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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

STADTGESCHICHTE: Eigentlich müsste es „hoam“ heißen

03.10.2009

NORDENHAM Der Name der Stadt Nordenham rührt vom „Gut Nordenhamm“ her. Ursprünglich wurde die Stadt mit zwei „m“ geschrieben. 1887 wurde beschlossen, auf das zweite „m“ zu verzichten – angeblich als freundliche Geste gegenüber den Engländern, mit denen damals ein reger Seehandel betrieben wurde. Englische Städte, die auf „-ham“ enden, wie Nottingham und Birmingham, werden nur mit einem „m“ geschrieben. Durch die Angleichung wollte man Schreibfehler der englischen Handelspartner vermeiden. Nach einer anderen historischen Erklärung war es allerdings die Reichspost, die auf Wunsch der Eisenbahndirektion das kürzere „Nordenham“ als amtliche Schreibweise festlegte.

Woher aber stammt die Endung „-ham“ in anderen Teilen Deutschlands? Zahlreich kommt diese Endung in Bayern vor, beispielsweise im Landkreis Passau. Weit über 30 Ortschaften enden hier auf „-ham“. Nah beieinander liegen die Fleckchen Altersham, Kelchham, Asenham, Kühnham, Kirchham und Singham.

Fremdenführer Walter Janda aus Bad Griesbach erklärt, dass diese Namensgebungen in der Besiedlungsgeschichte weit zurückreichen. Die römische Provinz Rätien umfasste das nördliche Alpenvorland zwischen Donau und Inn und reichte im Süden von den Tessiner Alpen über Graubünden und einen Teil Nordtirols zu einem oberen Teil des Eisacktals. Im ersten nachchristlichen Jahrhundert errichtet, wurde sie im vierten in die südöstliche Raetia prima und die nordwestliche Raetia secunda unterteilt.

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Seit dem 3. Jahrhundert bildete sich im nordwestlichen Bereich der germanische Stamm der Alamannen. Drei Jahrhunderte später unterstand er den Ostgoten und unter weiterem Eindringen der Alamannen im östlichen Bereich dem Stamm der Bajuwaren. Während der ersten Siedlungsstufe ließen sich die Menschen an den großen Flüssen nieder, wo es bereits bestellte Grundflächen und Castelli gab, die genutzt wurden.

„ing“ und „ham“

Die zweite Besiedlungsstufe fand unter dem Einfluss der Franken statt. Ländereien wurden an die Interessenten vergeben, die von überall her kamen und sich in den Nebentälern ansiedelten. Zur Zeit der Römer herrschten in Niederbayern Urwälder und die großen Flüsse vor, aber auch Straßen waren schon vorhanden. Viele Orte in Niederbayern enden auch auf „ing“, sagt Walter Janda, und das habe die gleiche Bedeutung wie „ham“.

Eine Sippe, die sich in dem Gebiet niederließ, bestand zum Beispiel aus den Pockingern, und so gibt es hier heute die Stadt Pocking. Um 1500 herum, als es noch keine Kartographen gab, habe man sich mit der Aufzeichnung Altbayerns befasst und herausgefunden, welche Orte eine Kirche hatten, ein Kloster, ein Schloss oder eine Burg. Danach erhielten die Ansiedlungen ihre Ortsnamen wie Wollham, Karpfham oder Schmidham. „Diese Endungen stehen für „haim“ (heim), wobei einem Verwaltungsbeamten später die Idee kam, alle diese Ortsnamen auf „ham“ enden zu lassen“, sagt Janda.

Ortschaften in Tälern

„Doch „ham“ entspricht eigentlich gar nicht unserem Dialekt“, sagt Walter Janda weiter, „das müsste eigentlich „hoam“ heißen. Wir sagen zwar „Heimat“, aber wenn’s um das Heim geht, sagen wir Hoam.“ Jedenfalls steht für den Gästeführer fest, dass dies eine Sprech- und Schreibweise der zweiten Besiedlungsstufe ist. Alle auf „ham“ endenden Ortschaften liegen in Tälern. Die Entstehung dieser Namen ist vermutlich nicht immer echten Ursprungs, sondern siedlungswillige Menschen haben die Endung einfach an ihren Ortsnamen angehängt, zum Beispiel auf Anhöhen, auf denen die Besiedelung viel später erfolgte.

Während der dritten Besiedelungsstufe wurden die Urwaldgegenden noch für Menschen bewohnbar gemacht, wie beispielsweise die Gegend nordwestlich von Bad Griesbach vor ungefähr 300 Jahren. „ham“ hat also je nach der Region sehr unterschiedliche Bedeutungen, die aus der Besiedlungsgeschichte herrühren.

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