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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Tierseuchenfonds: Freiwillige Impfungen empfohlen

09.12.2016

Rodenkirchen Wenn in der Markthalle in Rodenkirchen so viele Landwirte zusammensitzen und über ein ganzes Bündel von tückischen Krankheiten und Seuchen sprechen, ihren Blick dabei weit über den Tellerrand hinweg nach Sambia, Israel und in die Türkei richten, so tun sie es nicht, weil sie Pessimisten sind und Gefahren herbeireden wollen. Vielmehr wollen sie ihre Tiere und ihre Höfe sowie ebenso Nachbarn und Verbraucher zu schützen.

So wie die „Wetterfrösche“ allabendlich in den Nachrichten das Europa-Wetter im Zeitraffer aufzeigen, so tut es Dr. Norbert Heising, Geschäftsführer des Zweckverbandes Veterinäramt Jade-Weser, alljährlich während der Jahreshauptversammlung des Tierseuchenfonds des Kreises Wesermarsch: analysierend, vorausschauend und vorsorgend.

Vogelgrippe grassiert

Die Vogelgrippe beispielsweise, berichtete er am Mittwochabend, grassiere verheerend rund um den Plöner See und am Bodensee und sei inzwischen auch in unsere Region herübergeschwappt. So genannte Beobachtungsgebiete gäbe es bereits in großem Radius um Bremerhaven, Horumersiel und Bensersiel.

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Norbert Heising zeigte eine Karte, auf der jeder gemeldete Fundort von verendeten Wildvögeln und betroffenen Hausgeflügelbeständen zum Teil dicht an dicht eingetragen waren. „Täglich kommen neue Meldungen hinzu. Und wir werden noch mehr kriegen,“ prophezeite er, und er riet zu äußerster Hygiene und Vorsicht in den Ställen.

Umsicht sei auch erforderlich bezüglich der rinderspezifischen Herpes-Virus-1-Infektion (BHV1), die in zurückliegenden Jahren etlichen Bauern in der Wesermarsch einen beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden zugefügt hatte. Im Moment, so Norbert Heising, sehe es in der Region zwar gut aus, doch trotzdem müsse jeder konsequent aufpassen: „Das ist keine Leichtigkeit. Zuletzt gab es Ausbrüche in Emsland, Vechta und Diepholz. Das letzte positive getestete Tier gab es Anfang 2016 in Friesland“.

Niedersachsen sei zwar als BHV1-frei anerkannt, die Untersuchungspflicht gelte aber nach wie vor. Auch bei der anzeigepflichtigen Tiersuche Bovine Virus Diarrhoe (BVD) sehe es „recht gut aus, wenn man bedenkt, dass noch vor Jahren 0,7 bis 0,8 Prozent der Tiere erkrankt waren“. Von 50 508 im Jahr 2016 in der Wesermarsch durch Gewebeentnahme mittels Ohrstanze untersuchten Jungtieren hätten nunmehr nur sieben (0,009 Prozent) einen positiven Befund gehabt.

Früher oder später

Ein großes Risiko dagegen sieht der Veterinär im massiven Vormarsch der Blauzungenkrankheit Serotyp 4. Seit Mai 2014 hatte es zahlreiche Ausbrüche in Südeuropa gegeben. Ein kleinerer Infektionsherd in Norditalien sei inzwischen zwar zur Ruhe gekommen, doch in Frankreich gebe es sehr viele Fälle. „Früher oder später“, so Norbert Heising, „wird der Erreger auch in Deutschland einschlagen.“ Er rate daher zu freiwilligen Impfungen.

In „atemberaubenden Tempo“ breitete sich ab 2012 zudem die Lumpy-Skin-Disease (LSD) vom mittleren über den nahe Osten und die Türkei aus. In 2015 trat sie unter anderem in Russland und Griechenland auf, seit Beginn dieses Jahres auch in Bulgarien, Serbien und dem Kosovo. Der Veterinär konnte aber noch beschwichtigen, denn LSD stehe in Deutschland „noch nicht dramatisch vor der Tür“.

Weitere Tagesordnungspunkte während der Jahreshauptversammlung des Tierseuchenfonds waren der Kurzbericht des Vorsitzenden Rolf Baumann, eine seitens des Finanzamtes geforderte formale Satzungsanpassung sowie die endgültige Jahresabrechnung 2015 und - als Entwurf - 2016 durch Geschäftsführer Manfred Ostendorf. Anschließend referierte Dr. Ursula Gerdes von der Niedersächsischen Tierseuchenkasse über das „Niedersächsische Paratuberkolose-Verminderungsprogramm“.

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