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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Landwirte fordern Lösungen von Ministerin Otte-Kinast

02.05.2019

Iggewarden Nicht nur Beifall erntete Barbara Otte-Kinast beim traditionellen Labskausessen des CDU-Gemeindeverbandes Butjadingen am Dienstagabend auf Hof Iggewarden. Niedersachsens Ministerin für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz musste auch Kritik von Mitgliedern der eigenen Partei einstecken. Politiker ließen sich zu sehr von der öffentlichen Stimmung treiben, statt mit wissenschaftlich fundierten Argumenten dagegen zu halten, lautete ein Vorwurf der vorwiegend in der Landwirtschaft tätigen Besucher der Veranstaltung.

Mit Barbara Otte-Kinast und ihrem Kollegen Björn Thümler, Minister für Wissenschaft und Kultur, nahmen erstmalig gleich zwei Mitglieder der Landesregierung an dem Labskausessen teil. Butjadingens CDU-Chef Johann Evers und seine Stellvertreterin Claudia Cornelius freuten sich zudem darüber, dass sich unter den rund 150 Gästen auch etliche Junglandwirte befanden.

Ein Spagat

Weil sie lieber mit den Leuten spreche und diskutiere, wozu sie dann auch reichlich Gelegenheit bekam, beließ es Barbara Otte-Kinast bei einem kurzen Vortrag zur Frage, ob die Landwirtschaft es den Verbrauchern recht machen kann. Dabei betonte sie, dass sie nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für Verbraucherschutz und Ernährung zuständig ist. Dies sei oft ein Spagat zwischen Ökologie und Ökonomie.

Ein Thema, das den Landwirten auf den Nägeln brennt, ist eine geplante weitere Verschärfung der Düngeverordnung. Die Frage von Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Kreislandvolkverbandes, ob bei der Erarbeitung der Düngeverordnung gemachte fachliche Fehler noch revidiert werden können, konnte Barbara Otte-Kinast nicht eindeutig beantworten. „Wir brauchen keine neue Verordnung, sondern mehr Zeit. In Niedersachsen sind wir auf einem guten Weg, um die Nitratbelastung der Flächen zu verringern“, sagte sie.

Den von Landwirtin Annegret Conrady beklagten schlechten Zustand vieler Wirtschaftswege bestätigte Barbara Otte-Kinast. Aber ein Patentrezept zur Lösung des Problems hat auch sie nicht. Es sei schon mehr Geld aus dem Landeshaushalt bereitgestellt worden, jedoch werde das nicht reichen. Es bedürfe weiterer gemeinsamer Anstrengungen auf alle Ebenen.

Die Ministerin stimmte Landwirt Meent Bruncken zu, dass die Landwirtschaft weniger Hilfen, sondern viel mehr gute Preise benötige, um vernünftig wirtschaften zu können. Dass Lebensmittel ihren Preis haben, müssten die Verbraucher aber nicht nur anerkennen, sondern auch bereit sein, ihn zu zahlen. Dazu sei es erforderlich, dass in Kindergärten und Schulen beginnend mehr Wissen über die Produktion von Lebensmitteln vermittelt werde.

Die Kritik von Landwirt Ralf Töllner an der nicht schnell genug ausgezahlten Dürrehilfe, die es nach Aussagen der Ministerin nicht ein zweites Mal geben werde, wies Barbara Otte-Kinast zurück. Es gehe um Steuergelder, deren Verwendung gegenüber den Steuerzahlern gerechtfertigt werden müsse. Die Dürrehilfe habe zu viel Neid geführt. Auch die Zimmervermieter auf den Inseln hätten keine Hilfen bekommen, als sie mehrere Jahre hinterein­ander wegen des schlechten Wetters große Einnahmeeinbußen hinnehmen mussten. In der Landwirtschaft gebe es immer ein Betriebsrisiko, auf das sich die Landwirte einstellen müssten. Um das zu mindern, seien andere Wege über Versicherungen und Steuern denkbar. „Wir brauchen klare verlässliche Lösungen und keine Ad-hoc-Hilfe“, so die Landwirtschaftsministerin.

Grünland erforschen

Einen leichteren Stand bei der Veranstaltung hatte ihr Parteikollege Björn Thümler aus Berne. Der Minister äußerte sich zur Rolle der Wissenschaft in der Landwirtschaft. So sei bei einer Befragung herausgekommen, dass man viel zu wenig über das Grünland wisse, obwohl dieser Bereich für viele Regionen, besonders die Wesermarsch, existenziell sei. Dabei habe sich das Grünlandzentrum in Ovelgönne bewährt.

Björn Thümler wies auf weitere Forschungsvorhaben hin. „Gute Küste“ lautet der Titel eines Projekts, in das auch der Langwarder Groden einbezogen werden soll. Dabei geht es unter anderem um die Frage, welche Pflanzen den Deichen mehr Festigkeit geben und wie sich Ebbe und Flut auf die Binnengewässer auswirken. Auch die Bewässerung mit salzarmem Nordseewasser ist in diesem Zusammenhang ein Thema.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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