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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Natur: Fischsterben nach strengem Frost nicht ungewöhnlich

24.02.2012

MOORSEE „Ein gefundenes Fressen für die Möwen“, so beschreibt Johann Ohlebusch die Entdeckung, die er am Mittwoch machte. Während eines Spaziergangs mit seinem Hund überquerte er das Sieltief an der Butjadinger Straße in Moorsee auf einer kleinen Brücke und bemerkte zunächst nur die vielen Vögel, die über dem Wasser kreisten, und dann erst die toten Fische, die den Möwen und Fischreihern als Festmahl dienten.

An die 200 bis 300 tote Fische, schätzt Johann Ohlebusch, trieben auf der etwa drei Meter breiten Fläche vor und hinter der Brücke an der Wasseroberfläche oder verfingen sich an Ästen am Ufer. „Ich hatte ja in den vergangenen Tagen schon hin und wieder einmal tote Fische gesehen, aber das war schon extrem“, sagt der 74-Jährige. Er vermutet, dass die Fische durch den Frost unter dem Eis erstickt sind und mit dem Tauwetter nun angespült wurden.

Diese Vermutung hegt auch Hans-Helmut Petter. Der Vorsitzende des Fischereivereins Butjadingen berichtet, dass solche Funde für diese Jahreszeit typisch seien. Traurige Funde zwar, aber eben nicht ungewöhnlich.

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In den Frostperioden wird den Fischen allzu häufig die geringe Wassertiefe in den Sieltiefen zum Verhängnis. Die Gewässer verschlicken immer mehr, hinzu komme noch das Eis, wenn die Gewässer zufrieren. Die Fische gehen ein, weil es ihnen an Sauerstoff mangelt. Machen könne man dagegen nichts, bedauert Hans-Helmut Petter. Zu Beginn der Frostperioden versuche der Entwässerungsverband zwar, die Pegelstände in den Sieltiefen zu erhalten, indem er die Sieltore schließt und nicht mehr entwässert. Wenn jedoch Eis entsteht und vorsorglich entwässert werden muss, wird es für die Fische kritisch, weiß er. Eine Aufreinigung der Sieltiefe durch den Verband sei mit hohen Kosten verbunden, deshalb werde in solchen Fällen immer von Fall zu Fall entschieden. „Deshalb haben wir auch solche Angst vor der nächsten Weservertiefung, dann wird die Verschlickung noch mehr zunehmen“, befürchtet Hans-Helmut Petter.

Ein weiteres Problem stellten für Fische im Winter die Schlittschuhläufer auf zugefrorenen Seen dar. „Das Kratzen auf dem Eis bringt eine große Unruhe unter die Fische, die ja eigentlich Winterschlaf halten und nur einmal in der Minute atmen“, sagt der Fischereivereinsvorsitzende. Auch hier entstehe dann Sauerstoffmangel, an dem die Fische sterben. „Aber auch dagegen können wir nichts tun, außer am Ende des Frostes die toten Fische einzusammeln“, bedauert er.

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