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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Amtsgericht: Ein gewisses Risiko besteht immer

13.01.2012

NORDENHAM Manchmal gibt es versteckte Hinweise aus der Gerüchteküche, manchmal sind es offen ausgesprochene Drohungen. Schon mehrfach sind Richtern und Staatsanwälten im Nordenhamer Amtsgericht gewalttätige Racheakte angekündigt worden. „Aber passiert ist zum Glück noch nichts“, sagt die Gerichtsdirektorin Dr. Claudia Peplau. Über die blutige Tat eines Angeklagten in Dachau, der während einer Amtsgerichtsverhandlung einen Staatsanwalt erschossen hat, ist sie bestürzt. Dass sich ein solcher Vorfall auch in Nordenham ereignen könnte, vermag Claudia Peplau nicht auszuschließen: „Ein gewisses Risiko besteht immer.“

Die oft diskutierte Sicherheit in Justizeinrichtungen ist aus Sicht der Nordenhamer Amtsgerichtschefin ein schwieriges Thema. Sie hält es für ein „hohes Gut der Demokratie“, dass Gerichtsverhandlungen nicht hinter verschlossenen Türen ablaufen. Damit seien eine Kontrolle der Gerichte durch die Öffentlichkeit und eine Transparenz gewährleistet, mit der sich ein Urteil nachvollziehen lasse. Zudem bewirken öffentliche Verhandlungen ihrer Meinung nach einen wichtigen Beitrag zur Prävention.

Keine Sicherheitsschleuse

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Dem Bestreben, den Bürgern einen freien Zugang zu den Gerichten zu ermöglichen, steht die Notwendigkeit gegenüber, Gewalttäter und Waffen aus den Verhandlungssälen fernzuhalten. In dem Nordenhamer Gerichtsgebäude ist das schwieriger als anderswo. Denn in dem altehrwürdigen Jugendstilgebäude lässt sich nicht ohne weiteres eine dauerhafte Sicherheitsschleuse am Eingang errichten. „Der bauliche Aufwand wäre sehr groß“, sagt die Direktorin und verweist darauf, dass das fast 100 Jahre Gründerzeitbauwerk unter Denkmalschutz steht.

Im Nordenhamer Amtsgericht sorgen zwei Wachtmeister für die Sicherheit. Die beiden Männer sind in Selbstverteidigung geschult. Wenn es Anzeichen für eine bedrohliche Lage gibt, sind die Wachtmeister bei den Verhandlungen anwesend. Zudem können bei Bedarf zusätzliche Sicherheitskräfte aus der Einsatzreserve der Justizbehörden in Oldenburg angefordert werden.

Seit etwa zwei Jahren verfügt das Nordenhamer Amtsgericht über einen mobilen Metalldetektor, der wie ein Türrahmen aussieht. Mit diesem Gerät, das die Wachtmeister bei einer entsprechenden Notwendigkeit am Haupteingang aufbauen, lassen sich Waffen aufspüren. Allerdings sind bei solchen Körperkontrollen immer mindestens zwei Sicherheitskräfte erforderlich.

Als weiteres technisches Hilfsmittel verfügen die Wachtmeister über Handsonden, mit denen sie Gegenstände aus Metall in der Kleidung der Besucher finden können. Zudem gibt es eine Videoüberwachung und ein Alarmierungssystem im Gerichtsgebäude.

In der Zwickmühle

„Die Sicherheitsmaßnahmen sind auch eine Frage des Personaleinsatzes“, sagt die Gerichtsdirektorin, „da befinden wir uns einer Zwickmühle.“ Vor diesem Hintergrund könne in dem Nordenhamer Justizgebäude nur von Fall zu Fall kontrolliert werden.

Wie hoch das Risiko ist, dass es bei einer Verhandlung zu einer Gewalttat kommt, lässt sich laut Claudia Peplau nicht vorhersagen. Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass die „Gefahr nicht unbedingt aus der Ecke kommt, aus der man sie erwartet“. Vor vielen Jahren hatte eine Frau mit einem Luftgewehr auf ihr Auto geschossen. Und dabei ging es nur um eine Bußgeldsache über damals 80 Mark.

„Wenn eine Person in ihrem Innersten schwer betroffen ist, kann es zu einer Eskalation kommen“, betont die Richterin. Im Nordenhamer Amtsgericht sei es schon öfter zu Gewaltandrohungen gekommen – zum Beispiel in Familienangelegenheiten oder bei Zwangsversteigerungen. Aber bei den Drohungen blieb es dann auch. „Ich fühle mich hier sicher“, sagt Claudia Peplau.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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