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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Eine ganz andere Art von Politik

25.10.2016

Rodenkirchen Politik betreibt Bodo Bär schon seit mehr als zehn Jahren. Als Betriebsratsvorsitzender der Nordenhamer Zinkhütte kämpft er einerseits für die Interessen seiner Kollegen im Betrieb und andererseits für die Interessen seines Unternehmens als Firma mit sehr hohem Stromverbrauch. Jetzt kommt eine ganz andere Art von Politik auf ihn zu.

Denn am 11. September ist der Abser direkt in den Gemeinderat gewählt worden. 184 Stimmen hat er bekommen, „obwohl ich gar keinen Wahlkampf gemacht habe“, wie der 58-jährige Sozialdemokrat sagt. 2011 war er schon einmal angetreten und hatte 178 Stimmen bekommen – eine zu wenig für ein Mandat.

Aus dem Arbeiterviertel

Bodo Bär stammt aus dem Ruhrpott. Am 1. November 1957 wurde er in einem Arbeiterviertel der Großstadt Bochum geboren. Opa war Bergmann gewesen, Vater Stahlarbeiter; „ich habe immer nur SPD gewählt“, sagt Bodo Bär.

Er machte eine Lehre als Elektriker, arbeitete bei Krupp und Opel und dann auf Montage. So kam er im November 1979 als Gerüstbauer ins Kernkraftwerk Unterweser, das damals gerade ans Netz gegangen war. Zusammen mit seinen Monteur-Kollegen ging er am Wochenende in die Abbehauser Diskothek Bayou. Dort lernte er im Januar 1980 seine jetzige Frau Christa kennen und lieben. Sie war und ist eine überzeugte Rodenkircherin.

Obwohl Bodo Bär nicht gerade auf den Mund gefallen ist, konnte er sie nicht überzeugen, mit nach Bochum zu kommen. So zog er bei ihr an der John-F.-Kennedy-Straße ein, kellnerte in der Nordenhamer Diskothek Tiffany, und als sich Nachwuchs ankündigte, heirateten beide – am Geburtstag der Frau –, und Bodo Bär heuerte am 2. Februar 1982 bei der damaligen Preussag an.

Gleich zu Anfang trat er in die IG Metall ein, konzentrierte sich aber auf seine Arbeit in der Rösthalle der Zinkhütte, wo er zum Schichtmeister aufstieg, auf seine kleine Familie und den Fußball. Als Vorstopper spielte er zunächst in Seefeld, dann in Schwei und schließlich in Rodenkirchen. Dort trainierte er auch die Jugend – eine Arbeit, die ihm viel Freude machte, die er aber wegen seiner Schichtarbeit aufgeben musste. Deshalb will er sich im Rat vor allem um Jugendthemen kümmern und in den Ausschüssen für Jugend, Sport und Soziales sowie Schule mitarbeiten.

1985 kauften Christa und Bodo Bär ein 1898 errichtetes Häuschen an der Sandstraße und bauten es nach ihren Vorstellungen um. Bodo Bär konnte viele Arbeiten selbst erledigen und wurde auch in dem 2500 Quadratmeter großen Garten tätig. Inzwischen wohnen sein einziger Sohn und die drei Enkel in der Nachbarschaft. „Ich bin glücklich hier“, sagt Bodo Bär.

2001 ließ sich er überreden, als Vertrauensmann bei der IG Metall zu kandidieren, 2002 zog er in den Betriebsrat der damaligen Metaleurop ein und Anfang 2005, kurz nach der Trennung der Blei- und Zinkseite, wurde er Vorsitzender des Betriebsrats der Zinkhütte, damals Xstrata.

Kampf um Strompreise

Weil die Hütte allein so viel Strom verbraucht wie die gesamte Stadt Oldenburg, wuchsen sich Strompreissteigerungen zum existenzbedrohenden Problem aus. Da musste auch der Betriebsrat im Interesse des Unternehmens handeln. Bodo Bär wirkt seit zehn Jahren im Arbeitskreis der Nichteisenmetall- und Aluminiumindustrie mit, die sehr viel Strom braucht. Er war auf Bundes- und Europa-ebene unterwegs. Dabei öffnete ihm der damalige SPD-Bundestagsabgeordnete Holger Ortel so manche Tür. Aus Dankbarkeit trat Bär in die SPD ein.

Gleichzeitig restaurierte er einen Ford P7 von 1971 fast im Alleingang. Das Fahrzeug steht in Kötermoor. Aber in Bodo Bärs Haus ist es immer gegenwärtig: auf einem Ölbild am Treppenaufgang.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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