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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Schwerlastkrane haben tragende Rolle

24.08.2018

Elsfleth /Berne Imposante Bilder bieten sich derzeit in Huntebrück. Neben der alten Hubbrücke wuchsen am Donnerstag weitere Stahlgiganten in den Himmel: Ab diesem Freitagabend werden die beiden Schwerlastkrane mit Auslegern von 70 Metern Länge, die auf Berner und Elsflether Seite aufgebaut werden, eine wahrlich tragende Rolle übernehmen: Sie werden den 54 Meter langen und 310 Tonnen schweren Überbau der alten Hubbrücke an Land heben und auf der Elsflether Seite ablegen. Der Überbau wird auf so genannte SPMT (Self-Propelled Modular Transporter) gehievt. Auf diesen fahrbaren Plattformen für große Lasten kann das Brückenteil zur weiteren Demontage bewegt werden.

Damit und mit dem vorherigen Umlegen der beiden 30 Meter hohen und 40 Tonnen schweren Hubtürme aus genietetem Stahlfachwerk endet die Zeit eines Wahrzeichens der Region. Seit Mitte der 1950er Jahre hatte sie den gesamten Verkehr in Nord-Süd-Richtung zu tragen – bis zur Eröffnung der neuen Klappbrücke im Dezember 2015.

Umzug gescheitert

Und dieses technische Baudenkmal hätten viele gerne stehen gelassen – oder an einem anderen Ort wieder errichtet. Einen solchen Vorstoß hatte der damalige Elsflether Bürgermeister Diedrich Möhring gemacht: Er hatte vorgeschlagen, das Bauwerk zu demontieren und über die Hunte an die Mündung des Lienekanals zu bringen. Dort könnte sie wieder aufgebaut werden und ein rund fünf Hektar großes Gelände nördlich des maritimen Campus’ erschließen. Die Stadt wollte einen symbolischen Preis für die Brücke zahlen, danach aber alle Unterhaltungskosten tragen. Da aber niemand für den millionenschweren Ab- und Aufbau aufkommen wollte, scheiterte dieses Projekt.

Die Finanzen sind letztlich – neben der Tatsache, dass die zuständige Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sich gegen die zwei Brücken ausgesprochen nicht – auch der entscheidende Grund, dass die Brücke nicht an Ort und Stelle verbleiben kann. „Wir haben andere Verwendungsmöglichkeiten ja geprüft“, betont Frank Zielesny, stellvertretender Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg. Die Unterhaltung würde aber in die Hunderttausende gehen; und das nicht einmalig. Allein die anstehende Erneuerung der Stahlseile wäre mit einem sechsstelligen Betrag zu Buche geschlagen. Zudem sei die robuste aber alte Technik der Brücke sehr störanfällig gewesen.

Die Funktionstüchtigkeit der Brücke hätte beim Belassen am Standort auf jeden Fall aber aufrecht erhalten werden müssen – auch wenn sie nicht mehr genutzt werde. So ist etwa vorgesehen, dass der Überbau ab Windstärke 8 runtergefahren werden müsse. Auch hätte das Bauwerk regelmäßig überprüft werden müssen. „Irgendwann ist einfach der Punkt erreicht, an dem der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag steht.“

Vor allem aber sei auch die Durchfahrtshöhe mit rund 22 Metern eingeschränkt, erläutert Zielesny einen weiteren Grund, vorgesehen seien 30 Meter. Allein schon aus diesem Grund habe die zuständige Wasser- und Schifffahrtsverwaltung den Erhalt der alten Brücke abgelehnt. Der Denkmalschutz wurde aufgehoben und durch ein Änderungsverfahren auch im Planfeststellungsbeschluss verankert.

Baustelle nicht betreten

Gearbeitet wird auf der Baustelle an diesem Wochenende übrigens rund um die Uhr. Den Auftrag zum Rückbau hat das Elsflether Unternehmen Tiesler Hoch- und Tiefbau erhalten. Flutlichtmasten werden die Nacht auf Samstag zum Tag machen. Wohl wissende, dass die Aktion auch bei interessierten Bürgern auf großes Interesse stoßen dürfte, bittet Frank Zielesny eines zu beachten: „Wir arbeiten mit schwebenden Lasten. Die abgesperrte Baustelle darf allein schon aus Sicherheitsgründen auf keinen Fall betreten werden.“ Während des Rückbaus der Hubbrücke wird die Hunte für die Schifffahrt vollständig gesperrt.

Läuft alles optimal, ist die Hubbrücke somit am Samstagabend Geschichte. Der Sonntag dient als zeitlicher Puffer und kann zum Rückbau der Krane genutzt werden. Nur zu starker Wind könnte den Zeitplan noch durcheinander wirbeln.

Markus Minten
Redaktionsleitung Brake
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2301

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