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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Weidehaltung: Wolfsproblem: Hamburger Institut weist Kritik zurück

08.11.2017

Hamburg /Wesermarsch In der Diskussion um Wölfe in der Wesermarsch bezieht das Hamburger Institut, dessen Untersuchungsergebnisse vom Kreislandvolkverband Wesermarsch als Beleg für drei Fälle von gerissenen Schafen durch Wolfhunde ins Feld geführt worden sind, jetzt öffentlich Stellung. Das Institut weist die Kritik von Wolfsberater Franz-Otto Müller aus Brake an diesen Untersuchungsergebnissen zurück.

Franz-Otto Müller hat gegenüber der NWZ vor Panikmache in der Wesermarsch gewarnt. „Wir haben hier kein Wolfsproblem, wir haben ein Hundeproblem.“ Die Ergebnisse von Untersuchungen der Senckenberg-Forschung müssten abgewartet werden.

Der Wolfsberater zweifelt an, dass das Institut in Hamburg über die nötigen DNA-Vergleiche verfügt, um zweifelsfrei Wolfhunde festzustellen. Wolfhunde werden auch Hybride genannt, weil sie nicht reinrassige Wölfe sind, sondern Kreuzungen aus Wolf und Hund.

Umfangreiche Daten

Die Aussage unzureichender DNA-Vergleiche sei unzutreffend, entgegnet das Institut in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der NWZ. Das Institut nennt sich Forensische Genetik und Rechtsmedizin am Institut für Hämatopathologie in Hamburg (ForGen). Es verfügt nach eigenen Angaben über eine umfangreiche Datensammlung. Zudem stelle sich die Frage, auf welcher Grundlage die Aussage des Wolfsberaters beruht.

Darüber hinaus werde nicht dargestellt, was denn überhaupt die nötigen DNA-Vergleichsproben wären. Es werde lediglich benannt, dass das staatliche Senckenberg-Institut über europaweite Vergleiche verfüge, kritisiert ForGen. „Umkehrschluss wäre hier also, dass ForGen keine DNA-Proben von Tieren außerhalb Deutschlands haben würde? Dies ist jedoch nicht zutreffend“, so das Hamburger Institut in seiner Stellungnahme gegenüber der NWZ.

Ebenfalls kritisiert das Institut die Aussage des Wolfsberaters, wonach bei allen an das Hamburger Institut geschickten Proben immer das Ergebnis gewesen sei, es handele sich um Wolfshybride: „Auch hier ist fraglich, auf welcher Grundlage diese Aussage beruht. Der Wolfsberater wird kaum alle ForGen-Gutachten beziehungsweise deren Ergebnisse kennen. Als forensische Sachverständige sind wir unserem Auftraggeber verpflichtet und nur dieser erhält von uns das Ergebnis der beauftragten Untersuchung. Der Wolfsberater müsste also alle Auftraggeber kennen, mit ihnen Kontakt aufgenommen haben und die Ergebnisse der Analysen erhalten haben. Bei mehreren 100 Gutachten in verschiedenen Ländern scheint dies unwahrscheinlich.“

Schwerer Vorwurf

Die Kritik von Wolfsberater Franz-Otto Müller, wonach auch das Landesumweltministerium solche Untersuchungen als nicht fachlich anzweifelt, sei „ein schwerer Vorwurf seitens des Ministeriums und es stellt sich die Frage, auf welcher Basis das Ministerium die Untersuchungen anzweifelt“, kritisiert ForGen. Das Hamburger Institut schreibt weiter: „Seitens des Ministeriums ist nicht offiziell bei ForGen angefragt worden; auch wird der Passus ’solche Untersuchungen’ nicht definiert. Die Aussage von Seiten des Ministeriums ist unwissenschaftlich und schlicht falsch.“

Aus der wissenschaftlichen Literatur seien viele Veröffentlichungen bekannt, in denen derartige Fragestellungen mit verschiedenen Methoden bearbeitet werden. „Die von ForGen angewandten Methoden sind wissenschaftlich überprüft und werden auch von anderen Arbeitsgruppen angewandt. Es ist unzutreffend, dass allein das vom Senckenberg-Institut genutzte Analyseverfahren valide Ergebnisse erbringt, vielmehr nutzen unterschiedliche Labors weltweit (auch) die von ForGen angewandte Methode“, behauptet ForGen. Die Aussagen des Ministeriums und des Wolfsberaters seien unzutreffend und durch einseitige Betrachtung geprägt. Sie seien zudem rufschädigend.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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