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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Premium Aerotec In Nordenham: Hier wird der Roboter beim Flugzeugbau zum Kollegen

05.01.2019

Einswarden Der Luftfahrtzulieferer Premium Aerotec arbeitet an neuen Projekten, die im Technologiezentrum Nordenham im Stadtteil Einswarden umgesetzt werden sollen. Einige sind bereits gestartet. Weitere sollen ab 2020 folgen. Dabei geht es um Robotertechnik, Alternativen zur Niettechnik, bessere Klebetechnologien, Digitalisierung und neue Werkstoffe.

Flugzeugstrukturen

Es handelt sich um anwendungsorientierte Forschungsvorhaben sowohl für Leichtbau-Flugzeugstrukturen als auch für die Automatisierung und Digitalisierung von Produktionsprozessen. Diese praxisnahen Projekte sollen das benachbarte Werk Einswarden von Premium Aerotec als Zulieferer des Airbus-Konzerns stärken.

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Aktuell initiiert Premium Aerotec in Einswarden erneut eine Reihe von Projekten, welche ab 2020 die Nutzungs-Intensität des Technologiezentrums durch Premium Aerotec erhöhen wird, teilt Premium Aerotec weiter auf Anfrage der NWZ mit. Der Luftfahrtzulieferer ist Hauptmieter des vor siebeneinhalb Jahren eröffneten Technologiezentrums Nordenham (TZN). Betreiber des TZN sind der Landkreis und die Stadt Nordenham.

Mit Partnern

Premium Aerotec hat in Zusammenarbeit mit Partner- Firmen und mit Forschungsinstituten hier bereits zwei große anwendungsorientierte Forschungsreihen zur Fertigung von Leichtbau-Flugzeugteilen abgeschlossen. Dabei ging es zunächst um kostengünstige Fertigung von Flugzeugschalen aus kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK). Anschließend stand der Werkstoff Glare im Mittelpunkt – Leichtbau-Flugzeug-Rumpfteile aus glasfaserverstärktem Aluminium. Präziser ist von Faser-Metall-Laminaten – FML – die Rede.

Nach Angaben des Leiters der Technologieentwicklung von Premium Aerotec, Tim Lewerenz, laufen aktuell Projekte zum Einsatz sogenannter Cobots (kollaborierende Roboter). Hierbei arbeiten Roboter und Menschen in sich teilweise überlappenden Arbeitsbereichen gemeinsam.

Pilot-Rolle

Das stellt hohe Anforderungen an Sicherheitstechnik. Tim Lewerenz: „Im Bereich Cobots nimmt Premium Aerotec mindestens in der Flugzeugindustrie eine Pilot-Rolle ein. In Nordenham wird aktuell der erste Cobot-Anwendungsfall aufgebaut und zusammen mit der Berufsgenossenschaft zugelassen.“

Zudem laufen laut Premium Aerotec im TZN Projekte zum Reibrührschweißen von Aluminium-Legierungen oder auch für das Kriechformen von Scandium-haltigen neuen Aluminium-Legierungen.

Das Reibrührschweißen wird als Alternative für das Vernieten von Längsnähten untersucht. Damit würde eine vollkommen glatte Verbindung von zwei Blechen ermöglicht. Das hätte aerodynamische, strukturmechanische und ästethische Vorteile.

Klebe-Technologie

Weiterhin verstärkt Premium Aerotec aktuell seine Aktivitäten bei der Entwicklung der Klebe-Technologie. Zusammen mit Airbus und weiteren Partnern aus der Forschung und Entwicklung wird eine Anwendung des Klebens für bestimmte Bauteile der Flugzeugfamilie des Airbus 320 untersucht.

Die Übertragung der Klebetechnologie auf diese Flugzeugtypen würde eine der heutigen Schlüsselkompetenzen von Premium Aerotec stärken und damit die Einbindung in die Lieferkette von Airbus weiter festigen.

Premium Aerotec will weitere Fördergelder aus dem neuen Luftfahrtforschungsprogramm Lufo VI der Bundesregierung beantragen. Damit sollen vor allem die Kompetenzen im Bereich Flugzeugteile-Montage, aber auch hinsichtlich neuer Werkstoffe und Automatisierung weiterentwickelt werden.

Neue Werkstoffe

Ab 2020 will Premium Aerotec im Technologiezentrum Nordenham auch Untersuchungen über neue thermoplastische CFK-Werkstoffe starten. Ziel aller Projekte ist, zusammen mit Partnern und in direktem Anschluss an die Fertigung im benachbarten Einswarder Werk den Standort Nordenham vorzubereiten auf unterschiedlichste mögliche Szenarien für einen potenziellen Nachfolger der A 320-Familie.

Wie die NWZ weiter auf Anfrage erfahren hat, unterstützt Premium Aerotec grundsätzlich die Bestrebungen des Geschäftsführers des TZN, Jürgen B. Mayer, wonach das Technologiezentrum breiter aufgestellt und damit unabhängiger von Premium Aerotec gemacht werden soll. Die Strategie, das vorhandene Know How nicht nur für den Flugzeugbau, sondern auch für die Branchen Schiffsbau und Windkraft zu nutzen, bietet aus Sicht von Premium Aerotec eine Chance, dass sich diese Industrien gegenseitig befruchten.

Leuchtturmprojekt

Nach Einschätzung von Premium Aerotec könnte in Nordenham ein echtes Leuchtturmprojekt entstehen: Wenn es gelingt, für diese Branchen ein Programm zur Qualifizierung von Menschen für künftige Herausforderungen der Digitalisierung der Arbeitswelt zu entwickeln. Das Technologiezentrum könnte praktische Ausbildungsmöglichkeiten für bereits heute überall gesuchte Fachkräfte bieten. Premium Aerotec unterstützt mit Partnern aktiv alle entsprechenden Aktivitäten.

Strategie des Landes

Die Idee, Unterstützung durch Berücksichtigung in der Luftfahrtstrategie Niedersachsens zu bekommen, bewertet Premium Aerotec ausdrücklich positiv. So könnten zum Beispiel für gezielte Qualifizierungsangebote Fördergelder beantragt werden.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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