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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Abschied Für Elsflether Brückenwärter: Durchs Spalier in den Ruhestand

29.11.2019

Elsfleth /Oldenburg Da hat er es noch vor ihr in den Ruhestand geschafft: Über den Sommer war die Cäcilienbrücke in Oldenburg ja bereits außer Betrieb gesetzt. Zum Herbst wurde sie doch noch einmal reaktiviert. So konnte sie Holger Otto an seinem letzten Arbeitstag am Donnerstag doch noch per Knopfdruck heben und senken.

Noch einmal hoch, noch einmal runter. Danach ging es für den 63-Jährigen hinaus aus der Kabine der Brückenwärter und gemeinsam mit Lebensgefährtin Waltraud Kutter durch das Spalier der Kollegen vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Jade-Weser-Nordsee. Am Morgen war Otto bereits zu Hause von einer Abholdelegation überrascht worden.

Nach seiner letzten Tätigkeit für das Amt ging es für Otto und seine Kollegen aufs Wasser. Mit dem Arbeitsschiff Drielake fuhr die Gruppe noch einmal unter der gehobenen Cäcilienbrücke hindurch und steuerten dann die WSA-Außenstelle am Werftweg an. Dort wurde der Abschied des scheidenden Kollegen gemeinsam gefeiert.

Otto wurde in Brake geboren und wuchs in Elsfleth auf, wo er noch heute in seinem Elternhaus gemeinsam mit seiner Mutter lebt. Eigentlich lief sein Leben auf eine klassische Handwerkslehre hinaus. Sein Vater war Maurer, dem er hin und wieder auf dem Bau half. Doch ein Hausbesitzer, bei dem sie arbeiteten, berichtete dann davon, dass Lehrlinge zum Wasserbauwerker gesucht würden. 1971 fing Otto beim WSA an und erinnert sich heute an eine abwechslungsreiche Lehrzeit.

Er half dann über Jahre mit, die Wasserstraßen in der Region schiffbar zu halten. Zudem arbeitete er auf einem Spülfeld in Blexen (Nordenham). 1999 kam er dann zunächst vertretungsweise, ab 2000 dauerhaft im Brückenwärterhäuschen der Cäcilienbrücke zum Einsatz.

Neben den Macken, die das 1927 errichtete Bauwerk heute hat, erlebte Otto auch die eine oder andere Kuriosität. Zum Beispiel Schiffer, die mit allerlei Tricks ihren Kahn tieferlegten, um unter der Brücke hindurchzukommen. Oder dieser eine 1. April, an dem unbekannte Scherzbolde auf der Brücke wohl eine Bettdecke ausgeleert hatten und alles mit Federn bedeckt war – natürlich schön bei Regen.

Nun ist das Ende der Cäcilienbrücke nah. Im Frühjahr soll das bewegliche Brückenteil ausgehoben werden und in den kommenden Jahren an selber Stelle ein Neubau entstehen. Otto sieht das eher pragmatisch. „Die Brücke hat halt schon ein paar Jahre auf dem Buckel.“ Allerdings ist er sich selbst nicht ganz sicher, ob er vielleicht doch noch emotional wird, wenn er die Abrissarbeiten mit eigenen Augen sieht.

Bis dahin ist noch ein bisschen Zeit. Holger Otto wird sie nutzen für Arbeiten am Haus, im Garten, fürs Fischen von seinem Sportboot aus – und stellenweise doch die Cäcilienbrücke vermissen.

Patrick Buck Redakteur / Redaktion Oldenburg
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