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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Flugzeugbauer in Nordenham für 24 Stunden im Streik

01.02.2018

Einswarden Alle Hände gingen nach oben, als Michael Schindler die entscheidende Frage stellte. Der Wesermarsch-Geschäftsführer der IG Metall hat die in der Gewerkschaft organisierten Mitarbeiter der Premium Aerotec GmbH (PAG) darüber abstimmen lassen, ob sie zu ganztägigen Warnstreiks bereit sind. Das Meinungsbild war eindeutig. In allen drei Versammlungen, die den Schichtzeiten bei PAG angepasst waren, erntete Martin Schindler ein uneingeschränktes Ja.

„Unsere Mitglieder stehen mit überwältigender Mehrheit hinter den ganztägigen Warnstreiks“, freut sich der IG-Metall-Geschäftsführer aus Nordenham über das eindeutige Votum. Damit ist es beschlossene Sache, dass ab diesen Freitagmorgen für 24 Stunden die Arbeit in dem Flugzeugwerk ruhen soll.

Hintergrund der Protestaktion ist der aus Sicht der Gewerkschaft unbefriedigende Verlauf der Tarifverhandlungen. Die IG Metall will mit dem 24-Stunden-Warnstreik, der am Freitag bei Premium Aerotec um 6 Uhr beginnen soll, den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. „Wir zünden die nächste Eskalationsstufe“, sagt Martin Schindler, der als örtlicher Streikleiter die Fäden zieht.

An den drei Versammlungen auf dem Werksgelände, in denen die Gewerkschaft über den Stand der Tarifauseinandersetzung informierte und ein Meinungsbild zur Streikbereitschaft einholte, nahmen insgesamt etwa 1000 PAG-Beschäftigte teil. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad in dem Nordenhamer Flugzeugwerk ist laut Martin Schindler sehr hoch und liegt bei etwa 75 Prozent.

Aber nicht nur bei den PAG-Mitarbeitern ist nach Martin Schindlers Einschätzung der Wille groß, „für mehr Geld und mehr Zeit zu kämpfen“. Er verweist darauf, dass die Vorbereitungen für weitere ganztägige Warnstreiks in anderen Metallbetrieben der Wesermarsch angelaufen sind. Gleichzeitig würden Vorkehrungen für Urabstimmungen über einen unbefristeten Erzwingungsstreik getroffen. „Die betrieblichen Streikleitungen sind benannt und werden jetzt kurzfristig auf ihre Tätigkeiten hingewiesen“, sagt Martin Schindler. Noch hätten es die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie aber selbst in der Hand, mit einem tragfähigen Angebot eine weitere Verschärfung des Konflikts zu verhindern.

Neben sechs Prozent mehr Lohn für zwölf Monate macht sich die IG Metall für einen Anspruch auf eine vorübergehende Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden stark. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft einen Zuschuss für die Beschäftigten, die ihre Arbeitszeit verringern und Kinder betreuen, Familienangehörige pflegen oder im Schichtdienst arbeiten. Weitere Themen der Verhandlungen sind eine bezahlte Freistellung vor Prüfungen für Auszubildende und Dual-Studierende, Regelungen zum Personalausgleich und für Umkleidezeiten sowie eine Angleichung der Schichtzuschläge an die südlichen Tarifgebiete.

Die IG Metall Küste verhandelt für 140 000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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