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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Bahnhof In Elsfleth: Zugfahrt endet schon vor Abfahrt

06.02.2020

Elsfleth Es war ein Familientreffen in Hamburg, auf das sich Ardeshir Milani am vergangenen Samstag so richtig freute. Dafür machte sich der 87-Jährige auf den Weg zum Elsflether Bahnhof, um 9.14 Uhr wollte er den Zug nach Bremen nehmen und weiter gen Hamburg reisen. Am Bahnsteig folgte die Ernüchterung.

Die Anzeigetafel informierte, dass der Zug ausfällt. „Stattdessen stand da etwas von einem Bus. Aber es gab überhaupt keine Information darüber, wann der nächste Zug fährt“, erzählt Milani. Im Regen macht er sich auf den Weg zur Stadthalle, wo besagter Bus abfahren soll. Zu Fuß ein Weg von einer Viertelstunde. „Ich hatte Glück, dass ein alter Patient von mir vorbeigekommen ist und mich mitgenommen hat.“ Doch an der Stadthalle wartet kein Bus, der war schon weg. Abgefahren wohl um 9.14 Uhr.

Der Rentner läuft zu dem Reisebüro, wo er tags zuvor für sich und seine Frau die Bahntickets gekauft hatte. Sie plant, um 10.14 Uhr ab Elsfleth für eine Verabredung mit Freundinnen nach Bremen zu fahren. Im Reisebüro folgt die Auskunft, dass keine Auskunft dazu möglich ist, wann wieder ein Zug fährt. Der Lokführer könnte erkrankt sein.

Das Ende der Geschichte: Die Milanis geben auf. „Unsere Termine waren futsch“, sagt Heidi Milani und ist darüber verärgert, dass sie im Reisebüro, wo sie die Tickets gekauft haben, nicht das Geld dafür zurückbekommen können. Dafür muss sich das Ehepaar ein Formular besorgen, dieses ausfüllen und es direkt an die Nordwestbahn schicken.

„Das geht doch so nicht, auf die Bahnverbindungen muss man sich doch verlassen können“, sagt die 82-Jährige: „Muss ich mich beim nächsten Mal selbst ins Auto setzen und mit 80 Sachen über die Autobahn schleichen, was ich nicht mehr so gut kann? Deshalb will ich doch Zug fahren.“

Die NWZ hakt nach. Die Antwort zur Verlässlichkeit von Nordwestbahn-Sprecher Steffen Högemann: „Als Fahrgast sollte man nie erwarten, dass jeder Zug fährt. Auch beim Bahnverkehr kann, genauso wie beim Autofahren, immer etwas passieren. Dann funktioniert der Fahrplan nicht mehr.“ Ein technischer Defekt könne ein Grund sein oder Wetterkapriolen. Oder ein erkrankter Triebwagenführer: Das war am vergangenen Samstag die Ursache dafür, dass je drei Verbindungen von Nordenham gen Bremen und zurück ausgefallen sind. Ein Ersatzlokführer sei nicht verfügbar gewesen. Es gebe derzeit keinen Bereitschaftsdienst für diese Region, weil die verkehrsvertraglichen Regelungen mit der Landesnahverkehrsgesellschaft und dem Bremer Senat so gestaltet seien. „In den Verträgen ist geregelt, wie viele Bereitschaftsdienste vorgehalten werden müssen“, so Steffen Högemann. Die Nordwestbahn würde kein Ausschreiben gewinnen, wenn sie einen Bereitschaftsdienst in ihr Angebot einkalkuliert, der laut Ausschreibung nicht gefordert sei.

Jetzt sei ein neuer Vertrag unterzeichnet worden, so Högemann: Ab Ende 2021/Anfang 2022 würden fünf Triebwagenführer eine Bereitschaft bilden, so dass bei Krankheitsfällen innerhalb von 30 Minuten Ersatzpersonal vor Ort sei.

Milanis nützt das nun natürlich nichts. Worüber sich Ardeshir Milani besonders ärgert, ist die schlechte Informationspolitik: „An der Anzeigetafel am Bahnsteig hätte doch wenigstens der nächste Zug angezeigt werden können.“ Der wäre um 10.14 Uhr sogar gefahren, die Verbindung um 11.14 Uhr ist wieder ausgefallen. „Aber wie hätte man das wissen sollen?“, fragt Adeshir Milani: „Da stand nichts.“

Lediglich 25 Prozent der Ticketpreise stünden dem Ehepaar als Rückerstattung zu, erklärt Högemann, weil sie eine andere Verbindung hätten nehmen können. Gegenüber der NWZ wurde aber zugesichert, den Fall wohlwollend und kundenfreundlich zu regulieren.

Anja Biewald Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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