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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Kein Anschluss unter seiner Nummer

06.11.2019

Feldhausen Wenn Torsten Memenga aus Feldhausen jemenaden über seinen Telekom-Festnetzanschluss anrufen möchte, dann passiert gar nichts – außer dass auf dem Display seines Telefons das Wort „Abgewiesen“ erscheint.

„Abgewiesen“ wird Thorsten Memenga bereits seit dem 7. September. Seit dem kann man den 49-Jährigen, der am Feldhauser Deich eine Kfz-Werkstatt betreibt, zwar noch auf seiner gewohnten Festnetznummer anrufen. Zurückrufen oder im Internet surfen wie bislang kann der Gewerbetreibende aber nicht. Nun ist Abhilfe seitens der Telekom in Sicht. Und auch die EWE, mit der Thorsten Memenga einen neuen Vertrag abschließen wollte, hat sich gemeldet. Allerdings: Beide Telekommunikationsanbieter rühren sich erst, als zum Fall Memenga – der kein Einzelfall in Butjadingen ist – Presseanfragen vorliegen.

„Netz der Zukunft“

Thorsten Memenga räumt ein, dass er ein erstes Schreiben, das ihm die Telekom in der Angelegenheit geschickt hatte, für Werbung gehalten und deshalb beiseite gelegt hat. Mitte Juni geht bei dem Feldhauser ein weiterer Brief ein. Die Telekom teilt ihm mit, dass sie das „Telekommunikationsnetz der Zukunft“ baue – was für den Firmeninhaber in Feldhausen leider bedeute, dass man seinen Vertrag kündigen und seinen Anschluss zum 7. September abschalten werde.

Im Butjadingen

ist offenbar nicht nur Thorsten Memenga davon betroffen, dass die Telekom alte Verträge aufkündigt, weil sie nicht mehr mit der zukünftigen Netz- und Leitungsstruktur des Unternehmens kompatibel sind. Das berichtet die CDU-Ratsfrau Claudia Cornelius aus Blexerwisch. Auch sie könne künftig nur noch eine Telefonnummer nutzen, was unter anderem dazu führe, dass sie ihr Faxgerät nicht weiter betreiben könne, sagt sie. Laut Claudia Cornelius gibt es weitere Butjenter, denen der Telekom-Anschluss gekündigt worden sei.

„Dringend“ empfiehlt das Unternehmen dem Butjenter, sich zweck Abschluss eines neuen Vertrags zu melden. Diese Empfehlung wiederholt das Unternehmen mit einem weiteren, auf den 13. August datierten Schreiben. „Beauftragen Sie einfach heute noch die Umstellung ihres Anschlusses, um unsere Produkte und Leistungen weiterhin nutzen zu können“ steht fettgedruckt in dem Brief.

Thorsten Memenga führt in den folgenden Wochen viele Telefonate. Die Telekom habe ihm einen Vertrag angeboten, der die Nutzung von fünf Handys vorsehe, allerdings zu sehr hohen Kosten, berichtet der 49-Jährige. Er wendet sich an die EWE, unterschiebt dort nach eigener Aussage auch einen Vertrag. Doch der werde erst wirksam, wenn das Unternehmen Leitung geprüft hat.

Wochen gehen ins Land. Immer wieder hakt Thorsten Memenga nach. Inzwischen hat sich Bürgermeisterin Ina Korter eingeschaltet und führt Gespräche mit der EWE. Am 7. September macht die Telekom Ernst. Das Festnetz funktioniert nur noch in eine Richtung. Ab dem 31. Oktober, so erfährt der Firmeninhaber, wird die Leitung ganz tot sein. Kunden, die seine Handynummer nicht haben, werden ihn dann nicht mehr erreichen können.

Thorsten Memenga, der im im Mai sein 25-jähriges Betriebsjubiläum feiern kann und so lange auch Kunde bei der Telekom ist, ist froh, sich für die Internetnutzung schon vor längerer Zeit ein Zusatzgerät besorgt zu haben. Über einen Giga-Cube nutzt er zum Surfen eine Mobilfunkanleitung, ist somit unabhängig von der Telekom. Das Internet ist für ihn als Gewerbetreibenden unverzichtbar. Aus dem Netz holt er sich Daten über die verschiedenen Automodelle, bestellt Ersatzteile.

Thorsten Memenga kommt irgendwie klar, kann seinen Betrieb ohne allzu große Einschränkungen weiterführen. Doch die Zeit sitzt ihm im Nacken. Zwar gewährt die Telekom ihm noch eine letzte Frist, doch Ende des Jahres wird mit der Festnetztelefonie über die Telekom endgültig Schluss sein. Und das Überprüfen der Leitung durch die EWE zieht sich hin.

Presseanfrage hilft

Während der jüngsten Sitzung des Gemeinderats nutzt Thorsten Memenga die Einwohnerfragestunde, um auf sein Problem hinzuweisen. Dadurch wird die NWZ darauf aufmerksam und fragt bei der Telekom-Pressestelle in Bonn und bei der Presseabteilung der EWE in Oldenburg nach.

Noch am selben Tag meldet sich die Telekom in Feldhausen. Alles sei ein Missverständnis, erfährt Thorsten Memenga. Und man könne ihm durchaus einen neuen Vertrag anbieten. Bei dem könne er sogar seine jetzige Nummer behalten; genauer: eine der drei Nummern, die er bislang hatte. Eine weitere Einschränkung: Ins Internet kann Thorsten Memenga weiter nur über seinen Giga-Cube. Doch damit kann er leben. Und auch damit, dass er, wie er sagt, für weniger Leistung künftig einen hören Preis bezahle als bislang.

Während die Telekom-Pressstelle auf eine am Montag gestellte NWZ-Anfrage bis Dienstagabend nicht geantwortet hat, meldet sich die EWE. „Leider ist es EWE nicht möglich, unter der Adresse von Herrn Memenga ein Telefon- und Internetprodukt anzubieten“, teil Sprecher Mathias Radowski. Die genaue Prüfung habe ergeben, dass ein Anschluss technisch nicht möglich sei. Der Sprecher verweist in dem Zusammenhang auch auf die EWE-Homepage. Auf der erhält man die Information, dass für die Adresse Feldhauser Deich 25 keine Telefon- und Internetversorgung möglich ist, mit wenigen Mausklicks. Umso verwunderter ist Thorsten Memenga, dass die EWE für die Prüfung Wochen benötigt haben will.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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