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Bahnverkehr zwischen Hude und Oldenburg gestört
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Aktualisiert vor 2 Minuten.

Brücke Defekt
Bahnverkehr zwischen Hude und Oldenburg gestört

NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Heringsfischer haben es von Anfang an schwer

25.08.2007

ELSFLETH Wenn am Sonnabend und Sonntag das „1. Elsflether Heringsfest“ gefeiert wird, werden vielleicht bei manchem Älteren Erinnerungen an die Zeit der Heringsfischerei wach. Bis Anfang der Dreißiger Jahre war sie in Elsfleth ein bedeutender Wirtschaftszweig, und nicht wenige Elsflether Familien haben Vorfahren, die mit dem „Häring“ (so die Schreibweise um die Jahrhundertwende) ihr Auskommen hatten. Im Jahre 1906 wurde der Elsflether Heringsfischerei gar das Prädikat „Hoflieferant Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs“ verliehen.

Es war der Niedergang von Segelschiffbau und Segelschifffahrt, der in Elsfleth eine Umorientierung auf andere Erwerbszweige erforderlich machte. Die Elsflether Chronik von Adolf Blumenberg berichtet in einem ganzen Kapitel von der Elsflether Heringsfischer-Epoche. Sie begann im Jahre 1896, einflussreiche Elsflether Geschäftsleute projektierten eine Heringsfischerei-Gesellschaft in Form einer Aktiengesellschaft. Von der Reichsregierung erhoffte man sich Gründungsbeihilfen, wie sie anderen Gesellschaften in Emden, Glückstadt und Vegesack bereits gewährt worden war. Mit vier bis fünf Loggern sollte es 1897 losgehen, weitere vier Schiffe sollten zur Fangsaison 1898 in Dienst gestellt werden. Ein Großteil der Heringsfischer war holländischer Abstammung.

Nach Zeiten knapper Kassen konnte im Geschäftsjahr 1901/1902 erstmals eine Dividende ausgeschüttet werden und die Zahl der Logger auf 13 erhöht werden. Bereits im Juni 1905 umfasste die Elsfletehr Heringsfischereiflotte 21 Logger. Ebenfalls 1905 siedelte sich eine weitere Heringsfischerei-Gesellschaft in Elsfleth an, geführt von einem holländischen Unternehmer. Sie erwirtschaftete allerdings kaum Überschüsse und wurde 1912 nach Holland verlegt.

Es kamen gute und schlechte Jahre für die Heringsfischerei, Jahre mit schlechten Fängen und hohen Ausgaben, zu heiße Sommer und sturmbedingte Materialschäden. Die staatliche Unterstützung reiche nicht aus, wurde immer weider betont. Die deutschen Heringsfischer hätten gegenüber der ausländischen Konkurrenz strukturelle Nachteile wie lange Anreisewege zu den Fanggründen, die es auszugleichen gälte. 1913 hatte Elsfleth einen Bestand von zwölf Segel- und neun Schraubenloggern. In den Zwanziger Jahren waren über 350 Leute in der Heringsfischerei beschäftigt, 300 auf See und 60 bis 70 Arbeiter an Land.

Das Aus kam 1931. Das Vermögen der Gesellschaft wurde an die Bremer-Vegesacker Fischerei-Gesellschaft verkauft. 1933 wurde der Betrieb in Elsfleth eingestellt.

Wolfgang Bednarz
Delmenhorst
Redaktion Delmenhorst
Tel:
04221 9988 3

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