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Tiere Vermehren Sich Besonders Stark: Wollhandkrabben erobern Gellen

19.10.2018

Gellen Seit einigen Wochen hält ein ganz besonderer Bewohner die Gellener ordentlich auf Trapp: die Chinesische Wollhandkrabbe. Nachts klettert sie aus den Gräben, um zwecks Fortpflanzung in neue Flussgebiete überzusiedeln. Dabei macht sie auch vor Hauseingängen keinen Halt. Viele Gellener berichteten bereits von Krebstieren, die sie aus Fluren, Küchen oder Schlafzimmern entfernen mussten.

Auch Irmela Kuhlmann-Causin kennt die Wollhandkrabbe recht gut. Ihr begegnet sie immer am frühen Morgen, bei Spaziergängen mit ihrem Hund. Da die Tiere, die bis zu 30 Zentimeter groß werden können, bei ihrer Wanderung auch Straßen überqueren müssen, sieht sie häufig zahlreiche, von Autos überfahrene Krabben. „Mein Hund frisst die sogar“, wundert sich die Gellenerin.

Viele natürliche Fressfeinde hat die Chinesische Wollhandkrabbe, die ihren Namen durch den Haarpelz an ihren Scheren erhalten hat, in Deutschland allerdings nicht. Ursprünglich stammt sie aus China. Zu Beginn des 20. Jahrhundert wurde sie durch Gütertransporte zufällig und ungewollt auch in den Norden verschifft. Hier sind es vor allem Krähen, Großenten und mitunter Greifvögel, die sich die Krabben schmecken lassen. „Die Vögel fressen sie, indem sie sie in ihren Schnäbeln hochheben und dann fallen lassen. So wird der harte Panzer der Wollhandkrabbe zerstört“, erklärt Hans-Jürgen Junge von Nabu Elsfleth. Beginnt die Krabbe sich zu häuten um ihren alten Panzer durch einen neuen zu ersetzen, zählen auch Aale oder Hechte zu ihren Feinden.

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Das veränderte und immer wärmer werdende Klima begünstigt die Fortpflanzung der Wollhandkrabben. Da besonders dieser Sommer sehr heiß war, wird die Population der Krebstiere auch weiterhin ansteigen. „Vor 50 oder 60 Jahren war sowas hier gar nicht möglich. Das liegt an der Erderwärmung“, weiß auch Franz-Otto Müller, Nabu Wesermarsch.

Wie es in den nächsten Jahren mit der Chinesischen Wollhandkrabbe weitergeht, bleibt abzuwarten. Nimmt die Population jedoch auch weiterhin so stark zu, müsse laut Junge vermutlich der Mensch eingreifen und wieder für ein natürliches Gleichgewicht sorgen.

Gefährlich seinen die Tiere aber nicht, versichert Hans-Jürgen Junge. „Mit ihren Scheren können sie zwar pieken, aber etwas Schlimmeres kann eigentlich nicht passieren.“ Dennoch seien die Krabben ein Ärgernis. Vor allem für Fischer, deren Netze die Wollhandkrabben schon oft mit ihren Scheren durchtrennt haben.

Svenja Gabriel-Jürgens Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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