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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Friseur-Handwerk in der Wesermarsch: Ansturm lässt Leitung zusammenbrechen

27.02.2021

Elsfleth An drei Vormittagen haben Friseur Eugen Janzen und sein Team Termine für den neuen Salon an der Steinstraße 33 entgegengenommen, damit sie an diesem Montag gleich durchstarten können.

Am ersten Tag war der Andrang so groß, dass die Telefonleitung zusammenbrach. Am dritten Tag war der Salon bis Ende März ausgebucht. Dabei öffnet der Salon im März auch montags. Doch durch die Corona-Vorgaben kann das Team nur wenige Termine vergeben.

Begrenzte Kundenzahl

„Damit die Abstände eingehalten werden, dürfen nur vier Kunden gleichzeitig im Salon sein“, sagt Janzen. Normalerweise könnte während bei einem Kunden Farbe einwirkt noch einem weiteren Kunden die Haare geschnitten werden. Durch die Beschränkung der Kundenanzahl im Laden geht das nicht. Dass ihm durch die Corona-Pandemie bei seinem Start in die Selbstständigkeit jede Menge Steine im Weg liegen, konnte Janzen vor über einem Jahr noch nicht wissen. Damals hatte sein Chef, Friseurmeister Hein-Gerd Rehse, gefragt, ob er einen seiner Salons übernehmen wolle.

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1998 begann Eugen Janzen seine Ausbildung zum Friseur bei Rehse – in dem Elsflether Salon. 2001 – ein halbes Jahr vorgezogen – bestand er seine Prüfung mit Auszeichnung. 2002 übernahm er die Leitung des Salons im Famila Center. 2011 wechselte er wieder nach Elsfleth. Nun hat er den Salon als Geschäftsführer übernommen. Seinem ehemaligen Chef, Hein-Gerd Rehse, dankt er für die Unterstützung.

Den Salon hat Eugen Janzen komplett renoviert. „Jetzt ist alles auf dem neuesten Stand“, sagt er. Gut 20 000 Euro hat er in die Renovierung investiert, überschlägt er grob.

Angesichts der Summe und dem ständigen Hin und Her in der Corona-Pandemie hat er „immer noch Bammel“, gibt Eugen Janzen zu. Bisher hat er noch keinen Cent verdient, trotzdem muss er alle Rechnungen bezahlen. Corona-Hilfen kann er nicht beantragen. „Eigentlich ist es eine Weiterführung des Salons, es gilt durch den Inhaberwechsel aber als Neueröffnung“, erzählt der 45-Jährige.

Bürokratische Hürden

Drei Mitarbeiterinnen und zwei Auszubildende hat Janzen übernommen. Kurzarbeitergeld kann er nur für die in Vollzeit angestellte Meisterin und nach sechs Wochen auch für die Azubis anmelden. Für die Mitarbeiterin in Teilzeit und eine 450-Euro-Kraft gibt es nichts. Das Kurzarbeitergeld für Januar sei inzwischen genehmigt, aber noch nicht da, sagt er. Trotz des angeordneten Lockdowns habe er erst eine schriftliche Bescheinigung vorlegen müssen, dass er nicht öffnen dürfe, sagt Janzen, das habe alles verzögert. Die Antragstellung müsse unbürokratischer laufen, damit die Hilfen schneller ankommen, findet Eugen Janzen.

Aus eigener Tasche

Seine Mitarbeiter hat er trotzdem bezahlt, von den Resten des Darlehens, das er für die Neueröffnung aufgenommen hatte. „Dafür fehlen jetzt im Laden noch ein paar Utensilien. Deko haben wir noch keine. Aber die Mitarbeiter zu bezahlen, war mir wichtiger“, sagt Eugen Janzen.

Dennoch hat er sie schon vorgewarnt, dass der nächste Lohn wahrscheinlich nicht pünktlich kommen wird. Für die Geduld und das Verständnis seiner Mitarbeiter ist er dankbar. Einen großen Dank richtet er auch an seine Kunden, für die Treue und die Geduld, die auch sie in der nächsten Zeit an den Tag legen müssen, wenn sie nicht so schnell einen Termin bekommen.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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