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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Landwirtschaft In Elsfleth: Mit großen Maschinen im Mais

26.09.2019

Elsfleth Eigentlich sind die Landwirte in der Wesermarsch dankbar für jeden Tropfen Regen, der vom Himmel fällt – nach dem Dürrejahr 2018 sind die Wasservorräte in den Böden längst noch nicht wieder aufgefüllt. In den nächsten zwei Wochen können viele von ihnen Wasser von oben jedoch gar nicht gebrauchen, denn die Maisernte ist in vollem Gange. Und die geht umso reibungsloser über die Bühne, je trockener und befahrbarer die Flächen sind.

Bei Lohnunternehmer Malte Lübben, Geschäftsführer des Elsflether Unternehmens Büsing & Lübben, klingelt in diesen Tagen fast pausenlos das Handy. Da der Mais jetzt überall reif ist, steht bei vielen Landwirten gleichzeitig die Ernte an. Da praktisch kein Betrieb einen eigenen Maishäcksler besitzt, nutzen sie die Dienste der Lohnunternehmer, die Maschinen und Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Büsing & Lübben hat zwei Maishäcksler, und Malte Lübben versucht die Einsätze so geschickt zu planen, dass er möglichst viele Kundenwünsche unter einen Hut bekommt.

Im Team unterwegs

Ein Ernteteam besteht immer aus einem Häcksler und zwei bis acht Häckselwagen – je nachdem, wie weit das Maisfeld vom Siloplatz entfernt ist. „Vorne am Häcksler befindet sich ein Schneidwerk, das so genannte Maisgebiss“, erläutert Malte Lübben. Mit rotierenden Messern werden die Pflanzen abgeschnitten und mit dem Fuß voran in den Häcksler hineingezogen. Dort werden zunächst die Stängel verdichtet und dann in einer rotierenden Trommel gehäckselt. Im Anschluss werden die Maiskörner im sogenannten Corn-Cracker zerrieben – zwei Walzen von etwa 20 Zentimeter Durchmesser, die sich im Abstand von einem Millimeter zueinander drehen. Das hat einen Grund: Die ganzen Körner wären als Futter für die Kühe unverdaulich. Das gehäckselte und zerriebene Pflanzenmaterial wird erst nach diesen Schritten durch den Turm auf den Häckselwagen hinausgeworfen.

Haltbar durch Gärung

Mit diesem Häckselwagen wird der Mais dann auf den Betrieb des Landwirts gebracht, wo die Masse zu großen Silohaufen zusammengefahren und so verdichtet wird, dass möglichst kein Sauerstoff mehr im Silostock bleibt. Dann nämlich kann eine Milchsäuregärung stattfinden, die den Mais haltbar macht, damit er über den Winter als Viehfutter verwendet werden kann. Maissilage wird außerdem zur Vergärung in Biogasanlagen eingesetzt.

Pro Tag schafft ein Ernteteam auf den Feldern bis zu 30 Hektar. In der Wesermarsch wird auf etwa 5000 Hektar Mais angebaut, das entspricht etwa neun Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche. Der Rest wird fast ausschließlich als Dauergrünland genutzt.

„Mais ist für Rinder eine gute Futterergänzung zum Gras, da es einen größeren Energiegehalt hat“, erläutert Landwirt Hendrik Lübben, stellvertretender Vorsitzender des Kreislandvolkverbands Wesermarsch. Die Maisernte falle dieses Jahr recht ordentlich aus, wobei sich die Qualität der Maissilage endgültig erst nach der Gärung beurteilen lässt. Maishäcksler sind einerseits faszinierende Multifunktionsmaschinen, flößen anderen Verkehrsteilnehmern durch ihre Größe aber andererseits auch gehörigen Respekt ein.

„Für die Lohnunternehmer ist die Rücksichtnahme vor allem auf Radfahrer und Fußgänger wichtig“, betont An-drea van Eijden, Präsidentin der Landesgruppe Niedersachsen im Bundesverband Lohnunternehmen, die mit ihrem Mann Godfried zusammen ein Lohnunternehmen in Großenmeer führt. „Wir versuchen zum Beispiel, in einem Kreisverkehr zu fahren, damit sich die Fahrzeuge auf den schmalen Feldwegen nicht begegnen müssen.“ Außerdem würden die Fahrzeuge innerorts nicht schneller als 30 Stundenkilometer schnell fahren und Touren so geplant, dass Schulen, Kindergärten oder andere neuralgischen Punkte möglichst vermieden werden.

Gefahr durch Schlamm

„Gerade mit den großen, modernen Maschinen können Belastungen für Anwohner und die Umwelt aber reduziert werden“, so Andrea van Eijden. Die Fahrzeuge seien energieeffizienter geworden, breite Niederdruckreifen verringerten die Belastung für Straßen und Böden, da sie das Gewicht auf eine größere Aufstandsfläche verteilten.

Nicht beeinflussen können Landwirte und Lohnunternehmer jedoch das Wetter: In Regenjahren wie etwa 2017 lassen sich verschmutzte Straßen nicht vermeiden. Um gefährlichen Rutschpartien vorzubeugen, werden die Gefahrenzonen dann gekennzeichnet und die Straßen nach Abschluss der Arbeiten möglichst schnell gereinigt. Malte Lübben, Andrea van Eijden und Hendrik Lübben hoffen daher auch im Interesse der übrigen Verkehrsteilnehmer, dass es während der Erntezeit weitgehend trocken bleibt und solche Maßnahmen nicht notwendig werden.

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