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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Ausflugsschiff: Und unterwegs werden Krabben gefangen

07.11.2017

Fedderwardersiel Zu Beginn ist es stürmisch, grau und nieselig. Doch die vielen Passagiere der „Wega II“ stört das nicht – so ist das eben an der Küste. Steuermann Ralf Hanneken empfängt mich und die anderen Gäste an der Gangway. „Na, da haben Sie sich ja ein schönes Wetter ausgesucht“, begrüßt mich Kapitän Reinhild Nießen. Aber bald wird es trocken – und es kommt sogar die Sonne heraus.

Langsam tuckern wir hinaus aufs Wattenmeer. Ich lehne mich erst mal an die Reling, damit ich nicht gleich beim ersten Wellengang umfalle. Meine letzte Fahrt auf einem Schiff ist fast zehn Jahre her. Ich bin ganz aufgeregt und hoffe, dass ich nicht seekrank werde.

Kapitän Nießen bietet mit der „Wega II“ verschiedene Touren auf dem Wattenmeer an. Mal gehen junge Piraten auf Schatzsuche, mal steuert das Schiff Seehundbänke an. Für mich geht es zum Leuchtturm Hohe Weg. Krabbenfang an Bord inklusive.

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Schon bald passieren wir Bojen, Tonnen und Frachtschiffe. Reinhild Nießen erklärt, was und wer da so auf der Außenweser zu sehen ist. Sie nimmt währenddessen etwas Fahrt weg: „Wegen der geringeren Wassertiefe und weil wir ja gleich Krabben fangen wollen.“ Ist das Schiff zu schnell, zieht es das Netz nicht über den Grund, sondern wirbelt es durchs Wasser. Gut für die Krabben, schlecht für die, die sie fangen wollen.

Schiffsmechaniker Volker Schult lässt das Netz zu Wasser. Er ist bei der Reederei Cassen Eils angestellt und seit Anfang Mai Teil der dreiköpfigen Mannschaft. Nach Problemen im vergangenen Jahr betreibt die Reederei die „Wega II“ mit Reinhild Nießen als angestelltem Kapitän. So übt sie ihren „alten“ Job genauso aus wie vorher, als sie auch die Eignerin des Schiffes war.

Das Netz ist jetzt im Wasser, und die Kinder spekulieren, was wohl darin landen wird. Haie, Delfine, ein Pottwal, eine Meerjungfrau: Die Fantasie kennt keine Grenzen. Ich muss schmunzeln, bin aber fast genauso gespannt auf den Fang. Reinhild Nießen informiert derweil über das Wattenmeer und seine Bewohner: die Seehunde, die bei Ebbe auf den Sandbänken liegen, die Wattschnecken oder auch die Schlickkrebse.

Fische zum Streicheln

Schließlich wird das Netz wieder eingefahren. Volker Schult sortiert den Fang unter den wachsamen Blicken der Kinder und Eltern. Dann stellen sich alle in einem engen Kreis um die Wanne. Weil ich noch etwas verträumt auf das Wasser geschaut habe, sehe ich leider nicht allzu viel.

Volker Schult nimmt Krabben und Fische in die Hand, hält sie in die Runde, beantwortet Fragen. Die Kinder lauschen und berühren die Tiere. Dann kocht der Schiffsmechaniker frisch gefangene Krabben und überlässt den restlichen Fang den Kindern. Sie haben noch eine Weile Gelegenheit, die Meeresbewohner zu begutachten, bevor sie wieder ins Wasser kommen.

Die Geschwister Nikolas und Marlene haben mitbekommen, dass ich nicht so viel gesehen habe, und zeigen und erklären mir alle Tiere noch einmal. So lerne auch ich noch ein Menge über die Fische und Krabben.

Dann kommt allmählich der Leuchtturm Hohe Weg immer näher. Auch hierüber weiß Reinhild Nießen eine Menge zu erzählen: Der Turm wurde 1856 in Betrieb genommen. Bis 1973 waren auf ihm Leuchtturmwächter im Einsatz, dann wurde der Leuchtturm, den das Wasser- und Schifffahrtsamt Bremerhaven betreibt, automatisiert.

Brücke für Besucher frei

Die Brücke ist der Ort auf dem Schiff, an dem Frau Kapitän alles im Blick behält. Normalerweise ist das ein abgeriegelter Bereich. Reinhild Nießen hat jedoch nichts gegen Besucher und deren Fragen. Die 60-jährige beantwortet alles und erklärt die Instrumente. Ich darf sogar auf der Brücke sitzen. Das Schaukeln des Schiffs und die Erzählungen von Kapitän Nießen fesseln mich so sehr, dass ich das Krabbenpulen verpasse, doch das ist es mir wert.

Zwischendurch sind Nachrichten für Seefahrer zu hören. Das klingt ein bisschen wie Verkehrsnachrichten im Radio – aber statt Staus und Blitzern werden Wasserstände und Windstärken gemeldet.

Reinhild Nießen fährt fast jeden Tag hinaus aufs Wasser. Früher war sie zusammen mit ihrem 2016 verstorbenen Mann als Maschinistin auf großen Schiffen unterwegs. Dann kauften sie die 1986 gebaute Wega II, und Reinhild Nießen erwarb mit 50 Jahren noch das Kapitänspatent.

Ich nutze den Rest der Fahrt, um mit dem Schiffsmechaniker, der erst mal frei hat, einfach nur aufs Wasser zu schauen, während Reinhild Nießen uns sicher zurück in Richtung Heimathafen steuert. Nach knapp vier Stunden sind wir wieder in Fedderwardersiel. Die Tour hat etwas länger gedauert, weil zu viel Wind aus der falschen Richtung kam und die „Wega II“ gegen die Strömung ankämpfen musste. Seekrank bin ich dabei zum Glück nicht geworden.

Die Saison ist inzwischen beendet. Für die „Wega II“ geht es nun in Kürze in die Werft. Das Schiff soll verlängert werden, um nach dem Umbau mehr Passagiere mitnehmen zu können.


Ein Video vom Törn unter   www.nwzonlinde.de/videos 

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