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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Im Herzen Seemann geblieben

30.06.2011

BRAKE „Da kommt die alte Seefahrerromantik wieder durch“, sagt Karl-Heinz Jacobowski, während er das Bild der „OMS Heidelberg“ vor Kapstadt betrachtet. Der 65-Jährige kannte das auf der Papenburger Meyer-Werft 1964 fertiggestellte Schiff noch als Lotsenschiff mit dem Namen „Commodore Ruser“. Als Di-plomingenieur bei der Technischen Fachstelle Nordwest der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in Brake war Jacobowski viele Jahre lang für Wartung und Ausrüstung dieses Schiffes und weiterer Wasserfahrzeuge des Bundes, die im Küstenbereich eingesetzt werden, zuständig. Aber zu seiner Pensionierung – der letzte Arbeitstag ist an diesem Donnerstag – erinnert sich der gebürtige Nordenhamer gern an seine beruflichen Anfänge – als Seemann.

„Die Seefahrerei wurde mir mit in die Wiege gelegt“, erzählt Karl-Heinz Jacobowski. „In meiner Familie gab es nur Fischer, Seeleute oder Maschinisten.“ So machte er nach der Schule eine Ausbildung zum Maschinenschlosser bei der Seebeckwerft in Bremerhaven und ging anschließend als Ingenieurassistent zur Hamburg-Süd Reederei. Das war 1966, sein erstes Schiff hieß „Cap Frio“.

Tipp des Studienkollegen

Bei seinen Reisen, später für eine andere Reederei und als 2. Ingenieur, hat er nahezu die ganze Welt gesehen: Nordamerika, Brasilien, Russland, Japan, Europa sowieso.

Nach dem Ingenieurstudium arbeitete der Blexer zwei Jahre von Lübeck aus. Als seine Frau schwanger wurde, entschied er sich, endgültig an Land zu bleiben. Durch den Tipp eines Studienkollegen kam er zur Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord in Kiel. „Der Verwaltungsdienst war schon anders, plötzlich hatte ich mit Rechtsvorschriften und Haushaltsansätzen zu tun“, erinnert sich Jacobowski. 1975, inzwischen war er Bauoberinspektor, wechselte er zum Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen. Im Außenbezirk Habenhausen war er unter anderem für die Schleusen- und Wehranlage zuständig. „Das war für mich eine ganz neue Erfahrung von Schiffsbetrieb“, sagt Jacobowski. Und „völliges Neuland“ sei für ihn auch der zweite Bereich, der Wasserbau, gewesen. „Aber wenn man gute Meister hat, kann man sich die fachlichen Notwendigkeiten schnell aneignen.“

1979 kam der dreifache Vater schließlich nach Brake. In der Sonderstelle für Maschinenwesen (dem Vorläufer der Technischen Fachstelle) übernahm er die maschinentechnischen Aufgaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bremen. Hier war er für den Aufbau des Bauhofs zuständig. 1989 übernahm er die Leitung des Bauhofs.

„Abwechslungsreiche Zeit“

Diese längste Zeit an einem Arbeitsplatz sei auch die prägendste für ihn gewesen, betont der heutige Bauamtsrat. „Aber in den letzten Berufsjahren wollte ich wieder mehr in den Bereich Technik hinein“, begründet er seinen erneuten Wechsel 2003 zur jetzigen Technischen Fachstelle. Rückblickend stellt der 65-Jährige fest: „Die 48 Berufsjahre sind wirklich außerordentlich abwechslungsreich gewesen.“

Nun werde er sich verstärkt Haus und Garten widmen, außerdem freue er sich auf viele Fernreisen mit seiner Frau. Damit, sagt Karl-Heinz Jacobowski, könne er das Fernweh stillen, das „sporadisch immer wieder kommt.“

Torsten Wewer
Elsfleth
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2322

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