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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Erschreckende Krankenhaus-Einblicke

05.04.2019
Betrifft: „Wechselt Helios-Klinikchef nach Brake?“, NWZ- Ausgabe vom 4. April 2019.

Dass der Betriebsrat enttäuscht wäre, ist verständlich. Die Gesamtheit der Bevölkerung unseres Kreises dürfte jedoch herzlich dankbar sein, bliebe uns dieser Arzt, der „hohes Ansehen“ genießt, durch einen Wechsel nach Brake erhalten. Übrigens: Meines Wissens ist er gegen die Auflösung der Geriatrie, der Gynäkologie und der Geburtshilfe gewesen.

Langsam müsste doch jedermann merken, dass da bei Helios einiges nicht stimmt. Da tönt man aus der Vorstandsetage des Konzerns: „Wir stehen fest zum Standort Nordenham.“ Was aber geschieht vor Ort tatsächlich? Alle paar Monate neue Geschäftsführer, ständiger Wechsel in der Ärzteschaft, Abschaffung unrentabler Abteilungen und, und, und ...

Meine Landarztsuche hat mir teilweise erschreckende Einblicke in das deutsche Klinik(un)wesen eröffnet. Die gemeinnützig geführten Kliniken haben ein ruhiges Fahrwasser, arbeiten fast durchweg ohne große Defizite und ihre Ärzte bleiben langjährig im Haus. So wie St. Bernhard in Brake.

Die kommunalen Häuser sind trotz mancher Probleme wie etwa in Oldenburg oder Wilhelmshaven doch zum größten Teil zuverlässige Kliniken, manche sogar mustergültig wie das Frieslandklinikum in Sande und Varel. Eventuelle Gewinne werden in beiden Trägerkonstruktionen nicht eingestrichen, sondern wieder investiert.

Die Konzernkliniken, als große zu nennen Asklepios, Helios, Rhön und Sana, arbeiten unter dem Druck, Gewinn zu erwirtschaften. Geschäftsführer unterschreiben im Arbeitsvertrag Bedingungen, in festgelegten Fristen den Gewinn zu steigern, was nie zu schaffen ist. Also müssen sie gehen.

Ärzte werden oft so behandelt, dass inzwischen bundesweit ein starker Wechseltrend in diesem Bereich zu erkennen ist.

Ich habe Oberärzte, sogar Chefärzte aus solchen Kliniken in NRW und Hessen in der Korrespondenz, die darüber nachdenken, in Zukunft als Praxisinhaber zu arbeiten, weil sie die Faxen ihrer Arbeit gebenden Konzerne dicke haben. Eine Chefärztin sprach gar von „Sklavenhaltung“.

Ich bin gespannt, wann Helios den Standort Esenshamm als Akutklinik aufgeben und aus diesem schönen Haus wie in Sahlenburg bei Cuxhaven eine gewinnbringende edle Fach- oder Kurklinik machen wird (vielleicht in unserem Klima für Allergiker oder Asthmatiker?). ...

Gerhard Roos
Norderschwei

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