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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Naturschutz sorgt für Unmut in Elsfleth

03.07.2019

Elsfleth Nicht nur die Elsflether Werft, 1916 gegründet, befürchtet nach den Worten von Elsfleths Bürgermeisterin Brigitte Fuchs „große Auswirkungen auf ihre Bereiche“, sollte die Naturschutzverordnung „Untere Hunte“ nicht den Bedürfnissen der Industriebetriebe und Unternehmen angepasst werden. In sehr großer Sorge sei auch Omni-Pac, sagte Ratsherr Edgar Di Benedetto (UWE), der auch dem Betriebsrat des mittelständischen Unternehmens angehört, das seit 1960 seinen Sitz in Elsfleth hat. „Ohne Arbeit läuft gar nichts. Da hilft auch das größte Naturschutzgebiet nichts“, so seine Meinung in der jüngsten Stadtratssitzung.

Worum geht es: Die untere Hunte von Oldenburg-Kreyenbrück bis zum Huntesperrwerk ist ein Bestandteil des europaweiten ökologischen Netzes „Natura 2000“ und wegen gemeinschafts-rechtlicher Verpflichtungen als Schutzgebiet zu sichern. Geschützt werden durch die Verordnung, neben zahlreichen Brut- und Gastvögeln in den Bereichen des Vogelschutzgebietes, überwiegend typische Arten und Lebensraumtypen der Flussgebiete. Die Regelungen der Europäischen Union sind in nationales Recht überzuleiten.

Wie bei der jüngsten Sitzung des Elsflether Stadtrates zu erfahren war, liegt das geplante Naturschutzgebiet (NSG) außendeichs und umfasst auch große Flächen des Elsflether Sands. Die Stadt Elsfleth wird dazu laut Brigitte Fuchs bis zum 22. Juli eine Stellungnahme abgeben müssen, sich zuvor aber noch mit dem Landkreis Wesermarsch und Industriebetrieben abstimmen. In der Stellungnahme zum Verfahren wird ausgeführt, dass in der Stadt Elsfleth umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen für Vorhaben Dritter erfolgen, unter anderem zum Bau und zur Erweiterung des Jade-Weser-Ports. Aus Sicht der Stadt Elsfleth werde die hiesige Region über Gebühr belastet. Ferner könnten unter Naturschutz gestellte Gebiete Auswirkungen auf künftige Vorhaben in der Wirtschaft, dem Städtebau und der Landwirtschaft haben.

Die Stadt Elsfleth verweist auf das Verfahren zur Unterschutzstellung der Tideweser. Die Wirtschaft, vor allem Betriebe direkt am Ufer, hatten um möglichst wenig Einschränkungen gerungen und um eine Unterschutzstellung als Landschaftsschutzgebiet (LSG), das weniger Restriktionen kennt. Einige weitere Teilbereiche der Wesermündung, die unmittelbar vor Hafen- und Werftanlagen liegen, wurden ergänzend als Landschaftsschutzgebiete gesichert. Als Ergebnis wurden im Verfahren zur „Tideweser“ vor Nordenham und Brake sowie vor Berne und Lemwerder Landschaftsschutzgebiete eingerichtet, die einen geringeren Schutzstatus haben.

Die Stadt Elsfleth bittet in der Stellungnahme darum, dass dieselbe Regelung ebenfalls Anwendung für den Bereich der Stadt Elsfleth findet.

In unmittelbarer Nähe des geplanten Naturschutzgebietes „Untere Hunte“ befindet sich ein uneingeschränktes Industriegebiet, in dem sich verschiedene Unternehmen mit fast 1000 Arbeitsplätzen angesiedelt haben. Es wird befürchtet, dass die Betriebsstandorte bei Ausweisung eines Natur- oder Landschaftsschutzgebietes gefährdet sein könnten.

Weil der große Tidenhub in der Hunte starke Verschlickungen zur Folge hat, fordert die Stadt Elsfleth unter anderem, jederzeit den Schlickabraum in der Hunte sowie in den angrenzenden Häfen und den Industriebereichen entfernen zu können.

CDU-Ratsherr Günther Vögel erinnerte an das seit 1983 bestehende EU-Vogelschutzgebiet in der Hunteniederung und merkte an, dass der Wert der landwirtschaftlichen Flächen sinke. Er sprach von Enteignung, Entwertung und Entrechtung. Es sollte alles daran gesetzt werden, dass das Naturschutzgebiet bei der Eisenbahnbrücke über die Hunte ende. Alles andere könnten die Ratsmitglieder nicht hinnehmen.

Thomas Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen) merkte an, dass Erbautes auch weiter Bestand habe und erlaubt bleibe. Dem entgegnete Horst Kortlang (FDP), „dass die Kollegen von Bündnis 90 mal über ihre Kröte springen und Einigkeit zeigen sollten“. Wolfgang Nieß (SPD) schließlich sagte: „Naturschutz sollte da aufhören, wo Arbeitsplätze gefährdet werden.“

Gegen die Stimmen von Thomas Wenzel und Gudrun Göhr-Weber von den Grünen sowie Cordula Rebehn (UWE) beschloss der Rat die Stellungnahme der Stadt Elsfleth zum Erlass einer Naturschutzgebietsverordnung „Untere Hunte“. Die Verwaltung wird ermächtigt, die sich bei Besprechungen mit dem Landkreis und den betroffenen Industriebetrieben ergebenden Änderungen einzuarbeiten.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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