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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Defizit bei 5 Millionen Euro – Klinik schreibt weiter rote Zahlen

30.11.2018

Esenshamm Geschäftsführerin Annika Wolter redet nicht drumherum, sondern teilt sogleich unumwunden mit: „Die wirtschaftliche Situation des Helios-Klinikstandortes Nordenham ist weiterhin sehr angespannt.“ Der Standort schreibe weiter rote Zahlen – trotz des Neubaus im Stadtteil Esenshamm, trotz der modernen Medizintechnik und trotz des im Vergleich zum alten Krankenhaus deutlich verbesserten und erweiterten medizinischen Angebotes – und obwohl die Zahl der Patienten ganz stark zugelegt habe.

Neubau belastet

In einem Pressegespräch am Donnerstag schränkte die Klinik-Geschäftsführerin allerdings ein: „Das war auch einigermaßen zu erwarten, weil der Neubau jedes Jahr mit Abschreibungskosten belastet.“

Auf Nachfrage der NWZ bestätigte sie, dass für den etwa 46 Millionen Euro teuren Neubau jedes Jahr Abschreibungen in Höhe von 2,5 Millionen Euro zu Buche schlagen. Hinzu kommt das operative Ergebnis. Dieses Ergebnis des laufenden Betriebes ist, so die Geschäftsführerin wörtlich, „stabil schlecht“.

Einschließlich Abschreibungen werde das Defizit in diesem Jahr bei annähernd 5 Millionen Euro liegen. Rechnet man die Belastungen durch Abschreibungen davon ab, ergibt sich laut Geschäftsführerin ein im Vergleich zu den Vorjahresergebnissen um etwa 2 Millionen Euro verbessertes Ergebnis.

2 Millionen Mehr

Auf die Nachfrage der NWZ, ob diese 2 Millionen Euro Mehrerlöse nicht ein gutes Zwischenergebnis auf dem Weg zu einer wirtschaftlichen Klinik sind, sagte Annika Wolter: „Die Leistungen des Klinikstandortes Nordenham sind gestiegen, aber sie sind noch nicht dort, wo der Helios-Konzern sie haben will.“ Sie fügte hinzu: „Bisher hat unser Unternehmen jedes Jahr die Fehlbeträge in Nordenham ausgeglichen, aber wir werden an diesem Standort nicht auf Dauer auf Pump leben können.“

Zum Hintergrund: Der Helios-Konzern hat das alte Nordenhamer Krankenhaus im März 2014 von der Klinikgruppe Rhön übernommen – genauer: Helios hat Nordenham übernehmen müssen, weil es zu einem Gesamtpaket von 38 Krankenhäusern in Deutschland gehörte, das Rhön an Helios verkauft hat.

Schon vor Rhön, also während der Trägerschaft dieser Wesermarsch-Klinik durch den Landkreis Wesermarsch, sind zuletzt tiefrote Zahlen geschrieben worden.

Das Defizit hat in den Jahren 2013 bis 2015 jeweils 5 Millionen Euro betragen. Für 2016 meldete der damalige Helios-Geschäftsführer Torge Koop eine leichte Trendwende. Inzwischen ist zwar das Betriebsergebnis deutlich verbessert worden. Aber dieser Zuwachs wird durch die Belastungen der Abschreibungen gleichsam aufgefressen. Weitere starke Einnahmeverbesserungen sind also nötig, wenn die Klink aus den roten Zahlen herauskommen will.

Geriatrie zu teuer

Wie will Annika Wolter, die seit Mitte August als Nachfolgerin von Birthe Kirberg die Geschäfte in Esenshamm (98 Planbetten) führt und zugleich weiterhin Geschäftsführerin der Helios-Klinik in Cuxhaven (196 Planbetten) ist, dieses Ziel erreichen?

Ihre Antwort: Zunächst müssen immer wieder Prozesse überdacht und überarbeitet werden. So seien seit dem Start des neuen Klinikbetriebes im Mai vergangenen Jahres Teams komplett neu gemischt und Leitungspositionen neu besetzt worden. Nun sei – wie die NWZ berichtet hat – die Intensivstation neu strukturiert worden. Das sei aber nicht aus wirtschaftlichen Gründen geschehen, sondern zur Verbesserung der Strukturen. „Bei der Schließung der Geriatrie-Station haben dagegen wirtschaftliche Gründe eine wichtige Rolle gespielt“, räumte die Geschäftsführerin auf Nachfrage der NWZ ein.

Klinik-Kooperation

Wie die NWZ ebenfalls bereits berichtete, setzt Helios auch auf Zusammenarbeit zwischen den Helios-Kliniken in Nordenham und Cuxhaven. Der ärztliche Direktor in Nordenham, Dr. Andreas Reents, betonte in diesem Zusammenhang am Donnerstag, dass diese Kooperation keineswegs einseitig laufe. Nordenham leiste ebenfalls wichtige Beiträge. Denn das Behandlungsspektrum des neuen Herzkatheterlabors in Nordenham sei viel größer als das in Cuxhaven. Zum Beispiel seien in Nordenham auch kathetergestützte Behandlungen von Herzrhythmus-Störungen und die Implantation komplexer Herzschrittmacher-Systeme möglich.

Konzept gefragt

Wie will Helios die Defizite weiter reduzieren? Die Antwort von Geschäftsführerin Annika Wolter. „Das ist extrem schwierig. Ich habe kein konkretes Konzept. Wir werden das gemeinsam mit den Führungskräften überlegen müssen.“ Doch damit stehe die Klinik Nordenham in Deutschland und in der Region nicht alleine. „Die Situation ist in nahezu allen Kliniken dieser Größe ähnlich.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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