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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Ab sofort dreht sich alles um die Hühner

15.05.2019

Großensiel Der Kuhstall ist leer, die Milchtankstelle ist geschlossen. Im Hofladen des Hofs Königsfeld am Mittelweg gibt es zwar noch Eier und Kartoffeln, aber keine Milch mehr. Vor rund einer Woche wurden die Kühe verkauft. „Sie sind jetzt im Nachbarort, auch auf einem Roboter-Betrieb“, erzählt Landwirt Andreas Speckels-Suhren.

Der Schritt, die Milchviehhaltung aufzugeben, ist Andreas Speckels-Suhren und seiner Frau Anja Suhren nicht leicht gefallen. „Aber wir wollten mal von der Arbeit runter kommen“, erzählt er. In den vergangenen sieben Jahren habe das Paar nicht einen Tag Urlaub gehabt, sondern sieben Tage die Woche auf dem Hof gearbeitet, sagt er.

Zuletzt 60 Kühe

Bei den niedrigen Milchpreisen müssen sich die Milchbetriebe immer mehr erweitern, sagt der Landwirt. Doch der Hof am Mittelweg biete dafür baulich nicht die nötigen Kapazitäten. 60 Kühe hatte das Paar zuletzt noch auf dem Hof. Zu Spitzenzeiten waren es 180 Tiere. Im Schnitt hatten sie 160 Tiere. Da habe allein die Melkzeit rund sieben Stunden betragen. „Dann musste man noch alle anderen Arbeiten auf dem Hof erledigen“, erzählt der Landwirt.

Seit etwa 1934 ist der Hof im Familienbesitz. Anja Suhren führt ihn bereits in dritter Generation. 27 Jahre lang hatte das Paar eigene Kühe. Es sei ein komisches Gefühl gewesen, als die letzte Kuh abgeholt wurde, sagt Andreas Speckels-Suhren. Das Paar konzentriert sich jetzt auf die Hühnerhaltung. Rund 2300 Tiere haben die Suhrens auf ihrem Hof. Die Arbeitserleichterung durch die Aufgabe der Kühe mache sich bereits bemerkbar. „Die Hühnerhaltung ist nicht so Termingebunden“, erzählt der Landwirt.

Mit Kühen begann der Arbeitstag früher bereits um 5.30 Uhr mit dem Melken. Eine kleine Erleichterung hatte schon der Melkroboter gebracht, in dem die Kühe selbstständig gemolken wurden. „Aber auch da war man um 7 Uhr im Stall“, sagt Andreas Speckels-Suhren.

Die Hühner seien pflegeleichter. Die müsse das Paar nur füttern und mit Wasser versorgen, erzählt er. Die Hennen hält das Paar in zwei Gruppen: Eine im Stall, die über einen Auslauf Zugang zur Weide hat, und eine im mobilen Hühnerstall auf der Weide. So können die Tiere nach Herzenslust scharren und picken.

Nach circa einem Jahr werden die Hühner geschlachtet, weil sie dann deutlich weniger Eier legen. „Und weil die Schale immer dünner wird“, erklärt Andreas Speckels-Suhren. Die Eier seien dann kaum noch zu transportieren. Dann kommt die mobile Schlachterei auf den Hof. Rund 400 Hühner verkauft das Paar als Suppenhühner im eigenen Hofladen.

Geschmacklich stark

Neue Hennen kauft das Paar beim Aufzüchter. Die Tiere sind dann etwa 18 Wochen alt. „Ab der 20 Woche sind die Hühner geschlechtsreif und fangen an, Eier zu legen“, sagt Andreas Speckels-Suhren. Die Junghennen-Eier seien zwar kleiner, aber „geschmacklich unheimlich stark“, sagt der Landwirt.

Seit 2015 betreibt das Paar den Hofladen am Mittelweg. Angefangen hatten die Suhrens mit ihrer Milchtankstelle, dann kamen Kartoffeln und Eier dazu, die das Paar zunächst noch zukaufte. Doch das sei sehr umständlich gewesen, erinnert sich Andreas Speckels-Suhren.

2016 kamen die ersten Hühner auf den Hof, deren Eier im Hofladen angeboten wurden. Inzwischen kann das Paar circa 1700 Eier täglich einsammeln. Rund 700 davon verkaufen sie im eigenen Hofladen. Zusätzlich beliefern sie verschiedene Bäckereien, bestücken Automaten in Rodenkirchen und liefern sogar bis nach Ovelgönne.

Etwa 45 Hektar Land hatten die Suhrens bewirtschaftet, bevor sie die Kühe abgegeben haben. Den Großteil haben sie an Kollegen aus Esenshamm abgegeben, erzählt Andreas Speckels-Suhren. Etwa fünf Hektar hat das Paar behalten. Andreas Speckels-Suhren kann sich gut vorstellen, neben den Hennen auch Freiland-Hähnchen auf dem Hof zu halten. „Das ist ein echter Genuss“, schwärmt Andreas Speckels-Suhren.

Merle Ullrich Nordenham / Redaktion Nordenham
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