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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Landwirtschaft: Grüner wird’s nicht

10.05.2019

Fünfhausen Diese Woche wird es ernst. Dann startet Torsten Büsing mit dem ersten Grasschnitt auf seinen Grünlandflächen. Die Qualität dieser Ernte ist entscheidend für den Hof in Elsfleth-Fünfhausen.

Dort liegt nur noch ein überschaubarer Haufen Silage hinter den Hallen – und der wurde zugekauft. Der trockene Sommer im vergangenen Jahr ist an den landwirtschaftlichen Betrieben nicht spurlos vorübergegangen. „Es gab große Ernteeinbußen“, sagt Büsing, der den Betrieb gemeinsam mit seinem Vater Gerold führt. Diese Einbußen seien zum Glück dadurch aufgefangen worden, dass viele Höfe noch Reserven aus dem Jahr zuvor gelagert hatten. „Jetzt ist alles aufgebraucht“, so Büsing.

40 Prozent schlechter als normal war der Grasschnitt im vergangenen Jahr ausgefallen. Die ersten Meteorologen haben nun einen weiteren Dürresommer prognostiziert. „Das wäre ein großes Problem“, sagt Torsten Büsing. Der 37-Jährige ist dennoch gelassen. „Ob sich das bewahrheitet, muss sich ja erst zeigen. Es kann passieren, muss aber nicht“, findet er.

Für seine Erntepläne wäre Regen genau in dieser Woche sogar schlecht – das Gras soll auf keinen Fall zu nass gemäht werden. Dann lässt es sich nicht gut weiterverarbeiten – zu Silage, dem Hauptfutter der 150 Kühe auf Büsings Hof. Silage ist nichts anderes als haltbar gemachter Grünschnitt.

„Wie Sauerkraut“

„Das funktioniert ähnlich wie bei Sauerkraut“, erklärt der Landwirt. Das Gras wird geschnitten und auf der Wiese gewendet, damit es „anwelkt“. Das dauert im Schnitt ein bis zwei Tage. Erst dann wird es im Häckselwagen klein geschnitten und auf dem Hof aufgehäuft. Mit schweren Fahrzeugen wird diese Masse dann verdichtet und mit Planen möglichst luftdicht abgedeckt. Durch die einsetzende Milchsäuregärung wird das Gras konserviert.

Der erste Schnitt in der Wesermarsch dauert ungefähr zehn Tage – in dieser Zeit wollen alle Grünlandbauern das wertvolle Gras ernten. Der richtige Zeitpunkt ist enorm wichtig. Erntet man zu spät, wird das Gras zu faserig und verliert Energie. Da nicht alle Höfe eigene Erntemaschinen haben (ein Häcksler schlägt mit 500 000 Euro zu Buche), helfen Lohnunternehmer wie Malte Lübben bei der Ernte. Sein Mobiltelefon steht während der entscheidenden Tage selten still. 80 Hektar schaffen er und seine Mitarbeiter am Tag. Er weiß, wie wichtig eine gute Ernte für die Landwirte ist. „Dass es aus der Politik jetzt schon heißt, dass es keine weiteren Dürrehilfen geben wird, finde ich unverantwortlich“, sagt er.

Teure Zukäufe

94 aller Betriebe in der Grünlandregion Wesermarsch sind nach Angaben des Kreislandvolkverbandes Futterbaubetriebe. Sie bauen Gras und Mais als Nahrung für ihre Tiere selbst an. Das ist auch bei Torsten Büsing so. Müssen die Landwirte zukaufen, wird es teuer. „Ich musste im Winter für einen Monat Mais zukaufen. Das hat 10 000 Euro gekostet“, sagt Torsten Büsing.

Nach dem ersten Schnitt folgen über den Sommer noch weitere Ernten auf dem Grünland. Bis zu fünfmal wird das Gras bis zum Herbst eingeholt. Der erste Schnitt ist dennoch der wichtigste: Er liefert das energiereichste und qualitativ beste Futter für die Milchkühe. Die düngen wiederum die Grünlandflächen mit ihrer Gülle – ein Kreislauf, der in der Wesermarsch mit einem stimmigen Verhältnis von Fläche und Tieranzahl gut funktioniert, heißt es vom Kreislandvolkverband.

Für Torsten Büsing beginnt jetzt die heiße Phase der Ernte. Ein großer Druck. Doch er ist mit Herzblut dabei. „Ich bin gern Landwirt“, sagt er. Und als solcher hat er noch einen Tipp, wie der Sommer in diesem Jahr ausfällt: „Grünt die Eiche vor der Esche, hält der Sommer große Wäsche“, besagt eine Bauernregel. Soviel sei noch verraten: Die Eiche war schneller.

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Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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