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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Genehmigung für Rückbau verzögert sich

24.10.2016

Kleinensiel Das war eine Punktlandung: Exakt 80 Plätze in vier Gruppen hatte das Kernkraftwerk Unterweser (KKU) für seinen 1. Informationstag zum geplanten Rückbau am Sonnabendnachmittag angeboten, und genau 81 Bürger von beiden Seiten der Weser meldeten sich an. Das Unternehmen konnte jedem Interessierten eine Zusage geben.

Bevor die Bürger ihr jeweils gut zweistündiges Informations- und Besichtigungsprogramm absolvierten, machte das Kraftwerk Bürgermeistern und Fraktionschefs aus der Umgebung das gleiche Angebot. Es wurde nicht ganz so gut angenommen wie von den Veranstaltern erhofft. Nur vier Bürgermeister kamen: Klaus Rübesamen aus Stadland sowie seine Kollegen Carsten Seyfarth (Nordenham), Detlef Wellbrock (Gemeinde Loxstedt) und Andreas Wittenberg (Gemeinde Hagen im Bremischen).

Für ihre Fraktionen informierten sich Günter Busch (CDU Stadland), Horst Mauritschat (SPD Stadland), Hans Francksen (SPD Kreistag), Jürgen Janssen (Grüne Kreistag) und Horst Wreden (CDU Nordenham).

Gerd Reinstrom teilte seinen Zuhörern mit, dass sich die Genehmigung für Stilllegung und Rückbau wohl etwas verzögern wird. Grund sei die intensive Bearbeitung der Unterlagen durch die Gutachter und das Umweltministerium in Hannover als Genehmigungsbehörde. Bisher hatten alle Seiten vermutet, dass die Genehmigung im ersten Quartal 2017 erteilt wird und dann gleich der Rückbau beginnt, jetzt wird mit der Genehmigung im weiteren Verlauf des nächsten Jahres gerechnet.

„Beim Rückbau geht Sicherheit vor Wirtschaftlichkeit“, betonte Gerd Reinstrom. Es gebe eine Fülle von Gesetzen, die der Betrieb peinlich genau einhalten werde – wie im 2011 eingestellten Leistungsbetrieb.

Außer der Genehmigung gebe es für den Beginn des Rückbaus eine weitere Voraussetzung: die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Klage der Stromkonzerne gegen den Atomausstieg. Das Urteil werde noch für dieses Jahr erwartet.

Bisher jedenfalls sehe die Anlage noch genauso aus wie im Leistungsbetrieb, damit sie nach einem positiven Votum des Verfassungsgerichts wieder angefahren werden könne, sagte Reinstrom. Nur der Generator sei ausgebaut und nach Brokdorf verschifft worden.

„Dieser Rückbau ist alles andere als ein Pilotprojekt“, betonte Almut Zyweck, die Pressesprecherin des KKU-Betreibers PreussenElektra und verwies auf die Erfahrungen, die ihr Unternehmen, das bis zum 1. Juli Eon-Kernkraft hieß, mit den Rückbauten in Würgassen und Stade gesammelt habe. Diese Erfahrungen flössen in die Arbeiten in Kleinensiel ein. Außer Unterweser muss PreussenElektra auch die abgeschalteten Kernkraftwerke Grafenrheinfeld und Isar I in Bayern zurückbauen. Noch in Betrieb sind die Kraftwerke Grohnde, Brokdorf und Isar II.

Der Rückbau des Kontrollbereichs, der alle radioaktiv belasteten Materialien enthält, werde 13 bis 15 Jahre dauern, ergänzte Gerd Reinstrom. Danach folge der Abbau der konventionellen Teile des Kraftwerks wie Maschinenhaus oder Bürogebäude, der weitere zwei bis zweieinhalb Jahre dauern werde. Es sei denn, ein anderer Nutzer würde sie übernehmen, wie Hans Francksen hofft.

Die Belegschaft des Unternehmens wird zum Jahreswechsel von 200 auf 185 weiter verringert – „sozialverträglich“, wie Gerd Reinstrom sagte. Insgesamt arbeiten nach seine Worten auf dem KKU-Gelände noch 350 Arbeitskräfte, davon 115 Wachleute.

 Einen weitereren Informationstag will das Kernkraftwerk Unterweser zu Beginn des Rückbaus veranstalten. Wieder sollen am Vormittag Politiker und Verwaltungschefs kommen und am Nachmittag Bürger.

Henning Bielefeld
Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2203

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