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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Landwirtschaft: Gülle gefährdet Grundwasser nicht

06.03.2013

Rodenkirchen Gülle hat einen denkbar schlechten Ruf. Denn erstens stinkt sie, und zweitens steht sie im Verdacht, das Grundwasser zu gefährden. Zumindest der zweite Punkt kann nicht pauschal aufrecht erhalten werden.

Das ist die wesentliche Erkenntnis des Praxisforums Grünland am Dienstagvormittag in der Rodenkircher Markthalle. Veranstalter war das Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen in Ovelgönne. Mehrere Referenten machten deutlich, dass pauschale Urteile über Auswirkungen der Gülledüngung auf das Grundwasser wissenschaftlichen Überprüfungen nicht standhalten. Es komme immer auf den Einzelfall an.

Diese Erkenntnis ist wichtig für die zukünftige landwirtschaftliche Nutzung von Grünlandregionen. Denn die Europäische Union hat für Deutschland und andere Mitgliedsländer bei der Stickstoffdüngung Ausnahmen von der Begrenzung der Höchstmenge auf 170 Kilogramm Nitrat N pro Hektar und Jahr zugelassen. In Deutschland dürfen Landwirte auf Antrag bis zu 230 Kilogramm Nitrat N pro Jahr auf einem Hektar ausbringen. Diese seit 2006 geltende Sonderregelung, von der bisher nur eine Minderheit der berechtigten Landwirte Gebrauch gemacht hat, läuft Ende des Jahres aus, kann aber verlängert werden.

Verlängert werden müsste sie auf Antrag der Bundesregierung von der EU-Kommission in Brüssel. Die betroffenen Bundesländer seien dafür, sagt Dr. Arno Krause, der Geschäftsführer des Grünlandzentrums. Und die Bundesregierung habe gute, wissenschaftlich untermauerte Argumente.

Bedarf steigt

Der Bedarf an dieser Derogationsregelung – so heißt die Ausnahmegenehmigung offiziell – dürfte in den nächsten Jahren mit dem Wegfall der Milchquote steigen, ist Franz Jansen-Minßen überzeugt. Denn dann dürften viele Betriebe ihren Rinderbestand ausbauen – was unweigerlich zu mehr Gülle führt, sagte der Leiter des Fachbereichs Nachhaltige Landnutzung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Dieser Wirtschaftsdünger könnte entweder an andere Bauern oder an Biogasanlagen verkauft werden – oder eben auf den eigenen Weiden ausgebracht werden. Dieser Dünger werde vom Gras sehr stark aufgenommen, was auch gut für das Grundwasser sei, und diese Vorgehensweise sei zudem sehr wirtschaftlich für die Bauernhöfe, sagte der Referent Kees Romijn, Vorsitzender des Fachbereichs Milchwirtschaft des niederländischen Bauernverbandes LTO.

In Irland und den Niederlanden dürfen Landwirte sogar bis zu 250 Kilogramm pro Hektar ausbringen. Auch das sei kein Problem, sagte Professor Dr. Pat Dillon, Leiter des milchwirtschaftlichen Forschungszentrums am wissenschaftlichen Versuchsbetrieb Moore Park in Teagasc in Irland. Das Gras nehme 70 bis 80 Prozent des Stickstoffs auf, so dass nur 6 Milligramm Nitrat N in einem Liter oberflächennahen Grundwassers festgestellt werden könnten.

Rund 120 Landwirte hörten die Vorträge. Viele von ihnen haben die Ausnahmeregelung noch nicht beantragt, weil sie sie nicht brauchen oder den erheblichen bürokratischen Aufwand scheuen.

Weitere Referenten waren Professor Dr. Friedhelm Taube von der Universität Kiel, Dr. Matthias Benke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Dr. Volker Garbe, Referatsleiter Acker- und Pflanzenbau beim Landwirtschaftsministerium.

Akteure vernetzen

Ziel des Grünlandforums ist es, alle im Grünland tätigen Akteure untereinander sowie mit Wissenschaft und Politik zusammenzubringen. Finanziert wurde das zweite Praxisforum von Sponsoren, die nicht genannt werden möchten.


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Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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