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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Soziales: Fördermitglied forscht in Triest

29.12.2012
NWZonline.de NWZonline 2015-07-24T00:01:31Z 280 158

Soziales:
Fördermitglied forscht in Triest

Moorriem/Triest Die Internet-Verbindung mit Dr. Lars Fröhlich in Italien ist in null Komma nichts aufgebaut. Der Laptop, der das Ganze bewerkstelligt, steht auf dem Küchentisch von Peter Deyle in Moorriem. Doch obwohl der Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes eine Skype-Verbindung hergestellt hat, ist Lars Fröhlich völlig überraschend nur zu hören, sein Konterfrei fehlt auf dem Bildschirm. „Ich habe keine Kamera angeschlossen“, entschuldigt sich der Wissenschaftler, der an einem Forschungsprojekt in Triest mitarbeitet.

Dass Peter Deyle mit einem Wissenschaftler in Triest kommuniziert, ist schon ungewöhnlich – und nicht minder, wie es dazu kam. Der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Wesermarsch musste im vergangenen Jahr die Spendenbescheinigung eines Fördermitglieds unterschreiben. Dies ist eigentlich ein alltäglicher Vorgang, hat der Verband doch über 3000 Fördermitglieder im Landkreis. Ungewöhnlich war aber die Postadresse. Die Spendenbescheinigung sollte nach Triest verschickt werden. Da wurde Peter Deyle neugierig.

Der Moorriemer nahm Kontakt mit dem am weitesten entfernt wohnenden Fördermitglied des DRK in der Wesermarsch auf. Daraus entwickelte sich ein reger E-Mail-Austausch. Es stellte sich heraus, dass Lars Fröhlich als gebürtiger Braker auch noch einer spannenden Profession nachgeht. Er arbeitet als Physiker bei der Firma Fermi, die dort einen Teilchenbeschleuniger betreibt.

Lars Fröhlich bezeichnet sich selbst als Beschleunigerphysiker. Er sei in Brake geboren worden aber in Hamburg aufgewachsen, erzählt der 33-Jährige bei der Skype-Übertragung. Er habe in der Hansestadt studiert und während seiner Arbeit am Teilchenbeschleuniger DESY promoviert. „Und dann rief mich ein Kollege aus Italien an: Wir bauen auch so ein Gerät“, erzählt der Physiker. Diesem Ruf sei er vor fünf Jahren gefolgt.

Um seine Dokumente zu vervollständigen, benötigte er damals noch eine Geburtsurkunde. So kam er wieder mit Brake in Kontakt. Und weil er aus persönlichen Gründen aus der Kirche ausgetreten war, das Geld aber sozialen Einrichtungen zukommen lassen wollte, entschied er sich für die Fördermitgliedschaft beim DRK.

Die Arbeit von Lars Fröhlich in Italien ist bald abgeschlossen. „Wir beschleunigen Elektronen, um extrem kurze und intensive Lichtblitze zu erzeugen“, beschreibt er einen Themenschwerpunkt. In der Medizin könnten damit neue Präparate bestrahlt und so getestet werden, auch sei die Struktur von Materialien aller Art viel besser zu erkennen. In Kalifornien würde nun auch ein derartiger Teilchenbeschleuniger errichtet, von denen es zurzeit weltweit nur vier gebe, sagt Lars Fröhlich. In Triest herrsche Hamburger Wetter. Es sei neblig mit Nieselregen bei 8 Grad. Die Aufgabe, an dem Projekt in den USA mitzuwirken, sei daher äußerst reizvoll.

Wo der Wissenschaftler weiter forschen wird, spielt für Peter Deyle keine so große Rolle. Das DRK-Fördermittel wird er weiterhin per Skype kontaktieren können – und wer weiß, vielleicht meldet sich Lars Fröhlich bald von einem noch viel weiter entfernten Ort als bislang.