NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

KIRCHE: Evangelisten kehren auf den Altar zurück

24.04.2007

BLEXEN Mehr als 100 Gäste bestaunten die restaurierten Kunstwerke. Im Gemeindehaus ist bis Mitte Mai eine Fotoausstellung zu sehen.

von Hannah dudeck BLEXEN - „Das sind Kunstwerke, die uns nach 400 Jahren noch ansprechen“, sagt Pfarrer Michael Gädicke und zeigt auf die sieben Plastiken von Ludwig Münstermann. Die Figuren der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sowie die Darstellungen des Moses, Johannes des Täufers und Christi als Weltheiland schmücken bald wieder den Altar in der St.-Hippolyt-Kirche in Blexen. Die im Jahr 1610 angefertigten Skulpturen sind restauriert worden. Am Sonnabend konnte das Ergebnis aus nächster Nähe bewundert werden.

„Als wir die Figuren von ihrem Platz hinuntergeholt haben und das erste Mal aus der Nähe ansehen konnten, waren wir sehr bewegt", erzählt Pfarrer Gädicke, „dies wollten wir auch anderen ermöglichen.“ Zahlreiche Mitglieder des Kirchbauvereins und geladene Gäste nahmen die Einladung an. In einer Ansprache schilderte Gädicke die Geschichte der Figuren. Es lag in der Absicht des bekannten Künstlers, die Holzfiguren so aussehen zu lassen, als wären sie kleine Steinstatuen. Es handelt sich dabei um die ältesten von Ludwig Münstermann gefertigten Plastiken. In dieser Woche kehren die Figuren auf ihren Platz hoch oben auf dem Altar der St.-Hippolyt-Kirche zurück.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Neben dem Hauptbild des Altars, für das der Oldenburger Maler Ludwig Strack um 1850 die Verklärung Christi von Raffael kopierte, besitzen auch die Plastiken Münstermanns einen hohen Kunstwert. Die Gestaltung des Altars mit einer Mischung aus der Kunst des 19. Jahrhunderts und den manieristischen Figuren wurde nicht immer gut geheißen. 1965 baute man den Altar ab, erst seit 1982 steht er wieder an seinem angestammten Platz.

Georg Skrypzak aus Berne hat die Figuren restauriert. Die vier Evangelisten, die mehr als 80 Zentimeter groß sind, bekamen eine Oberflächenversiegelung sowie einen grauen Anstrich aus Ölfarbe. Im Jahr 1970 waren die vier Statuen abgelaugt und so die Farbschichten zerstört worden. Ziel war es nun, den Altar wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzten. Als Vorlage für die Farbgebung der Evangelisten diente der hellgraue Anstrich der unbehandelten Figuren des Moses, Johannes und Christi.

Der Restaurator ließ es sich nicht nehmen, den Gästen Einblicke in seine Arbeit zu geben. Skrypzak sieht sich als Restaurierungswissenschaftler. Bevor er mit Kunstwerken arbeitet, möchte er sie interpretieren. Der Bildhauer Münstermann interessiert den Restaurator. Er weiß einiges über das Leben des manieristischen Künstlers zu berichten. Die besondere Art von Münstermanns Darstellungen und die vielschichtigen Aussagen seiner Werke beeindrucken Skrypzak. „Münstermann kannte die Umbrüche der Zeit und reagierte darauf“, sagt er.

Orgelmusik aus der Zeit des Bildhauers begleitete das Programm. Anschließend lud der Kirchbauverein zu einem Empfang in das Gemeindehaus ein. Dort konnte eine Fotoausstellung besichtigt werden. Der Fotograf Hervé Maillet aus Bremen hat die Figuren nach ihrer Restaurierung aus verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen. Seine Bilder sind noch bis Mitte Mai im Gemeindehaus zu sehen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.