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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Plädoyer für einen sauberen Handel

19.11.2018

Elsfleth Vor 153 Jahren wurde in Elsfleth der Nautische Verein Niedersachsen gegründet. „Diese Jahre waren nicht nur geprägt von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umbrüchen, sondern auch von technischen Entwicklungen in einem nie zuvor da gewesenen Maß“, sagte der Vorsitzende des Nautischen Vereins, Gerd Bielefeld, in seiner Begrüßungsansprache zum 40. Nautischen Essen vor rund 380 Gästen in der Elsflether Stadthalle. Dass ähnliche Umbrüche der genannten Art auch die jüngste Vergangenheit und Gegenwart begleiten, wurde in den Ansprachen der Ehrengäste deutlich. Für musikalische Begleitung der Veranstaltung sorgte der Elsflether Visurgen-Shanty- Chor.

Was die Elsflether Bürger bewegt und was in Elsfleth derzeit bewegt wird, fasste Bürgermeisterin Brigitte Fuchs in ihrem Grußwort zusammen. Auf der Habenseite verbuchte die Bürgermeisterin neue Bebauungspläne, die künftig auch die Unterbringung Studierender sichern, die geplante Spundwandsanierung am Hunteufer und die Etablierungen der Timbercoast Reederei und des Unternehmens Cargo Overseas Surveyor in Elsfleth.

Die Wertigkeit des persönlichen Austausches im Zeitalter digitaler Kurzmeldungen unterstrich der stellvertretende Landrat Dieter Kohlmann: „Das nautische Essen ist immer eine Gelegenheit, im Gespräch Probleme anzugehen und Lösungen zu entwickeln.“

Über die Aktivitäten des Deutschen Nautischen Vereins informierte dessen Vorsitzender Frank Wessels aus Hamburg. Beeindruckt vom Zuspruch und Charakter der Traditionsveranstaltung zeigte sich der Dekan des Elsflether Fachbereichs Seefahrt und Logistik, Prof. Dr. Ralf Wandelt. Der Dekan berichtete über die geplanten Konzepte in der Lehre des Fachbereichs.

Nach dem gemeinsamen Essen (traditionell Ostfriesischer Snirtjebraten) und dem Festvortrag von Minister Björn Thümler (CDU) hielt Kapitän Cornelius Bockermann (Timbercoast Reederei) die Kapitänsrede. Sein engagiertes Plädoyer für emissionsfreie Transporte per Frachtsegler – wie mit dem Segler „Avontuur“ – erhielt viel Beifall. Bockermann mahnte zur Eile, Seetransporte in ökologischer Weise auf den Weg zu bringen. „Wir können nicht warten, bis ausländische Visionäre das Gemeinwohl dieser Transportart erkannt haben und uns voraus sind. Mit geht es darum, den Handel über See sauberer zu machen.“ Gemeinsam mit einem Investor plant die Timbercoast Reederei einen Frachtsegler-Neubau.

Zu aktuellen Themen in den Bereichen Wirtschaft, Schifffahrt, Gesellschaft und Bildung nahm der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Bildung, Björn Thümler (CDU) als Festredner Stellung. Der Bereich „Schiffe und Häfen“ müsste jedem in der Wesermarsch eine Herzensangelegenheit sein, so Thümler. „Wirtschaftskultur und Ausbildungsstätten sind stark der maritimen Welt angepasst, auch die niedersächsischen Werften haben es geschafft, gegen den Trend zu überleben.“ Laut Thümler ist Niedersachsen noch vor Hamburg der größte Reedereistandort. Das nehme man zwar so hin, es sei aber nicht selbstverständlich.

Der Digitalisierung, nicht nur im maritimen Bereich, maß der Minister größte Bedeutung zu. Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren zu Wasser und zu Lande, seien unter anderem die Herausforderungen der Zukunft und würden die Lebensumstände nachhaltig verändern. Thümler betonte, dass die niedersächsische Landesregierung derzeit die Herausforderung, den laufenden Prozess der Digitalisierung, aktiv gestalte. Mit dem Masterplan „Digitalisierung“ werde für verlässliche Rahmenbedingungen im digitalen Transformationsprozess gesorgt.

Bund und Länder hätten aktuell auf die Förderung der Fachhochschulen gesetzt, so solle es bis 2023 neben anderen Förderungen mit Professuren geben. Thümler: „Das dürfte auch für die Jade-Hochschule und den Elsflether Fachbereich Seefahrt und Logistik interessant werden!“

Die Sammlung für die Deutsche Seemannsmission erbrachte 3152,80 Euro.

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