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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Familienbetrieb In Elsfleth: „Der beste Busfahrer der Welt“

22.11.2019

Elsfleth Der blau-weiß lackierte Omnibus ist startklar. Es kann losgehen. Wilfried Gebkens Tour an diesem Freitag führt ihn zur Grundschule Lienen. Dort steigen Grundschüler zu. Wie immer wird der Bus vom Liener Betriebsgelände rollen und sich Wilfried Gebken umschauen. Er wird den Blinker setzen und rechts abbiegen. Es ist heute das letzte Mal, dass er den Schulbus steuert.

Für Wilfried Gebken ist Schluss. Er hängt seine Busfahrer-Lizenz an den Nagel, hat keine Verlängerung mehr beantragt. Das ist dem 83-Jährigen nicht leicht gefallen. „Das war sein Lebenselixier“, merkt seine Frau Christa (83) an. Die beiden sind seit 1959 verheiratet und übernahmen den Familienbetrieb 1975 von Heinrich und Frieda Gebken, die ihn im März 1931 als Mietwagenbetrieb in Elsfleth gegründet hatten. „Am heutigen Standort von Breipohl“, erzählt Wilfried Gebken. Sein Vater Heinrich habe beispielsweise Ärzte für die Visite bei Patienten über Land bis nach Moorriem gefahren. Auch chauffierte er Viehhändler durch die Gegend, brachte Kranke nach Brake und nach Oldenburg und wieder zurück. Ausflüge, so erzählt Wilfried Gebken, gehörten früher eher selten zu den Aufträgen.

Der Familienbetrieb überstand den Zweiten Weltkrieg und expandierte. 1953 machte Wilfried Gebken seinen Führerschein und stieg voll ins elterliche Geschäft ein. Von ihm ging auch die Initiative aus, als 1963 der erste Omnibus angeschafft wurde und das Unternehmen mit dem Schulbusverkehr und den Urlaubsfahrten begann.

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Die Zeit der Fernreisen mit dem Omnibus waren auch damals schon populär. Fahrten wurden beispielsweise an den Rhein, in den Schwarzwald, nach Österreich und Spanien angeboten. Es war aber immer auch mit einem Risiko behaftet. Wie viele Fahrgäste meldeten sich an? Mit dem ehemaligen Landrat Udo Zempel fuhr er sogar nach Polen und Russland.

Wilfried und Christa Gebken hatten alle Hände voll zu tun. „Wir haben die Strecken ausgesucht und auch die Quartierte gemacht“, erinnern sich die beiden. Wilfried Gebken schrieb sogar ein Bordbuch. „Es gibt tolle Anekdoten zu erzählen“, sagt er schmunzelnd. Bei den Fahrten hätten sich beispielsweise Mitreisende kennen und lieben gelernt. Ehen wurden geschlossen, die noch heute hielten.

Die Omnibus-Flotte wuchs an. Weil der Fußball-Bundesligist SV Werder Bremen damals über keinen geeigneten Bus verfügte, fuhr Wilfried Gebken hin und wieder die Profis zum Stadion oder ins Trainingslager. Während Wilfried Gebken hinter dem Lenkrad saß, kümmerte sich seine Frau Christa um das Geschäftliche im Elsflether Büro. Sie sorgte auch dafür, dass die Busse nicht einfach nur mit weißer Lackierung durch Deutschland und Europa rollten. „Die Busse mit Wolken, Vögeln und Sonne zu versehen, war ihre Idee“, so Wilfried Gebken.

Als ihr Sohn Lutz-Rainer 1983 in den Betrieb mit einstieg, den er seit 1992 mit Ehefrau Claudia führt, zog sich Wilfried Gebken etwas zurück. Sohn Thorsten und Tochter Gabriela hatten von vornherein andere berufliche Wege eingeschlagen. Und Wilfried Gebken widmete sich nun seiner Passion: Er fuhr Mädchen und Jungen zum Kindergarten und kurvte auch mit dem Schulbus durch die Wesermarsch. Er war beliebt bei seinen jungen Fahrgästen.

Das zeigte sich vor allem in der Adventszeit. Zu Weihnachten war das Armaturenbrett seines Schulbusses voll mit Süßigkeiten – und mit Briefen von Schulkindern. „Der beste Busfahrer der Welt“ stand beispielsweise auf einer Karte, versehen mit einem bunten Omnibus-Bild. Und immer wieder gab es Gespräche, die sich um ein Thema drehten: „Weißt du eigentlich, dass du schon meine Oma gefahren hast?“ Wilfried Gebken ist eben bekannt bei Alt und Jung. Und absolut verlässlich sowie fürsorglich: Mit Zetteln von Eltern wie „Jette steigt heute bei Manuela aus“ wusste er, dass das unter den Familien abgesprochen war.

Wilfried Gebken setzt sich nicht zur Ruhe, wird seinem Sohn und dem Betrieb weiter zur Verfügung stehen. Familie und Unternehmen sind sein Lebenselixier, geben ihm Lebensfreude.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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