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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Wollmilchsau zu Wasser mit leichter Verspätung

16.09.2015

Berne Sie soll die Umwelt schonen, komfortabler sein und in der Zukunft Geld sparen, doch momentan hat sie Verspätung: Erst in der zweiten Oktoberwoche wird die neue Helgolandfähre der Reederei Cassen Eils fertiggestellt. „Es fehlt an vielen Stellen noch Erfahrung mit dem neuen Brennstoff“, sagt Corina Habben vom Schifflinienbetreiber AG Ems. Das neue Schiff soll mit LNG – Liquefied Natural Gas – sprich gekühltem Flüssigerdgas angetrieben werden. Momentan hapere es noch an dem Zusammenspiel aller Komponenten, die alle für sich in ihrem Gebiet funktionierten, aber noch nicht zusammen.

„Viele gute Musiker und Instrumente bedeuten eben noch kein gutes Orchester – erst muss alles abgestimmt werden“, sagt Corina Habben. Alleine 100 Kilometer an Kabeln gebe es mittlerweile an Bord. Der Name der Fähre steht auch schon fest: Sie soll „Helgoland“ heißen.

Eher ein Kreuzfahrtschiff

Für die Passagiere soll sich der Komfort auf der Strecke von Cuxhaven nach Helgoland deutlich erhöhen. „Wir gehen davon aus, dass die Fähre neue Standards setzen wird, sie gleicht eher einem Kreuzfahrtschiff“, findet die AG Ems-Mitarbeiterin. Auf den wenigen bisher veröffentlichten Fotos scheint es zumindest so. Helles Holz und blauer Teppich dominieren die Farbgestaltung der Aufenthaltsbereiche, dazu sorgen großformatige Naturfotos aus der Nordsee für das gewisse Etwas. Wie ein Segelboot gestaltete Sitzbereiche für Familien laden zum Verweilen ein und für kleine Kapitäne verfügen sie sogar über ein Steuerrad. „Die Überfahrt wird kurzweilig werden, es gibt verschiedene Themenbereiche über die Nordsee, das Wattenmeer oder die Unterwasserwelt und sogar ein Atrium mit einem gläsernen Fahrstuhl“, kündigt Corina Habben an.

Es wird auch mit einer Tradition gebrochen: Mussten bisher die Passagiere mit ihrem Gepäck vom Ankerplatz aus mit schaukeligen Börtebooten zur Insel gebracht werden, kann die Fähre nun direkt im Hafen anlegen. „Das bedeutet, dass nun auch Rollstuhlfahrer bequem an Bord gelangen.“ Außerdem sei es neu, dass neben Stückgut nun auch Container mitbefördert werden könnten. Für leicht seekrank werdende Passagiere gibt es auch gute Nachrichten: Durch moderne Stabilisatoren schaukele das Schiff wesentlich weniger als seine Vorgänger.

Der neue LNG-Antrieb, so der Betreiber, sei ein Novum im deutschen Schiffsverkehr. Er reduziere im Vergleich zum Schiffsdiesel die Feinstaubbelastung um 100 Prozent, Kohlendioxid um 20 Prozent und Stickstoff- und Schwefeldioxid um 95 Prozent.

Umweltfreundlich

In Zukunft soll damit auch Geld gespart werden. „Im Moment wird die Ersparnis durch den günstigen Schiffsdiesel weggeschmolzen, aber in Zukunft ändert sich das vielleicht noch. Diesel galt bisher als alternativlos, wir glauben, dass Umweltfreundlichkeit einfach zur Nordsee passt“, erläutert Corina Habben. Es sei richtig auf die neue Technik zu setzen, denn die bessere Umweltverträglichkeit greife schon ab der ersten Fahrt. Es sei auch möglich, Schiffsdiesel zu tanken, falls nötig.

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