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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Einigung nach vielen Gesprächen

10.08.2013

Butzhausen Groß war die Aufregung im Rathaus, bei den Nachbarn und den Anliegern als im Herbst des vergangenen Jahres Milchbauer Henning Kruse aus Butzhausen den Antrag stellte, eine Biogasanlage direkt neben dem in Bau befindlichen Boxenlaufstall bauen zu wollen. Die Sorge war groß, dass größere Lastwagen die Wege kaputt fahren könnten und es zu Geruchsbelästigung kommen könnte.

Seit damals hat sich nicht viel geändert. Der Boxenlaufstall wird weiter noch nicht genutzt, von Baumaßnahmen keine Spur. Ist das Projekt gescheitert? „Nein“, versichert Henning Kruse auf Nachfrage. „Der Boxenlaufstall wird jetzt ausgestattet und danach wird der Melkstand eingebaut“, gibt er bereitwillig Auskunft. „Jetzt passiert durchgehend was, so dass im Herbst die Kühe ihr neues Domizil beziehen dürften“, äußert er sich optimistisch.

Dass sich in Sache Biogasanlage nichts getan hat, hätte finanzielle Ursachen gehabt. „Die Kosten für die Anlage lagen über der angestrebten Finanzierungsobergrenze“, erläutert er. Viele Gespräche hätten geführt werden müssen. Jetzt sei die Kuh vom Eis, sprich, sowohl die Lieferfirma als auch die Geldgeber und er als Auftraggeber sind mit der gefundenen Lösung zufrieden. Wenn sich die Unternehmen abgestimmt haben, werde mit dem Bau der ersten Anlage dieser Art in der Gemeinde begonnen, erklärt Henning Kruse.

In unmittelbarer Nähe des Stalls, der für 270 Kühe ausgelegt ist, wird dann die 75-Kilowatt-Biogasanlage, für die er 750 000 Euro ausgeben wird, gebaut werden.

Hennig Kruse will die Anlage ausschließlich mit Rindergülle und -mist sowie Grassilage aus dem eigenen Betrieb „füttern“. Das ist bei einer Fläche von 160 Hektar möglich. Der Mais, der auf 18 Hektar wächst, werde ausschließlich verfüttert, bestätigt er auch jetzt wieder.

Der Landwirt aus Butzhausen war sowieso gezwungen, in Sachen Gülle zu investieren. In einem Immissionsgutachten wurde ihm bestätigt, dass er an seiner alten Hofstelle kein Güllesilo hätte bauen dürfen. Durch die Biogasanlage verarbeitet er nun die Gülle. Im Gärlager werden die überbleibenden Stoffe gelagert, denen beim Gärungsprozess das Methan entzogen worden ist. Die Gärreste kann Kruse dann auf seinen Feldern als guten Dünger ausbringen.

Und auch heute verspricht Henning Kruse, dass später kaum jemand seine Biogasanlage sehen wird, denn sie wird hinter einem bepflanzten Wall versteckt sein.

Aber erst einmal muss sie gebaut werden. Und damit soll jetzt endlich begonnen werden.