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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Schiffsunfall: Fährgesellschaft fordert 600 000 Euro

14.07.2017

Blexen Im Gegensatz zu unzähligen Autofahrern, die von Staus, Wartezeiten und Umwegen genervt waren, hätte Jürgen Wißmann nichts dagegen gehabt, wenn sich die Sperrung des Wesertunnels noch einige Zeit hingezogen hätte. Diese Sicht der Dinge hängt mit seiner beruflichen Tätigkeit als Prokurist der Weserfähre GmbH zusammen. Der Fährgesellschaft, die mit zwei Schiffen die Linie Blexen/Bremerhaven bedient, hat der abgeriegelte Tunnel eine enorme Auslastung und damit klingelnde Kassen beschert. „Wir haben im Juni und Juli erhebliche Mehreinnahmen erzielt“, sagt Jürgen Wißmann. Und fügt hinzu: „Die können wir gerade jetzt sehr gut gebrauchen.“

Chronisches Defizit

Davon abgesehen, dass die Weserfähre GmbH ohnehin chronisch unter einem Defizit leidet, kommt die aktuelle Finanzspritze der Gesellschaft besonders gelegen, weil sie noch an den Spätfolgen des Anlegerausfalls im vergangenen Jahr zu knabbern hat. Die Kosten für die Reparatur der Stahlkonstruktion in Blexen, die mit rund 2 Millionen Euro zu Buche schlug, hat die Versicherung zwar beglichen. Aber noch nicht geregelt ist die Erstattung der Einnahmeausfälle durch die etwa dreimonatige Zwangspause für den Fährbetrieb.

Laut Jürgen Wißmann liegen inzwischen konkrete Zahlen für den Vermögenschaden vor, den die Weserfähre GmbH in Folge des Anlegerausfalls hinnehmen musste: 600 000 Euro. In dieser Summe sind auch die Aufwendungen für den Fährersatzverkehr mit Bussen enthalten.

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Mit der Forderung in Höhe von 600 000 Euro ist die Weserfähre GmbH jetzt an die Reederei des Schiffes herangetreten, das am 24. Juni 2016 den Anleger in Blexen gerammt und erheblich demoliert hatte.

„Wir gehen davon aus, dass die Reederei und deren Versicherung für den Schaden einstehen“, sagt Jürgen Wißmann. Der Prokurist hofft dabei auf eine außergerichtliche Einigung, kann sich notfalls aber auch den Klageweg vorstellen. Wie lange es noch dauert, bis die Sache abgewickelt ist, lässt sich zurzeit nicht absehen.

Unter Zypern-Flagge

Bei dem Schiff, das in Folge eines Maschinenschadens gegen den Anleger getrieben war, handelt es sich um den Frachter „Weser Stahl“. Der unter Zypern-Flagge fahrende Bulk Carrier mit Heimathafen Limassol hat eine Länge von 192 Metern und ist 32 Meter breit. Die „Weser Stahl“ ist 1999 vom Stapel gelaufen.

Durch die Kollision wurde der Anleger so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass die Fährgesellschaft ein Brückenteil austauschen sowie neue Lager und zusätzliche Stützpfeiler einsetzen lassen musste. Mitte September konnten die Fährschiffe wieder den Verkehr aufnehmen.

Laut Jürgen Wißmann hatte die Weserfähre GmbH im Wirtschaftsplan 2016 einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 724 000 Euro veranschlagt – ohne die Einnahmeausfälle in Folge des Frachter-Rammstoßes. An der Fährgesellschaft sind die Städte Bremerhaven und Nordenham mit 74,9 und 25,1 Prozent beteiligt.

In diesem Juni, in den die erste Wesertunnelsperrung anlässlich der Sanierungsarbeiten an der Bundesstraße 437 fiel, beförderten die Fähren 114 000 Passagiere, 37 000 Personenwagen und 2700 Lastwagen zwischen Blexen und Bremerhaven. Das sind deutlich mehr als im Juni-Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Bei den Passagieren beträgt das Plus 67 Prozent, bei den Personenwagen 58 Prozent und bei den Lastwagen sogar 187 Prozent. Für den Juli mit einer weiteren Tunnelsperrung über elf Tage werden ähnliche Steigerungsraten erwartet.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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