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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Pflegemaßnahme oder Kahlschlag?

19.02.2019

Grossensiel Die Motorsägen kommen kaum zur Ruhe, auch der Bagger hat Schwerarbeit zu leisten: In Großensiel hat auf dem früheren Kleingartengelände zwischen Hansingstraße und Bahngleisen das große Aufräumen begonnen. Während der Eigentümer des Grundstücks, Björn Thieling, von einer „ökologischen Pflegemaßnahme“ spricht, werfen verärgerte Anlieger ihm vor, das Areal ohne Rücksicht auf Umweltbelange zu roden.

Mehrere Bürger haben sich bei der NWZ gemeldet und einen Stopp der Fäll- und Rückschnittarbeiten gefordert. Einer von ihnen ist Gerd Coldewey. Seiner Meinung nach hat der Bestand an Bäumen und Büschen, den der Unternehmer und Investor Björn Thieling als „Wildwuchs“ bezeichnet, durchaus einen ökologischen Wert. Der Hansingstraßenanwohner hat sich an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Wesermarsch gewandt und sie gebeten, den Ist-Zustand der Grünanlage zu bewerten und so lange weitere Rodungen zu untersagen. „Wird alles beseitigt, braucht es bei der anschließenden Flächennutzungsplanänderung kein Umweltgutachten mehr, weil jetzt im Vorgriff alles zerstört wird“, sagt Gerd Coldewey.

Ist-Zustand feststellen

Auf Nachfrage der NWZ hat Hans-Dieter Griepenstroh als Umwelt-Fachdienstleiter des Landkreises Wesermarsch eine Überprüfung des Sachverhalts angekündigt, um den Ist-Zustand festzustellen. „Diese Prüfung umfasst sowohl die Auswertung der Datenlage bezüglich des Landschaftsrahmenplanes als auch eine Ortsschau des Areals“, teilt der Fachdienstleiter mit. Das weitere Vorgehen sei von den Prüfergebnissen abhängig.

Nach dem jetzigen Stand der Dinge sieht die Baudezernentin der Stadt Nordenham, Ellen Köncke, nichts Unrechtmäßiges an den Rodungsarbeiten. Sie verweist darauf, dass es sich bei dem Grundstück um ein Privatgelände handelt, das nicht als Landschafts- oder Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Auch die Baumschutzsatzung der Stadt Nordenham greift laut Ellen Köncke hier nicht. Nach diesem Regelwerk stehen nur ortsbildprägende Bäume, die in einem entsprechenden Kataster aufgelistet sind, unter Schutz. Und das trifft nach Auskunft der Dezernentin für den Bewuchs auf dem Thieling-Land in Großensiel nicht zu.

Eine ökologische Bestandsaufnahme und Bewertung des 7 Hektar großen Areals wird laut Ellen Köncke erst im Zuge des Bebauungsplanverfahrens ein Thema. Sobald das Gelände den Status eines Plangebiets hat, ist es vorgeschrieben, eine gutachterliche Stellungnahme zur dortigen Tier- und Pflanzenwelt einzuholen. Auf der Grundlage dieser Expertise wird im Verlaufe des Bebauungsplanverfahrens festgelegt, ob und in welchem Umfang ökologische Ausgleichsmaßnahmen anzuordnen sind.

Rechtliche Lücke

Dass der Augustgroder Unternehmer Björn Thieling, der dort das große Wohnbauprojekt „Hansings Gärten“ mit bis zu 15 Gebäuden und 135 Wohnungen verwirklichen möchte, schon im Vorfeld der Bauleitplanung den Bewuchs zurückschneiden lässt, verstoße gegen keine Vorschriften. „Er nutzt eine rechtliche Lücke“, sagt Baudezernentin Ellen Köncke.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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