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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Verkaufsgerüchte sorgen für Unruhe

27.09.2017

Einswarden Lange Zeit herrschte Ruhe. Aber jetzt kochen die Gerüchte, dass der europäische Luftfahrtkonzern Airbus seine Tochtergesellschaft Premium Aerotec (PAG) verkaufen will, wieder hoch. Diese Spekulationen versetzen die rund 3000 Beschäftigten des Einswarder PAG-Werkes in Alarmstimmung. Sie fragen sich, wie es mit dem Unternehmen weiter geht und ob die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze gewährleistet ist. „Unter den Kollegen herrscht Unruhe“, beschreibt Betriebsratsvorsitzender Michael Eilers die Stimmung in der Belegschaft,, „das ist ein großes Thema.“

Kein klares Dementi

Allerdings kann zurzeit niemand genau sagen, was an den Spekulationen dran ist. Wie berichtet, hatte die Zeitung Die Welt am Wochenende einen Artikel veröffentlicht, in dem sie die Verkaufspläne schilderte und sich dabei auf „Branchenkreise“ bezog. Auf Nachfrage der NWZ verwies PAG-Sprecher Markus Wölfles auf den Mutterkonzern. Und die Auskunft, die aus der Airbus-Zentrale kam, war auch nicht viel aufschlussreicher. „Wir sind mit Gerüchten über einen Verkauf von Premium Aerotec seit mehr als einem Jahrzehnt konfrontiert“, sagte Airbus-Sprecher Stefan Schaffrath, „wir kommentieren diese aus Prinzip nicht.“ Ein klares Dementi klingt anders.

Die Arbeitnehmervertreter bei Premium Aerotec halten sich mit Stellungnahmen zurück. Der Nordenhamer Betriebsratsvorsitzende Michael Eilers betont, dass „noch nichts Konkretes“ bekannt sei. Für ihn kommen die neu aufgeflammten Spekulationen um einen möglichen Verkauf des Unternehmens überraschend. Das gilt ebenso für die Mutmaßung, dass der kanadische Finanzinvestor Onex als Interessent im Gespräch sein soll.

In der Gerüchteküche wird verbreitet, dass Onex bereits sondierende Gespräche mit Airbus über eine komplette oder teilweise Übernahme von Premium Aerotec geführt habe. Bei PAG mit den Standorten in Nordenham, Augsburg, Varel, Bremen, Hamburg und im rumänischen Brasov sind rund 10 000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen hat einen Jahresumsatz von etwa 2 Milliarden Euro aufzuweisen und schreibt nach zwischenzeitlichen Turbulenzen wieder schwarze Zahlen. Kerngeschäft sind die Entwicklung und Herstellung von Flugzeugstrukturen aus Metall und carbonfaserverstärktem Kunststoff für Airbus. Der hochtechnologisierte Standort Nordenham ist auf die Produktion von Rumpfschalen spezialisiert.

Strategische Frage

Bei der Frage, ob sich Airbus von seiner Tochtergesellschaft PAG trennen soll, geht es um eine strategische Weichenstellung. US-Konkurrent Boeing hat diesen Schritt bereits vollzogen und seine Teilefertigung ausgegliedert, um sich auf die Endmontage der Flugzeuge zu konzentrieren.

Schon seit der Gründung der Premium Aerotec GmbH, in der zum 1. Januar 2009 die Airbus-Werke in Nordenham und Varel sowie der EADS-Standort Augsburg zusammengefasst wurden, ist der mögliche Verkauf an einen Investor immer wieder ein Thema. Vorübergehend beruhigte Konzernchef Tom Enders die Gemüter, als er 2014 verkündete, dass Airbus das Tochterunternehmen brauche und „einstweilen“ kein Anlass bestehe, die strategischen Ziele zu ändern. Er schloss aber nicht aus, dass die Verkaufspläne eines Tages wieder auf den Tisch kommen können.

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