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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Wirtschaft: „Ein Kampf gegen Windmühlen“

29.04.2014

Ovelgönne Thorsten Decker wusste schon als kleiner Junge, was er einmal werden möchte. „Ich komme gebürtig aus Colmar und habe immer gerne zugeschaut, wenn unser Schlachter im Ort das Fleisch zubereitet hat“, sagt der 42-Jährige. Noch als Schüler hat er ein Praktikum absolviert und dann 1989 eine Lehre als Fleischer begonnen.

„Ich habe bei unserem Vorgänger, bei Franz Prott gelernt. 33 Jahre lang hat er die Fleischerei hier in Ovelgönne geführt. Am 1. Januar 1998 habe ich den Betrieb dann als Meister übernommen. Aber morgen, Mittwoch, ist unser letzter Tag. Wir schließen, weil es sich aus wirtschaftlicher Sicht einfach nicht mehr lohnt“, sagt Decker.

„Die goldenen Zeiten sind einfach vorbei. Vor 30 bis 40 Jahren gab es Fleisch nur beim Fleischer. Seither hat sich eine Menge verändert. Das Fleischereisterben wird weitergehen. Wir sind kein Einzelfall“, sagt Susanne Decker , die dem 30. April mit gemischten Gefühlen entgegenblickt. „Wir haben viel Energie und Zeit investiert – und der geringe Ertrag steht dazu in keinem Verhältnis“, sagt die Frau, die für diese Entwicklung mehrere Faktoren verantwortlich macht: Das Ess- und Einkaufsverhalten habe sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm verändert.

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„Früher wurde viel mehr gekocht – gerade für große Familien. Heute sind kleine Familien- und Single-Haushalte verbreitet. Zudem hat der Fastfood-Konsum enorm zugelegt“, sagt Susanne Decker.

Gerade die jüngeren Leute kauften verstärkt in den Supermärkten – und von der alten Stammkundschaft könne man auf lange Sicht einfach nicht leben.

Der zunehmende Online-Handel und die Macht der Discounter seien zudem ein Riesenproblem. „Die Discounter bieten das Fleisch zum Teil billiger an, als wir es im Einkauf bekommen könnten“, sagt Susanne Decker.

„Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, der einfach nicht zu gewinnen ist“, sagt Thorsten Decker. Er weiß, dass die Stammkundschaft es sehr bedauert, dass der Traditionsbetrieb jetzt schließt. Aber auch Gespräche mit dem Bürgermeister hätten keine praktikable Lösung ergeben.

Nach der Schließung der ältesten Apotheke in der Wesermarsch verliert das Burgdorf nun auch noch die Fleischerei – und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr.

Trübsal wollen die Deckers aber nicht blasen. Am letzten Tag wird es mit den fünf Beschäftigten ein gemeinsames Abschlussessen geben. Und zum Glück gibt es für alle bereits gute berufliche Perspektiven. Die Immobilie in der Bahnhofstraße würden die Deckers am liebsten verkaufen.

Hans-Carl Bokelmann Jade/Ovelgönne / Redaktion Brake
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