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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Sie behält Überblick auch im Extremfall

09.11.2017

Esenshamm Im Alter von 18 Jahren hat sie 1977 im damaligen Kreiskrankenhaus Nordenham ihre Ausbildung zur Krankenschwester (heute: Gesundheits- und Krankenpflegerin) begonnen. 40 Jahre später ist Hille Stührenberg eine der vier dienstältesten Mitarbeiterinnen im 120-köpfigen Pflegekräfte-Team am Klinikstandort Nordenham – und denkt nicht daran, aufzuhören. „Für mich war der Dienst bisher nicht am Limit. Mir macht die Arbeit nach wie vor Spaß. Ich habe gerne mit anderen Menschen zu tun. Ich komme gerne zur Arbeit und finde es sehr abwechslungsreich und spannend, jeden Tag andere Situationen vorzufinden“, sagt die 58 Jahre alte gebürtige Iffenserin.

Gleich auf Intensivstation

Nach Abschluss ihrer dreijährigen Ausbildung im Jahr 1980 arbeitete Hille Stührenberg gleich auf der Intensivstation. Von 1983 bis zur Geburt ihres ersten Kindes leitete sie die Intensivstation. 2001 absolvierte sie eine Weiterbildung zur Fachkraft für Intensiv- und Anästhesiepflege. 2004 wechselte sie in die Anästhesie-Abteilung und übernahm 2006 die Pflegeleitung dieser Abteilung. Seit 2015 sind beide Fachbereiche zusammengelegt und Hille Stührenberg ist Bereichsleiterin Anästhesie und Intensivstation. Sie leitet aber nicht nur, sondern arbeitet voll mit im Abteilungsteam mit 16 Kolleginnen und einem Kollegen.

Die Mutter zweier erwachsener Kinder hat in der Krankenhauspflege inzwischen fast alles miterlebt – von unzähligen Routine-Operationen bis hin zu schwierigsten Intensivpflegefällen. Sie hat alle Belastungen gut verkraftet, weil sie ihre Gelassenheit hat bewahren können und auch im Extremfall den Überblick behält. Die Nordenhamerin lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Für ihre Entspanntheit, aber auch für ihren trockenen Humor ist sie im Kollegenkreis bekannt. Hille Stührenberg kommentiert das so: „Es lohnt nicht, sich aufzuregen. Man muss überlegen. Es gibt immer einen Weg zur Bewältigung von Problemen.“

In der Intensivpflege komme es einerseits darauf an, die medizinischen Geräte zu beherrschen. Andererseits gehe es im Umgang mit den Patienten darum, ihre Ängste zu reduzieren. Sie vertrauten darauf, das alles gut geht. „Dabei steht Patientensicherheit immer im Vordergrund“, unterstreicht Hille Stührenberg.

Als sie vor 40 Jahren im damaligen Kreiskrankenhaus Nordenham an der Albert-Schweitzer-Straße anfing, war diese Klinik gerade zwei Jahre im Betrieb. „Dieses Krankenhaus war damals sehr modern und hatte kurze Wege. Es gab keine Zweifel, dass es Zukunft haben würde.“

Als im Juni 2013 der damalige Klinikbetreiber Rhön nach Fertigstellung des Rohbaus für ein neues Krankenhaus in Esenshamm einen Baustopp vollzog, setzte eine 15-monatige Hängepartie voller Ungewissheit ein. Doch Hille Stührenberg blieb auch in dieser Zeit großer Sorge um den Klinikstandort und damit auch um Arbeitsplätze in Nordenham gelassen: „Ich habe immer stumpf daran geglaubt, dass es mit der Fertigstellung der neuen Klinik klappt und keine Bauruine bleiben wird.“

Heute, sechs Monate nach Inbetriebnahme der neuen Helios-Klinik Wesermarsch in Esenshamm, sagt Hille Stührenberg, ganz unaufgeregt: „Es ist alles hübsch. Es gibt noch Kleinigkeiten, die nachgebessert werden müssen. Aber auch wenn jemand privat in einen Neubau umzieht, ist nach einem halben Jahr die letzte Fußleiste noch nicht perfekt.“

Jetzt mehr Komfort

Besonders gut für Intensivstation und Operationsbereiche sei, das sie auf einer Ebene liegen und die Wege kurz sind. Zudem biete die neue Klinik einen Komfort, der in den letzten Jahren in Nordenham gefehlt habe.

Seit der Inbetriebnahme am 13. Mai ist das neue 120-Betten-Haus stets voll belegt. Wie erklärt Hille Stührenberg diesen Erfolg? „Das hängt sicherlich sowohl mit dem Neubau als auch mit dem erweiterten medizinischen Angebot zusammen.“

Was rät die erfahrene Pflegedienstleiterin jungen Menschen, die sich für den Pflegeberuf interessieren? „Auf jeden Fall sollten sie zunächst ein Praktikum machen und einfach mal reinschnuppern. Wenn sich dabei herausstellt, dass sie diese Arbeit reizvoll finden, dann bereiten unattraktive Arbeitszeiten keine Probleme mehr.“