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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Die lange Reise der Glasaale

28.03.2019

Elsfleth Aus den Wolken schüttet es eimerweise, das Thermometer klettert nicht über drei Grad Celsius. „Norddeutsches Schietwetter eben“, schaut Detlef Meßjetz, Sportwart im Sportfischerverein Elsfleth, mit skeptischen Blick in den grauen Himmel. Doch die hartgesottenen Angler lassen sich nicht davon abhalten, ins Wasser zu gehen und insgesamt 11 000 Glasaale auszusetzen.

„Das Wasser kommt dann eben von oben und von unten“, scherzt der erste Vorsitzende Sven Kahnke, der in regendichter Kleidung eine weiße Tonne voller tummeliger Glasaale langsam in den Lienekanal bei Elsfleth ausgießt. Dabei ist Vorsicht geboten, denn die Glasaale sollen sich bei dieser Aktion nicht unnötig verletzen. Insgesamt 7000 Tiere werden hier ausgesetzt. Die jungen Glasaale sind erst um die fünf Zentimeter lang und durchsichtig, was ihnen den Namen beschert.

Danach geht es weiter zum Jachthafen in Lienen. An der Slipanlage werden weitere 4000 Glasaale freigelassen. „Wichtig ist, dass die jungen Aale in Gewässer gesetzt werden, in denen sie abwandern können“, erklärt Martin Heidenreich, zweiter Vorsitzender des Sportfischervereins.

Der Jachthafen und der Lienekanal sind mit der Weser verbunden. Von hier aus beginnt ihre Reise in die atlantische Sargassosee in der Nähe der Bahamas. Hier laichen und sterben die Tiere. Doch ihr Weg ist voller Gefahren.

Nicht nur natürliche Räuber schätzen den Glasaal. Leider gilt er vor allem als Delikatesse in asiatischen Ländern, so dass an der französischen Atlantikküste immer wieder große Mengen illegal gefangen werden. Auch die Glasaale, die in Elsfleth ausgesetzt wurden, stammen größtenteils von einer Beschlagnahmung des französischen Zolls. Somit sinken die Aalbestände weltweit.

„In unserer Region sieht es auch nicht gut aus“, erklärt Klaus Bargmann vom Anglerverband Niedersachsen. Damit sich das ändert, fördert das zuständige Dezernat des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) die Binnenfischerei mit Landes- und EU-Mitteln. Ziel ist, die Blankaalabwanderung aus Flüssen zu erhöhen und eine kontinuierliche Erhöhung der Aalbesatzmengen zu erreichen.

Blankaal nennt man Aale, die ein fortgeschrittenes Reifestadium erreicht haben. Die Aalbesatzförderung wird zentral vom Anglerverband Niedersachsen organisiert. Zahlreiche Vereine des Anglerverbandes sowie Pacht- und Besatzgemeinschaften nehmen an dieser Aktion im Frühjahr teil. So wie der Sportfischerverein, der sich in diesem Jahr zum ersten Mal dafür angemeldet hat.

Erfahrung haben die Vereinsmitglieder bereits mit dem Aussetzen von Zander, Hecht und Karpfen. Nun möchten die Angler, denen der Naturschutz ebenso am Herzen liegt, sich für die Aale einsetzen. Dafür nehmen sie es auch in Kauf, dass das Wetter an diesem Tag nicht ganz so mitspielt.

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