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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Rote Karte für störende Elemente im Zink

19.09.2018

Friedrich-August-Hütte Geboren worden ist Jean-Baptiste Bertin in Kanada. Aufgewachsen ist er in Narbonne in Südfrankreich. Nach dem Studium in Paris hat der Chemieingenieur zunächst in Paris, dann vier Jahre in Nordenham und anschließend vier Jahre in London gearbeitet. 2010 ist der heute 41-Jährige zum zweiten Mal nach Nordenham gezogen – und geblieben, weil ihm die Arbeit auf der Zinkhütte sehr interessant erscheint und seine Frau Nordenhamerin ist.

Mit dem Rad zur Arbeit

Gerade weil er das ganz andere Großstadtleben in Paris und London kennengelernt hat, bleibt der verheiratete Vater einer sechs Jahre alten Tochter mit seiner Familie gerne in Nordenham. „Hier lebt es sich sehr schön für Familien und für Kinder. Zudem kann ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.“

Seit 110 Jahren produziert die Nordenhamer Zinkhütte im Stadtteil Friedrich-August-Hütte Zink und Zinklegierungen. In den vergangenen zwei Jahren ist die Jahresproduktion von 145 000 auf 160 000 Tonnen gesteigert worden. 300 der insgesamt 370 Mitarbeiter sind in den Produktionsabteilungen des Unternehmens tätig. Die NWZ stellt in einer Serie Beschäftigte und Arbeitsplätze vor.

Seine erste Arbeitsstelle nach dem Studium war ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Paris, das zum Konzern Metaleurop gehört. Für diese Firma zog er 2002 erstmals nach Nordenham. Denn damals gehörte die Zinkhütte noch zu Metal-europ. 2003 verkaufte Metal-europ die Hütte an das Schweizer Bergbauunternehmen Xstrata. Seit 2013 gehört die Nordenhamer Zinkhütte zu Glencore, dem weltgrößten Zinkproduzenten.

Zurück aus London

Jean-Baptiste Bertin war von 2006 bis 2010 in einer Bleiraffination von Glencore in der Nähe von London tätig. 2010 kehrte er für ein Projekt von Glencore auf die Nordenhamer Zinkhütte zurück. Seit zwei Jahren ist er Betriebsleiter der Laugerei. In dieser Abteilung sind zurzeit 71 der insgesamt 370 Mitarbeiter tätig.

 Die Zinkhütte gewinnt in vier großen Produktionsschritten aus Zinkkonzentraten, die mit Seeschiffen aus aller Welt in Nordenham angeliefert werden, Zink und Zinklegierungen.

Vier Schritte

In der ersten Produktionsabteilung wird aus den Konzentraten das sogenannte Röstgut (die NWZ hat diese Abteilung in der Ausgabe vom 29. August vorgestellt mit der Schlagzeile „Hier geht das Feuer niemals aus“.)

Die drei weiteren Abteilungen heißen: Laugerei, Bäderhalle (Elektrolyse) und Umschmelz- und Gießanlage.

In der Laugerei und Laugenreinigung wird in einer Reihe von Verfahrensschritten aus dem Röstgut (Zinkoxid) alles entfernt, was kein Zink ist. „Die Kunst besteht darin, alle störenden Elemente aus dem Zinkoxid zu entfernen und so eine saubere Zinksulfatlösung herzustellen“, erläutert Jean-Baptiste Bertin.

Das geschieht, indem man Zinkoxid mit verdünnter Schwefelsäure reagieren lässt. Diese Schwefelsäure gewinnt die Hütte aus dem gleichzeitig laufenden dritten Produktionsschritt, der Elektrolyse.

Dabei werden wertvolle Nebenprodukte gewonnen, die auf dem Weltmarkt verkauft werden: Blei, Silber- und Kupfer-Konzentrate sowie metallisches Cadmium.

Es fällt aber auch eine große Menge Abfall an: Eisenrückstände, die als sogenanntes Jarofix verfestigt auf der Deponie Galing bei Schweewarden entsorgt werden.

ohne Ofen

Bei einem ganz bestimmten Zinkkonzentrat kann auf die vorherige Röstung verzichtet werden. Es wird aus einer Mine in Australien angeliefert und enthält sehr viel Blei, das Gift für den Ofen der Rösterei ist, aber gut geeignet ist für einen gesonderten Produktionsschritt: die Direktlaugung. Dabei fällt Schwefelkonzentrat als Abfall an. Es wird daran gearbeitet, diesen Abfall künftig zu vermeiden.

Die Direktlaugung ist seit 2011 in Betrieb und für die Zinkhütte extrem interessant. Denn damit kann die Zinkproduktion und somit die Wirtschaftlichkeit der gesamten Hütte gesteigert werden. Der Grund: Die Kapazität des Röstofens ist begrenzt.

 „Mein Hauptjob ist, als Betriebsingenieur Projekte in der Anlage voranzutreiben und zu koordinieren“, sagt Malte Martens. 2015 hat der heute 29 Jahre alte Nordenhamer bei der Zinkhütte angefangen. Seit September 2016 ist er stellvertretender Betriebsleiter der Laugerei.

Malte Martens hat an der Hochschule Bremerhaven Verfahrenstechnik studiert. Nach dem Bachelor-Examen erwarb er an der Technischen Universität Clausthal den Master-Abschluss. Anschließend arbeitete er eineinhalb Jahre bei einem Anlagenbauer in Beckum in Westfalen, der zum Konzern Thyssenkrupp gehört. 

Eigeninitiative gefragt

Weil seine Familie hier lebt, zog es Malte Martens zurück nach Nordenham. Er ist in unmittelbarer Nachbarschaft zur Hütte aufgewachsen. Früher wusste er nicht, dass seine Berufsqualifikation auf der Zinkhütte gefragt sein könnte. Er bewarb sich dann initiativ genau zu dem Zeitpunkt, als ein neuer Betriebsingenieur gesucht wurde. „Ich schätze hier sehr, auch selbstständig und eigeninitiativ arbeiten zu können.“

Nicht eintönig

Für David Pump ist die Arbeit auf der Hütte ebenfalls keineswegs eintönig. Denn die Arbeitseinsatzbereiche rotieren. Der gelernte Maler und Lackierer ist hier seit 2001 tätig. Der 40 Jahre alte Nordenhamer ist zum Anlagenfahrer qualifiziert worden. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem, im Prozesslabor der Laugerei verschiedene chemische Parameter zu überwachen.

David Pump und Malte Martens bestätigen, was auch in den anderen Abteilungen zu hören ist und Jean-Baptiste Bertin so auf den Punkt bringt: „Wir sind ein Team. Das macht Spaß, weil wir alle an einem Strang ziehen.“

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Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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