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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Herausforderungen? Gern!

20.12.2017

Der gebürtige Marokkaner El Mostafa Slimani ist der neue Chef des Braker Rehau-Werks.

Von Markus Minten

In der Rehau-Ahnengalerie sucht man El Mostafa Slimani noch vergebens. Vier Stahlplatten mit Porträt und Daten bisheriger Fabrikleiter hängen im Bürotrakt des Braker Werks. Das des 52-Jährigen ist noch nicht dabei. Kann es auch nicht: Die Tafel gibt’s erst nach Abschluss der Tätigkeit bei dem Polymerspezialisten – oder beim Wechsel innerhalb des Hauses, wie ihn Vorgänger Volker Langenberg vollzogen hat. Er baut ein neues Werk in Ungarn auf. Und noch fehlt selbst dessen Tafel.

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Von ihm hat der in Marokko geborene El Mostafa Slimani im Oktober die Leitung des Braker Werks übernommen. Zuvor verantwortete er seit Jahresbeginn als Director Rehau Performance System die Konfektion in Brake und trieb das hausinterne Prozessoptimierungsprojekt voran.

Dabei geht seine berufliche Laufbahn zunächst in eine ganz andere Richtung: Er lernt Maurer. „Nicht unbedingt das, was meine Eltern wollten“, verrät Slimani, der im Alter von sieben Jahren nach Deutschland gekommen ist. Im Kreis Aachen wächst er auf, den Dialekt hört man ihm deutlich an. Doch der junge Mann hält an seinem gefassten Entschluss fest, da er „schon immer etwas Handwerkliches lernen wollte; etwas, das man sehen kann“. Doch nach der Gesellenprüfung soll es mehr sein: Anfang der 90er-Jahre macht er seinen Meister im Hochbau, anschließend beginnt er in einem großen Bauunternehmen. Hier arbeitet er sich zum Bauleiter hoch und verantwortet Projekte in vielfacher Millionenhöhe.

Die sind aber selten nahe der Heimat. Und da 1996 die Kinder zwei und drei geboren werden, möchte er deren Entwicklung direkter miterleben als beim acht Jahre älteren ersten Kind. Also wechselt er nicht nur den Arbeitgeber, sondern gleich die ganze Branche. Als Bereichsleiter heuert er bei einem großen französischen Autozulieferer an, mit Sitz im deutlich näheren Köln. Produktleiter, Engineer Chance Manager, Plant Launch Leader, Global Engineering Change Manager – auf der Karriereleiter sind noch einige Stufen zu erklimmen. 2010 baut er als Leiter ein Werk in Saarlouis auf, 2013 übernimmt er die Leitung eines anderen in Köln, 2014 dann leitet er zwei in Neckarsulm.

Nach 15 Jahren im selben Unternehmen juckt es den umtriebigen Rheinländer mit marokkanischen Wurzeln dann, etwas Neues anzufangen: Er folgt dem Ruf von Rehau nach Brake: „Eine spannende Aufgabe aufgrund der vielen Innovationen. Neue Hochregaltechnik, neue Lackiertechnik, das sind schon Meilensteine in der Branche.“ Rund 100 Millionen Euro investierte der Polymerspezialist erst jüngst ins Braker Werk. Das weiterzuentwickeln reizt ihn. „Ich brauche immer eine Herausforderung, je unmöglicher, desto besser.“

Denn auch wenn diese Millioneninvestitionen abgeschlossen sind – die Aufgaben sind es noch lange nicht. „Die laufenden Umbauten parallel zum Tagesgeschäft sind eine echte Herausforderung.“ Und auch das Tagesgeschäft selbst birgt davon einige, schließlich stehen immer wieder Facelifts an und in kurzen Abständen auch neue Modellanläufe. Die Elektromobilität verlangt hier noch mehr Vielfalt. Rund 4000 Stoßfänger plus Längsträgerverkleidung und Heckspoiler wollen täglich ausgeliefert werden. Das allein sei eine Wahnsinnsherausforderung“, während eines Umbaus eine „Kunst“ – „die Kunst, Qualität und Quantität nicht abreißen zu lassen“. Und dann will auch die weitere Einführung der Robotertechnik gemeistert werden.

Der Einsatz der automatischen Kollegen werde, so beruhigt El Mostafa Slimani, nicht zum Arbeitsplatzabbau führen. Eher im Gegenteil: „Auch die Roboter müssen gefüttert werden.“ Ab Januar soll im Vierschichtbetrieb gearbeitet werden, mehr als 80 Einstellungen zieht allein das nach sich. 1060 Beschäftigte sind es aktuell. Und da ein Großteil der Wartung und Reparaturen mit eigenen Kräften erfolgt, werde auch auf deren Aus- und Weiterbildung großen Wert gelegt. „Ich möchte alle Mitarbeiter erreichen.“ Und da er das wörtlich meint, bleibt der Werksleiter auch gern mal zur Nachtschicht.

Seine Mitarbeiter braucht er auch, um ein weiteres Ziel zu erreichen: „Ich möchte, dass wir uns für die ,Fabrik des Jahres‘ bewerben“, stellt er eine Teilnahme am Bench­markwettbewerb der verarbeitenden Industrie in Aussicht.

Wenig Zeit bleibt da für seine sportlichen Hobbys: Fitness hat er früher viel betrieben, Handball bis zur Regionalliga gespielt. Und in Taekwondo hat er gar drei deutsche und eine internationale Meisterschaft gewonnen. Zeit nimmt er sich heute für das Walken: „Da kriegt man so schön den Kopf frei.“

Was er im und am Norden mag? „Die Menschen.“ Was er vermisst? „Meine Frau.“ Die ist in der rheinischen Heimat geblieben, sodass El Mostafa Slimani derzeit eine Wochenendehe führt: „Meine Familie ist mir sehr wichtig. Wir versuchen, uns so oft wie möglich wenigstens auf einen Kaffee zu sehen.“ Auch das ist oft genug eine Herausforderung.

Durchtrainiert und bereit für neue Aufgaben: El Mostafa Slimani

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