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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

TECHNIK: Herr über 310 Tonnen Stahl und Beton

25.07.2009

HUNTEBRüCK Die alte Dame knirscht und knarzt, als sie sich gemächlich, aber zuverlässig und wackelnd, in Bewegung setzt. Kein Wunder, denn die alte Dame ist die nunmehr 56 Jahre alte Huntebrücke – ganze 310 Tonnen Stahl und Beton sind hier in Bewegung. Der Mann, der sie in Bewegung gesetzt hat, heißt Heiko Spille (57) und ist seit 18 Jahren im Dienst der Straßenmeisterei Brake. Als Brückenwärter ist er einer von vier Herren über die in die Jahre gekommene Technik. Vor fünf Minuten hat sich die „MS Mare“ per Funk bei ihm angemeldet. „Mare für Huntebrücke. Bin Kilometer 16 und brauche die zweite Stufe“, hatte der Kapitän im sachlich knapp-maritimen Funkerjargon mitgeteilt.

Schiffe haben Priorität

Für Heiko Spille heißt das, den Leitstand am nordwestlichen Hunteufer zu verlassen und den Fahrstand zu besteigen. Hier, rund fünf Meter über der Fahrbahn der Bundesstraße, hat er nicht nur alles im Blick, sondern auch alles im Griff. Von hier aus leitet er das ein, was für Schiffskapitäne eine Notwendigkeit, für Radtouristen eine seltene Attraktion und für Autofahrer oft ein Ärgernis ist: das Sperren der Straße und Heben der Brücke. „Manchmal schimpft schon mal ein Autofahrer in Eile“, erzählt Spille, „aber der Schiffsverkehr hat Priorität“. Besonders wenn die Schiffe und Boote mit der Strömung der tideabhängigen Hunte fahren. Da können sie nicht immer schnell anhalten und sind daher auf die Hubbrücke angewiesen.

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Mit einem letzten Rucken ist die Brücke inzwischen auf der zweiten Hubstufe in 20,3 Metern Höhe angekommen. Bei mittlerem Tidehochwasser ergibt sich eine Durchfahrtshöhe von 24,53 Metern, die „MS Mare“ hat nicht mehr allzuviel Luft.

Brücke ist Baudenkmal

Kollisionen von Schiffen mit den Brücken seit 1869 sind sehr selten. Häufiger jedoch kommt es vor, dass Fahrer von Straßenfahrzeugen die Durchfahrtshöhe von 4,8 Metern unterschätzen – wegen landwirtschaftlichen Fahrzeugen oder Lkw mit Überhöhe mussten einige Stahlträger ausgetauscht werden.

Bis auf diese Unfallschäden ist die Brücke aber noch im Originalzustand, weshalb sie seit mehr als zehn Jahren als Baudenkmal gilt. Daran haben auch Heiko Spille und seine Kollegen Georg Gloystein, Georg Schulz und Klaus Schwarting ihren Anteil. Sie sind im Schichtdienst von zwei Stunden vor Sonnenauf- bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang tätig, zwischen den durchschnittlich sieben Hebungen am Tag warten und pflegen sie die Brücke.

Dennoch ist die Zukunft ungewiss: Was mit der Brücke passiert, wenn die neue Bundesstraße samt neuer Klappbrücke eröffnet wird (nicht einmal eine Schiffslänge flussabwärts bestimmen Messtrupps schon den Standort der neuen Brücke) ist bisher noch nicht klar. „Aber auch für die neue Brücke werden Wärter gebraucht“, sagt Spille gelassen.

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