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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Wolf beißt in Esenshammergroden zu

19.01.2019

Esenshammergroden Zunächst war es nur ein Verdacht. Aber jetzt hat Gerold Twele die amtlich bescheinigte Gewissheit: Das Kalb, das der Landwirt auf seiner Weide in Esenshammergroden tot aufgefunden hat, ist einem Wolf zum Oper gefallen. Damit steht fest, dass die unter Schutz stehenden Raubtiere jetzt auch den Norden der Wesermarsch aufsuchen. Bislang sind Wolfsrisse nur aus der Mitte und dem Süden des Landkreises gemeldet worden.

Ansprechpartner zum Thema Wolf

Als ehrenamtliche Wolfsberater sind Michaela Molzahn (Telefon   04456/9482233 oder 0175-5243855, E-Mail: info@camelidenhof.de) und Marcus Säfken (Telefon  01522/6744633, E-Mail: info@saefken.com) für den Landkreis Wesermarsch zuständig. Für Informationen und Beratungen hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz ein Wolfsbüro eingerichtet. Es ist unter Telefon   0511/30343034 sowie per E-Mail unter wolfsbuero@nlwkn-h.niedersachsen.de zu erreichen.

Die offizielle Bestätigung der Wolfsattacke in Esenshammergroden stammt vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Gut drei Monate hat es gedauert, bis die Genproben ausgewertet waren und der Landwirt eine Benachrichtigung erhalten hat. „Amtliche Feststellung der Verursacherschaft von Nutztierschäden gemäß Richtlinie Wolf“ heißt es ein solcher Bescheid im Behördenjargon.

Kadaver ohne Gliedmaße

Gerold Twele hatte Anfang Oktober den Verlust des etwa drei Wochen alten Zuchtkalbs festgestellt. Er suchte die Weiden und sogar die Gräben ab. Aber das Tier blieb zunächst unauffindbar. Am 15. Oktober entdeckte der Landwirt das – mittlerweile weitgehend verweste – Kalb dann doch. Der Kadaver lag in einer Senke. An dem Skelett fehlten die Gliedmaße; die Haut war vertrocknet.

Weil er das Kalb als „putzmunteres Tier“ in Erinnerung hatte, konnte sich Gerold Twele beim besten Willen nicht vorstellen, dass es an einer Krankheit gestorben war. So kam der Verdacht auf, dass ein Wolf das Tier auf dem Gewissen haben könnte – obwohl an dem schon ziemlich zersetzten Kadaver keine eindeutigen Bissspuren zu erkennen waren. Daher nahm der Landwirt Kontakt zu Michaela Molzahn und Marcus Säfken auf, die als ehrenamtliche Wolfsberater tätig sind.

Marcus Säfken machte sich auf den Weg nach Esenshammergroden, um den Vorfall zu dokumentieren. Dazu gehörte auch die Entnahme von Proben an dem Kadaver, um mögliche gentechnische Wolfsspuren zu sichern.

Nach dem Besuch des Wolfsberaters Mitte Oktober geschah erst einmal gar nichts. „Ich habe mich schon gewundert, dass das so lange dauert“, sagt Gerold Twele. Am Donnerstag dieser Woche hatte das Warten ein Ende. Per Post erhielt der Landwirt die Mitteilung, dass mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ ein Wolf das Kalb getötet hat. Zitat aus dem Schreiben des NLWKN: „Abschließend wird daher die amtliche Festellung ,Wolf’ getroffen“. Diese Bewertung ist für den Landwirt wichtig, weil er sonst beim Land Niedersachsen keinen Anspruch auf eine Entschädigungszahlung geltend machen könnte. Auch dafür gibt es eine ganz spezielle Behördenformel: „Sie haben damit die Möglichkeit gemäß Richtlinie Wolf einen Antrag auf Billigkeitsleistungen zu stellen“, heißt es in der NLWKN-Mitteilung.

Nicht mehr sicher

Was Gerolf Twele aber viel mehr Sorgen bereitet als die Begleichung des 350-Euro-Schadens, ist die Erkenntnis, dass jetzt auch der Norden der Wesermarsch nicht mehr vor Wölfen sicher ist. Aus seiner Sicht ist es „völlig unmöglich“, die Weiden mit Zäunen vor den Raubtieren zu schützen. „Politik und Behörden müssen unbedingt handeln“, meint der Landwirt.

Wolfsberaterin Michaela Molzahn sieht allerdings keinen Anlass, in Panik auszubrechen. Nach ihren Worten gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass sich Wolfsrudel in der Wesermarsch angesiedelt haben könnten. Sie ist davon überzeugt, dass der Vorfall in Esenshammergroden auf das Konto eines „einzelnen Durchzüglers“ geht.
 In der seit 2008 geführten Statistik des Wolfsbüros in Hannover sind mit Stand Januar 2019 insgesamt fünf Vorfälle aus der Wesermarsch gemeldet, bei denen nachweislich Wölfe die Verursacher waren. Dabei wurden 24 Schafe und 2 Rinder getötet.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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