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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Nordenhamer Bleihütte kommt wieder in die Spur

06.06.2019

Friedrich-August-Hütte Zuletzt waren es meistens unerfreuliche Nachrichten, die aus dem Umfeld der Weser-Metall GmbH an die Öffentlichkeit drangen. Sinkende Umsätze, rückläufige Produktionsmengen, technische Probleme bei der Inbetriebnahme des Reduktionsofens. Doch am Mittwoch hat Geschäftsführer Matthias Compes die Gelegenheit genutzt, auf die positive Entwicklung des Unternehmens hinzuweisen: „Unser neuer Ofen läuft jetzt auf 100 Prozent“, sagte er bei einem Besuch des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil. Der SPD-Politiker war für etwa eine Stunde zu Gast in der Nordenhamer Bleihütte. Er ließ sich über das Betriebsgelände führen und kam bei einem Rundgang durch die Lehrwerkstatt auch mit Auszubildenden ins Gespräch.

Vorbildlich umgesetzt

Blei für Batterien

Etwa 105 000 Tonnen Blei stellt die Weser-Metall GmbH im Jahr her. Damit gehört das Nordenhamer Unternehmen zu den größten Blei-Recyclern in Europa.

Die Einsatzstoffe bestehen zu rund 70 Prozent aus bleihaltigen Sekundärrohstoffen. Dabei handelt es sich um gebrauchte Blei-Säure-Batterien, die innerbetrieblich aufbereitet werden, und um Abfallprodukte aus anderen Metallschmelzen. Die verbleibenden 30 Prozent sind bleihaltige Primärrohstoffe.

Neben Bleibarren mit einer Reinheit von 99,985 Prozent aus der standardisierten Produktion fertigt Weser-Metall spezielle Bleilegierungen nach individuellen Kundenanforderungen. Das recycelte Blei hat die gleiche Qualität wie Bleierze und wird hauptsächlich an Batteriehersteller verkauft.

Matthias Compes ist seit Oktober 2018 als Geschäftsführer bei Weser-Metall tätig. Er hat in dieser Funktion Dr. Andreas Sieverdingbeck abgelöst.

Die Recylex-Gruppe hat ihren Hauptsitz in Suresnes bei Paris. Der Konzern ist auf das Recycling von Blei, Zink, Polypropylen und auf die Herstellung hochreiner Spezialmetalle spezialisiert. 2018 erzielte Recylex einen Umsatz von 365 Millionen Euro. In der Unternehmensgruppe sind 730 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Ministerpräsident bezeichnete den Betrieb mit seinen rund 300 Beschäftigten als „einen der wichtigsten Arbeitgeber in der Wesermarsch“. Er machte deutlich, dass „die Industrie nach wie vor die Basis unseres Wohlstandes“ sei. Besonders hob Stephan Weil die Bedeutung der Nordenhamer Bleihütte für die Kreislaufwirtschaft hervor. „Wenn wir das Thema Klima- und Umweltschutz ernstnehmen wollen, dann müssen wir unseren Einsatz für eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft verstärken“, sagte der Ministerpräsident, „dazu gehören auch mehr Investitionen in die Ausbildung und die Schulung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Beides wird bei Weser-Metall vorbildlich umgesetzt.“ Er sicherte dem Unternehmen die Unterstützung des Landes Niedersachsen bei „behördlichen Themen“ zu.

An dem Termin mit dem Ministerpräsidenten nahm auch der Vorstandsvorsitzende des Mutterkonzerns Recylex, Sebastian Rudow, teil. Er empfand den Besuch des niedersächsischen Regierungschefs als ein „Zeichen der Wertschätzung“. Gerade mit Blick auf die derzeitige Neuaufstellung des Konzerns sei das eine willkommene Geste. „Wir haben Rückenwind für Unternehmen und Belegschaft gespürt“, sagte Sebastian Rudow.

Der Recylex-Chef erläuterte die auf den Weg gebrachten technischen und organisatorischen Veränderungen. Dabei kam er auch auf die Fortschritte bei der Optimierung der Produktionsabläufe im Badschmelzofen zu sprechen. Die seit der Anbindung des neuen Reduktionsofens, der seit August 2018 in Betrieb ist, an diesen Hauptofen aufgetretenen Schwierigkeiten haben sich demnach deutlich verringert.

Laut Sebastian Rudow greifen die eingeleiteten Maßnahmen nach und nach: „Wir haben noch eine anspruchsvolle Wegstrecke zu gehen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Ziele erreichen werden.“

Auch personell gibt es Veränderungen am Standort Nordenham. Dazu gehört, dass der Metallurge und Ökonom Koen Demesmaeker (60) am 1. April die Produktionsleitung übernommen hat. Der aus Belgien stammende Experte war zuvor unter anderem für Glencore tätig. Zudem verstärken zwei erfahrene Metallurgen aus Aachen und aus Argentinien sowie ein neuer kaufmännischer Bereichsleiter, der aus Australien zu Weser-Metall gestoßen ist, das Team.

„Die Nordenhamer Hütte hat ein großes Potenzial“, betonte Koen Demesmaeker. Nach seinen Angaben hat sich der Betrieb des Badschmelzofens nach den Anlaufschwierigkeiten in Folge der Umstellung stabilisiert. Jetzt werde angestrebt, die Verfügbarkeit der Anlage und die Tonnenzahl pro Stunde noch weiter auszubauen.

Neue Philosophie

Grundsätzlich verfolgt Recylex am Standort Nordenham eine neue Philosophie. Nicht allein die Produktionsmengen seien ausschlaggebend, sagte Konzernchef Sebastian Rudow, sondern auf eine möglichst hohe Wirtschaftlichkeit und Erlöseffizienz bei Rohstoffeinsatz komme es an. Der Trend gehe dahin, mehr Nebenprodukte zu verarbeiten.

„Wir verstehen uns auch als Dienstleister im Rohstoffkreislauf“, ergänzte Weser-Metall-Geschäftsführer Matthias Compes.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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