• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Die Vision der Zukunft ist aus Wasserstoff

08.10.2019

Huntorf 40 Jahre ist das Druckluftspeicherkraftwerk Huntorf alt. Die sieht man der Steuerungszentrale mit den alten Drehknöpfen und Kabeltelefonen auch an. Aber der erste Eindruck angestaubter Technik täuscht. Ganz im Gegenteil: Das Druckluftspeicherkraftwerk ist wirtschaftlich und soll nun für die Zukunft gerüstet werden. Wasserstoff ist dabei der Stoff, aus dem Zukunftsvisionen für das Kraftwerk gestrickt sind.

Das Kraftwerk

Eine Kombination aus einer Gasturbine, einem elektrisch angetriebenem Luftverdichter und einem Druckluftspeicher: das ist das Druckluftspeicher-Gasturbinenkraftwerk in Huntorf.

Eingespeichert wird Energie, indem der Luftverdichter elektrischen Strom aus Windenergieanlagen in den speicherbaren Energieträger Druckluft umwandelt. Die Druckluft wird in unterirdische Salzkavernen gefördert und dort gespeichert.

Das Ausspeichern erfolgt, in dem die gespeicherten Energieträger Erdgas oder Druckluft und künftig auch Wasserstoff in der Gasturbine wieder in Strom umgewandelt werden. Der Gasturbinenbetrieb kann dabei mit hoher Brennstoffausnutzung erfolgen, wodurch der Einsatz des Wasserstoffs für die Rückverstromung überhaupt erst wirtschaftlich wird.

Wie die Pläne des Betreibers Uniper aussehen, ließen sich am Montag der niedersächsische Minister für Wisschenschaft und Kultur, Björn Thümler, sowie Elsfleths Bürgermeisterin Brigitte Fuchs und Verwaltungsmitarbeiter Hartmut Doyen erklären. Die Erzeugung, Speicherung und Verwertung von regenerativem Wasserstoff soll in der Druckluftspeicheranlage Huntorf realisierbar sein, erläuterte Produktionsleiter Uwe Krüger in einer Präsentation. Demnach könne der Wasserstoff mit Windenergie produziert und in einer Kaverne gespeichert werden. Die Wasserstoffverbrennung sei in der bestehenden Hochdruck-Brennkammer realisierbar, was die Möglichkeit zur Rückverstromung eröffne, so Krüger weiter. Rückverstromung bedeute, dass der Wasserstoff wieder in Strom umgewandelt und ins Netz eingespeist werden kann. „Der Gasturbinenbetrieb erfolgt beim Ausspeichern mit sehr hoher Brennstoffausnutzung, wodurch auch grüner Wasserstoff wirtschaftlich genutzt werden kann.“ Richtig „spannend“ wird das Thema aber erst, wenn Wasserstoff direkt abgesetzt werden kann – für den Betrieb von Autos mit Brennstoffzelle, im Gütertransport, in der Gebäudetechnik, so Krüger.

Und Minister Thümler ließ beim Ortstermin in Huntorf keinen Zweifel an seinem Glauben, dass die Weiterentwicklung der Wasserstofftechnik richtungsweisend ist und nicht die Elektromobilität: „Wir waren bei der Brennstoffzelle gedanklich schon weiter, da müssen wir wieder hin. Bei der Brennstoffzelle können wir uns autarker verhalten und wir wären noch umweltschonender.“ Bei der Produktion von Batterien für Elektroautos gab Thümler die fehlenden Recyclingmöglichkeiten zu bedenken und die Abhängigkeit von der Beschaffung der Rohstoffe für die Batterien. Wasserstoff biete da andere Möglichkeiten.

Huntorf sei dabei ein Standort mit entscheidenden Vorteilen auf diesem Weg, stellten Uwe Krüger und Thomas Hohmann, Leiter der Uniper-Kraftswerksgruppe heraus: Es gebe einen hervorragenden elektrischen Netzanschluss an das Übertragungsnetz der Tennet in Gebiete mit starker Windenergieeinspeisung. Und die bestehende Infrastruktur für die Speicherung und den Transport von Erdgas in unmittelbarer Nähe sei auch für Wasserstoff geeignet, was den Oldenburger Energieversorger EWE als Kooperationspartner ins Spiel bringt. Heißt: Über die Erdgasleitungen der EWE könnte auch Wasserstoff zum Abnehmer transportiert werden. Und bis das funktioniert, lasse sich der Wasserstoff durch die Rückverstromung wirtschaftlich nutzen.

Doch ganz so einfach, wie es sich anhören mag, sei die Umsetzung vom Ausbau des Druckluftspeicherkraftwerks in Huntorf dann doch nicht, gab Prof. Dr.-Ing. Roman Weber vom Institut für Energieverfahrenstechnik und Brennstoffechnik der TU Clausthal zu bedenken: „Da gibt es an vielen Stellen große technische Herausforderungen, das ist keine triviale Aufgabe.“ Uniper und die TU Clausthal haben in den vergangenen zwei Jahren im Projekt „Huntorf 2020“ mit Förderung des Bundes das Szenario für die technische Weiterentwicklung des Kraftwerks in Huntorf entwickelt.

Bei der Präsentation in Huntorf saß nun mit Professor Dr. Carsten Agert aus Oldenburg ein weiterer Wissenschaftlicher mit am Tisch: Er ist Direktor des DLR-Institutes für vernetzte Energiesysteme am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie Vorstandssprecher des Energieforschungszentrums Niedersachsen (EFZN). Er brachte ein weiteres Szenario ins Spiel: das eines Wohnbaugebietes, das gleichzeitig Forschungsprojekt für die Möglichkeiten der Nutzung von Wasserstoff sein könnte.

Anja Biewald Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
Rufen Sie mich an:
04401 9988 2321
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.