Angebot gegeben, so Kuls. Derzeit wird der Bus verstärkt von Vereinen, Kirchen Kindergärten, Schulen und anderen Institutionen der Gemeinde stundenweise oder am Wochenende kostengünstig genutzt. Den Nutzern wird alle drei Monate eine Rechnung ausgestellt, für jede Fahrt wird zuvor ein schriftlicher Leihvertrag abgeschlossen. Pro gefahrenen Kilometer wird eine Gebühr von 10 Cent erhoben. Ein zweites Fahrzeug, das vornehmlich von den Mitarbeitern des Bauhofs genutzt wird, kann ebenfalls ausgeliehen werden. Jürgen Kuls: „Das Angebot der Gemeinde wird sehr gut angenommen, der Bus ist nahezu jedes Wochenende ausgebucht.“ In der anschließenden Podiumsdiskussion erörterten die Besucher und Referenten die Möglichkeiten, die vorgestellten Sharing-Modelle auf andere Gemeinden zu übertragen.

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