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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Gesundheit: Helios entscheidet pro Esenshamm

02.09.2014

Nordenham Die Klinikgruppe Helios hat am Montagnachmittag bekannt gegeben, dass sie den im Juni vergangenen Jahres vom damaligen Klinikbetreiber Rhön vollzogenen Baustopp für ein neues Krankenhaus in Esenshamm aufheben und umgehend den erstellten Rohbau zu einem neuen Krankenhaus mit 150 Betten vollenden wird.

Zugleich hat Helios der Hospitalgesellschaft Jade-Weser als Träger des Braker Krankenhauses mitgeteilt, dass die im Frühjahr aufgenommenen Verhandlungen über eine Fusion beendet sind.

Somit kommt es nicht zur Zusammenführung der Häuser in Brake und Nordenham zu einer künftig einzigen Klinik, sondern zu einem neuen Wettbewerb zweier Häuser im Landkreis.

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Die 300 Mitarbeiter im Nordenhamer Krankenhaus sind erleichtert, weil niemand wusste, wie es weitergeht und viele mit dem Schlimmsten, also der Schließung des Klinikstandortes Nordenham, gerechnet hatten.

Allerdings, so stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Rolf Kloppenburg, werde es sicherlich zu Personaleinschnitten kommen. „Angesichts dieser neuen Sorgen wird der Betriebsrat weiterhin voll gefordert sein.“

Betriebsversammlung

Helios hat am Montag zuerst die Mitarbeiter informiert. 130 Teilnehmer der Betriebsversammlung reagierten mit starkem Beifall.

Anschließend hat Helios am Montag die Hospitalgesellschaft, Landrat Thomas Brückmann, Bürgermeister Hans Francksen (Nordenham), Bürgermeister Roland Schiefke (Brake) und danach die Presse informiert.

Helios erfüllt jetzt bindende Verträge mit dem Landkreis, der für den Klinik-Standort Esenshamm bereits Zuschüsse von 10 Millionen Euro gezahlt hat. Im Falle einer Entscheidung für Brake als künftig einzigen Klinikstandort in der Wesermarsch hätten die 10 Millionen zurückgezahlt werden müssen – davon geht Helios jetzt aus.

Die Fusionsverhandlungen sind, so bestätigten beide Klinikgesellschaften auf Nachfragen der NWZ , daran gescheitert, dass die Hospitalgesellschaft auf Brake als Fusionsstandort beharrt und somit die 10 Millionen Euro zurückgezahlt werden müssten.

Laut Helios-Regionalgeschäftsführer Dr. Dr. Jan Leister war sein Unternehmen bereit, im Falle einer Fusionsentscheidung für Esenshamm der Hospitalgesellschaft die Krankenhaus-Trägerschaft vollständig zu überlassen.

Helios hätte sich dann ganz aus der Wesermarsch zurückgezogen. Das hätte laut Jan Leister für Helios nicht weniger hohe Investitionen zur Folge gehabt wie jetzt für den Weiterbau in Esenshamm.

Weitere Diskussionen und Verzögerungen schadeten den Patienten und Mitarbeitern, deshalb solle jetzt die Klinik in Esenshamm so schnell wie möglich fertiggestellt werden, betonte Jan Leister.

Eigene Bauexperten

Helios beschäftige eigene Experten für Krankenhausbau- und Projektsteuerung, die bereits die Baupläne prüfen und die Wiederaufnahme der Bauarbeiten vorbereiten. Jan Leister weiter: „Nach Fertigstellung des Neubaus können sich alle Bürger in der Wesermarsch auf ein zentral gelegenes Helios-Krankenhaus freuen, das mit modernster Medizintechnik und zeitgemäßem Komfort für die Patienten ausgestattet ist.“

Der Neubau in Esenshamm wird in der ursprünglich geplanten Variante ohne zusätzliche Etage umgesetzt, so wie es dem Versorgungsauftrag und der Krankenhausplanung des niedersächsischen Sozialministeriums entspricht.

Sofern das Sozialministerium den Versorgungsauftrag erweitern will, steht Helios grundsätzlich einem Ausbau von Fachabteilungen positiv gegenüber. So könnten bestehende Versorgungslücken im Landkreis geschlossen werden.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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